The Other Side of Hope

Stadtkino 26.2. 17

FIN 2017
Regie: Aki Kaurismäki

Sechs Jahre ist es her seit Kaurismäki mit Le Havre seinen letzten Streifen in die Kinos brachte. Sein neuer Film war eben einer der Topfavoriten bei der Berlinale. The Other Side of Hope beschäftigt sich mit dem Flüchtlingsthema. Der syrische Mechaniker Khaled flieht aus Aleppo und gerät nach einer Tournee kreuz & quer nach Finnland, wo er Asyl beantragt. Er unterzieht sich geduldig der bürokratischen Prozedur und sucht gleichzeitig seine während der Flucht verlorene Schwester. Letztendlich wird er allerdings abgelehnt. Kaurismäki zeigt die Polizisten und Beamten durchaus auch von ihrer menschlichen Seite. Khaled wird meist anständig, teilweise sogar emphatisch behandelt, weshalb die unsoziale Ablehnung besonders stark wirkt. Er taucht als Illegaler unter und trifft schließlich auf den neuen Restaurantbesitzer Wikström, der als Figur nahtlos an die wortkargen Humanisten der bisherigen Kaurismäki-Filme anschließt. Zwar sind viele der gewohnten Stilmittel des Regisseurs wieder präsent, von den skurril-mundfaulen Protagonisten bis hin zum trockenen Humor. Kaurismäki setzt diese Mittel aber spärlicher ein als in seinen früheren Werken, weshalb The Other Side of Hope konventioneller wirkt als die Vorgänger: Der Wille zur ästhetischen Provokation ist einer humanistischen Altersmilde gewichen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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