Mia Madre

Filmcasino 20.11. 2015

I/FR 2015
Regie: Nanni Moretti

Viel hat sich Nanni Moretti für diesen Film vorgenommen, nämlich ein Opus Magnum über Leben, Krankheit, Tod und gleichzeitig über die Filmkunst zu drehen. Im Mittelpunkt steht eine engagierte Autorenfilmerin fortgeschrittenen Alters, Margherita Buy, deren Mutter im Sterben liebt. Dieser Sterbeprozess löst eine emotionale Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und den eigenen Beziehungen aus (Ebene 1). Die sterbende Mutter eröffnet einen Blick auf den Komplex Krankenhaus, Medizin, und Tod (Ebene 2). Der Film, den sie gerade dreht, beschäftigt sich mit einem Arbeitskampf und einer drohenden Massenentlastung in einer Fabrik (Ebene 3). Das Handwerk eines Filmdrehs wird ausführlich gezeigt, darunter auch die Hassliebe zu einem aus Amerika eigens eingeflogenen Schauspieler (Ebene 4).

Gleichzeitig versucht Moretti das ganze Spektrum der Filmgenres abzudecken, von der Komödie (inklusive Slapstick) bis zum pathetischen Ende der Alltagstragödie einer sterbenden Mutter. Dieser Überladenheit schadet dem Film, obwohl Moretti diese Ebenen nicht ungeschickt verknüpft. Das intendierte Meisterwerk ist Mia Madre jedenfalls nicht geworden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets