Archäologie

|<..2345..>|

Mumie von Hatshepsut gefunden?

Sollte sich diese Meldung bestätigen, wäre das nicht nur für die Freunde des Alten Ägyptens eine kleine Sensation.

“Abenteuer Archäologie”

Diese gelungene Tochterzeitschrift von „Spektrum der Wissenschaft“, die ich seit der ersten Ausgabe lese, erhöht aufgrund des großen Erfolgs die Erscheinungsfrequenz: Ab sofort gibt es sechs statt vier Hefte pro Jahr.

* Anmerkung 6/2009: „Abenteuer Archäologie“ wurde 2007 eingestellt. Siehe Wikipedia für eine kurze Zusammenfassung der Publikationsgeschichte dieser Zeitschrift.

John Griffiths Pedley: Griechische Kunst und Archäologie

Könemann (Amazon Partnerlink)

Dieser inhalts- und abbildungsreiche Band beschäftigt sich mit der griechischen Kunst von ihren Anfängen in der Ägäis im dritten Jahrtausend v.u.Z. und schließt kurz vor der Zeitwende mit der hellenistischen Epoche.

Pedleys Darstellung ist vergleichsweise umfangreich. Die Verwendung von kunsthistorischen Fachtermini wird nicht vermieden, allerdings werden diese dem Leser unter anderem durch schematische Skizzen (Aufbau eines Tempels, Vasenformen …) näher gebracht.

Der kulturhistorische Kontext kommt ebenfalls nicht zu kurz. Ein gelungenes Kunstbuch also.

Reise-Notizen Ägypten (4): Das Tal der Könige, Tempel der Hatschepsut

Sieht man, in welchem abgelegenen, öden Tal diese Grabstätten angelegt wurden, kann man die Hoffnung der Pharaonen nachvollziehen, diese entlegene Stätte möge ein sicherer Parkplatz für die Ewigkeit sein. Es entbehrt deshalb nicht der Ironie, den gewaltigen Menschenauflauf dort zu sehen. Aus konservatorischen Gründen sind immer nur ausgewählte Gräber zugänglich. Die längste Warteschlange ist bei Tutanchamun zu finden, dem unspektakulärsten Grab. Man tut besser daran, entlegenere Grabstätten aufzusuchen. Zu Tutmosis III. etwa verlaufen sich nur wenige Touristen.

Die künstlerische Qualität (und zum Teil auch noch die Farbpracht) der Reliefs sind sehr beeindruckend, und man bedauert, sie nicht mit größere Muse ansehen zu können.
Spektakulär der Tempel der Hatschepsut. Ein Architekturerlebnis ersten Ranges. Man glaubt ein modernes Bauwerk vor sich zu haben, so proportional erhaben tritt es einem entgegen.

Das Rätsel der Sphinx…

…will der Französische Ägyptologe Vassil Dobrev nun endgültig gelöst haben, wie man im britischen „Telegraph“ nachlesen kann:

Abenteuer Archäologie

Nach drei Heften der im Spektrum Verlag erscheinenden Zeitschrift, kann man eine erste Bilanz ziehen: Die Artikel sind durchweg solide und von Fachleuten geschrieben. Der größte Kritikpunkt ist die populäre Themenauswahl: Troia zum Film, Olympia zu den olympischen Spielen. Der übliche Redakteursreflex Aktuelles bringen zu müssen, was bei einer archäologischen Zeitschrift nicht der Komik entbehrt. Aber so lange die populären Themen seriös aufbereitet werden, kann man damit leben. So wird in der der aktuellen Ausgabe 3/04 mit zahlreichen antiken Olympia Klischees aufgeräumt, die in den letzten Wochen omnipräsent waren.

[Addendum: Mit Januar 2008 wurde aus „Abenteuer Archäologie“ die ebenfalls bei Spektrum erscheinende Zeitschrift epoc.]

