Henri de Toulouse-Lautrec & Lust am Schrecken

Kunstforum Wien 3.1. 2015

Das Kunstforum zeigt die Werke des Franzosen ohne viel kuratorischen Firlefanz in chronologischer Reihenfolge. Obwohl es immer wieder schön ist, alte Museumsbekannte wieder zu sehen, finde ich mangels bisheriger Begegnung vor allem das Früh- und Spätwerk interessant. Zu Beginn gibt es etwa diverse Naturmotive zu bestaunen, am Ende den kurz vor seinem Tod entstandenen Zirkuszyklus. Im Zentrum stehen natürlich jene Darstellungen der Halbwelt des Montmartre für die Toulouse-Lautrec zu Recht schnell berüchtigt wurde. War er doch einer der ersten, welche sich ein naturalistisches Milieu als Motivgeber auserkor. Berühmt in Paris wurde er allerdings durch seine Plakatkunst, von der in Wien auch viele Beispiele gezeigt werden.
(Bis 25.1.)

Gemäldegalerie der Akademie der bildenen Künste Wien 3.1. 2005

Die Gemäldegalerie ist für Wiener Verhältnisse ja ziemlich unbekannt, obwohl sie einige herausragende Bilder im Bestand hat. Darunter das Weltgerichts-Tryptichon des Hieronymus Bosch. Um dieses herum wurde nun diese kleine, aber feine Schau mit dem Untertitel Ausdrucksformen des Grauens entwickelt. Passend eingeleitet durch einen Abguss der berühmten Laokoon-Gruppe zeigt sie überwiegend Grausamkeitsdarstellungen anhand religiöser und mythologischer Motive. Die Popularität der IS-Köpfungsvideos lässt einen ja schnell vergessen, wie gerne auch im Alten Testament geköpft wird und wie realitätsnah das in der bildenden Kunst oft dargestellt wurde.
Um ebenfalls den Aspekt des Erhabenen abzudecken finden sich Bilder über Naturkatastrophen (Vulkanausbrüche, Unwetter auf dem Meer…).
(Bis 15.3.)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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