Dr. Christian Köllerers Notizen

Chopin

In der neuen Ausgabe der New York Review of Books schreibt Charles Rosen anlässlich des 200. Geburtstags eine überzeugende Apologie der Musik des Frédéric Chopin: The orthodox view of Chopin as a miniaturist is now pretty much obsolete, exploded, discredited. Many of the large works—ballades, scherzi, sonatas, great polonaises, fantasies, barcarolle—are longer than an average…
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Apple zensiert James Joyces’ “Ulysses”

Es ist seit längerer Zeit kein Geheimnis mehr, dass Apple in seinem App Store mit rigider Hand Zensur ausübt. Betroffen sind davon nicht nur nackte Brüste, die bekanntlich in Amerika im Gegensatz zu Gewalt aller Art als großes moralisches Übel gelten. Auch Religionskritik oder politische Karikatur wurde verboten. Einen Überblick hat die n-tv Onlineredaktion zusammengestellt.…
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Früher war alles besser?

Die Leser alter Bücher wissen, dass seit der Antike die Alten den Jungen ausrichten, früher sei doch alles viel besser gewesen. Eine sehr lesenswerte Reflexion dieses Themas findet sich bereits in Castigliones Book of the Courtier (1528): I have many times asked myself, not without wonder, the source of a certain error which, since it…
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Bibliothek: Neuzugänge

In den letzten Wochen sammelten sich einige neue Bücher an. Der Atlas der Globalisierung war ein Geschenk. Tony Judts Kommentar in Buchform zur aktuellen Lage der Welt bestellte ich, nachdem ich Auszüge in der New York Review of Books las. Die restlichen Bücher sind alle antiquarisch erworben. Mit Ausnahme der Museumsführer, die ich von meiner…
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Gelesen im Mai

Klaus Zimmermanns: Toscana. Das Hügelland und die historischen Stadtzentren (Dumont Kunst Reiseführer) Joseph Roth: Hotel Savoy. Roman (dtv) Irwin Weil: Classics of Russian Literature (TTC Audio Lectures, 18h)

James Cook und die Entdeckung der Südsee

Museum für Völkerkunde 23.5. In einer ungewöhnlich umfangreichen Ausstellung würdigt das Museum für Völkerkunde das Lebenswerk des James Cook. Mit seinen Entdeckungsfahrten leistete dieser bekanntlich mehr für die Aufklärung als so mancher Schreiberling des 18. Jahrhunderts. Dieser geistesgeschichtliche Aspekt wird in der Ausstellung gestreift, hätte aber ausführlicher berücksichtigt werden können. Der Fokus der Ausstellung liegt,…
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Richard Strauss: Salome

Wiener Staatsoper 24.5. Dirigent: Leif Segerstam Inszenierung: Boleslaw Barlog Bühnenbild und Kostüme: Jürgen Rose Herodes: Thomas Moser Herodias: Elisabeth Kulman Salome: Nancy Gustafson Jochanaan: Juha Uusitalo Salome gehört sicher zu denjenigen Opern, über deren Aktualität man nicht lange diskutieren muß. Ignorantes Prophetentum und klinisch psychologisch deviantes Verhalten findet sich in der Gegenwart zuhauf. Salome würde…
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100 Prozent Wien – Eine statistische Kettenreaktion

Wiener Festwochen 29.5. Regie: Rimini Protokoll Theater der ganz anderen Art gab es gestern in der Halle E des Museumsquartiers zu sehen. Hundert Wiener wurden nach allen Regel der statistischen Kunst ausgewählt, um alle Wiener zu repräsentieren. Zu Beginn stellten sich alle kurz vor: Vom Kleinkind über den eben sponsionierten Exstudenten mit 37 Jahren bis…
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Nordkorea in Wien – ein Augenzeugenbericht

Museum für angewandte Kunst 25.5. Blumen für Kim Il Sung heißt die seltsame Ausstellung, die Peter Noever nach Wien in sein Museum holte. Der göttliche Kim Il Sung spielt die Hauptrolle, weshalb man natürlich am Eingang einen Metalldetektor passieren muss. Im ersten Stock sitzen zwei fröhlich wirkende Asiaten (gute Tarnung?), und der Gedanke liegt nahe,…
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Welcome

Filmcasino 24.5. Regie: Philippe Lioret Der Film über den siebzehnjährigen irakischen Jungen Bilal, der nach einem viertausend Kilometer langen Fußmarsch in Calais landet, und von dort aus illegal weiter nach London will, löste in Frankreich eine heftige Debatte aus. Zeigt er doch einfühlsam die Kehrseite des europäischen Wohlstandes, nämlich die Abschottung der EU gegen Flüchtlinge.…
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