Hellmut Brunner: Altägyptische Religion. Grundzüge

Wissenschaftliche Buchgesellschaft Amazon

Eigentlich wollte ich diese kleine Abhandlung vor meiner Ägyptenreise lesen, aber auch Reisenachbereitungen schaden nicht. Hellmut Brunner war Ägyptologe an der Universität Tübingen und gibt hier auf 150 Seiten eine konzise Einführung in die Materie. Seine klar geschriebene Abhandlung eignet sich ausgezeichnet, um sich den ungewöhnlichen religiösen Vorstellungen der alten Ägypter zu nähern. Brunner behandelt sowohl Götterlehre und Mythologie als auch die sozialen Aspekte der Religion (Kult & Rituale). Eine gelungenes Buch.

Reise-Notizen West-Türkei (9, Ende): Perge, Aspendos, Termessos

Die nicht weit von Antalya gelegenen Ausgrabungen von Perge kann man zwar nicht mit Ephesus vergleichen. Trotzdem ist das Gelände dieser antiken Stadt (seit 188 v.C. römisch) so weit freigelegt, dass man ebenfalls einen schönen Eindruck über das damalige urbane Leben gewinnt.

Ein Besuch Aspendos‘ lohnt sich vor allem wegen des vorzüglich erhaltenen römischen Theaters. Römische Bühnenstätten unterscheiden sich von ihren griechischen Pendants vor allem durch den Aufbau über der Bühne. Erlaubte ein griechisches Theater immer den Blick auf die Landschaft versperrten die Römer diese Aussicht zugunsten besserer Akustik.

Termessos, eine bisher kaum ausgegrabene Bergstadt, lebte über lange Zeit vom Ausrauben vorbeiziehender Karawanen. Später waren sie in Kleinasien gefürchtete römische Söldner, die bei Bedarf Strafexpeditionen im Auftrag Roms durchführten. Man erreicht die Ruinen nur nach einer kleinen Bergwanderung. Das Erstaunen ist desto größer, oben auf ein schönes Theater zu stoßen. Erwähnenswert auch die pittoresk verwilderte, am Hang gelegene Grabanlage samt durcheinander gewürfelten Grabsteinen.

Diese Reise-Notizen verdeutlichten trotz der Kürze hoffentlich eines: Die West-Türkei ist eine Fundgrube für den archäologisch Interessierten. Im Vergleich mit Sizilien gibt es deutlich mehr zu sehen, was angesichts der Fläche des antiken Kleinasiens nicht weiter erstaunt. Die Ausgrabungsstätten sind sowohl in der Türkei als auch in Sizilien spektakulärer als in Griechenland (von Athen einmal abgesehen).

Reise-Notizen West-Türkei (8): Aphrodisias

Ein unerwarteter Höhepunkt der Reise waren die Überreste des im Mäandertal gelegenen Aphrodisias, eine Stadt, die ihren Namen von dem dort betriebenen Aphroditekult bezog. In den ersten drei nachchristlichen Jahrhunderten war dieser Name im ganzen römischen Imperium berühmt. Genossen doch die Bildhauer der Stadt einen spektakulären Ruf und wurden von überall her mit Aufträgen versorgt. Aphrodisias war die berühmteste Künstlerstadt Roms.

Die Überreste der Werkstätten sind immer noch zu sehen. Ebenfalls ein überraschend gut erhaltenes Stadion sowie Teile eines beeindruckenden Zeremonientors (Tetrapylon).

Diese Ausgrabungen sollte man keinesfalls versäumen, auch wenn sie etwas abseits der üblichen touristischen Route liegt.

Von der Agora in Athen…

… sind neue Ausgrabungen zu vermelden: Yahoo via Archive.org oder dieser Archäologen-Bericht vom August 2004.

[Die Links dieses Eintrags wurden im November 2009 aktualisiert.]

|<..2345..>|
  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING

Aktuell in Arbeit

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Kategorien

Tweets