Moonlight

Gartenbaukino 16.3. 17

USA 2016
Regie: Barry Jenkins

Es ist selten, dass wirklich einer der besten Filme den Oscar für den besten Film erhält. Der Oscar für Moonlight ist also eine positive Ausnahme, die sicher auch durch die mediale Aufregung begründet ist, die es letztes Jahr rund um die Nicht-Nominierung schwarzer Filmschaffender gab. Das Budget Moonlights war für Hollywoodverhältnisse lächerlich: 1,5 Millionen Dollar.

Der Film beschäftigt sich mit der Jugend Chirons, einem schwarzen Jungen, der in einem Ghetto Miamis aufwächst. Erschwerend in diesem Machoumfeld ist seine sukzessive Erkenntnis, dass er homosexuell ist. Erzählt wird die Entwicklung des Jungen in drei Episoden mit unterschiedlichen Schauspielern: Chiron als Kind, Chiron als Teenager und Chiron als Erwachsener. Die größte Stärke des Films ist die Selbstverständlichkeit, mit welcher Barry Jenkins diese Geschichte erzählt. Sie ist nicht nur frei von negativen Klischees, sondern auch von den „positiven“ sozialpädagogischen Stereotypen wie die heroische Opferrolle. So ist der Erwachsene, der sich als Ersatzvater um Chiron kümmert, ein Drogendealer, dem das moralische Dilemma seines Berufs sehr wohl bewusst ist. Dass sich Chiron ihn am Ende als Rollenmodell auswählt, gibt dem Film am Schluss eine bittere Note. Wie es die drei Schauspieler hinbekommen, eine überzeugende Kontinuität der Persönlichkeit Chirons zu vermitteln, ist beachtlich. Eine beeindruckende Arbeit.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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