Joël Pommerat: Die Wiedervereinigung der beiden Koreas

Akademietheater 9.6. 2016

Regie: Peter Wittenberg

mit
Frida-Lovisa Hamann
Dorothee Hartinger
Sabine Haupt
Dörte Lyssewski
Petra Morzé
Markus Hering
Daniel Jesch
Dirk Nocker
Martin Reinke

Ich betrete angesichts der Bezeichnung „Erfolgsstück“ das Akademietheater ziemlich skeptisch. Wie das Burgtheater erlaubt man sich hier ja ab und zu auch, die Grenzen zum Boulevard zu überschreiten. Meine Befürchtung ist aber unbegründet, Die Wiedervereinigung der beiden Koreas ist eine intelligente und originelle Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Facetten der Liebe. Pommerat wählte die Form des Episodendramas: Ähnlich wie in Schnitzlers Reigen handelt es sich um die Aneinanderreihung von zwanzig höchst unterschiedlichen Szenen. Dabei wird die gesamte Gefühlsskala durchdekliniert, von komisch-anekdotisch bis zu tragisch-dramatisch. Anders als bei Schnitzler fehlen allerdings strukturelle Bezüge zwischen den Episoden, welche über das verbindende abstrakte Thema hinausgehen. Durch eine intelligente Verknüpfung der einzelnen Geschichten hätte das Stück noch sehr gewonnen.

Die Beteiligten des Burgtheaterensembles nutzen selbstverständlich diese Gelegenheit, um ihre Schauspielkunst von allen Seiten zu zeigen. Die Inszenierung ist wohltuend zurückhaltend und trennt die einzelnen Szenen deutlich mit Hilfe von hell leuchtenden Lichtstäben, die beim Wechsel quasi die alte Episode wegwischen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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