Ein Geschenk der Götter

Filmcasino 31.12. 2014

D 2014

Regie: Oliver Haffner

Neun Langzeitarbeitslose landen via Jobcenter statt im ursprünglich geplanten Computer- in einem Theaterkurs. Den gibt Anna, die sich eigentlich arbeitslos melden wollte, weil ihr Vertrag am Stadttheater nicht verlängert wurde. Haffner drehte den Film in und um Ulm herum. Herausgekommen ist deshalb auch ein Porträt der deutschen Provinz. Die neun Protagonisten stehen alle auf der Verliererseite des deutschen Wohlstands und Haffner leuchtet kurz, aber hell, in ihre Hartz-4-Existenzprobleme hinein. Das gibt dem Werk auch eine politische Dimension.

Was den Film aber grandios macht, ist der Bezug zum Theater. Nach heftigen Konflikten zu Beginn erarbeitet diese inhomogene Gruppe mit zunehmender Hingabe eine Aufführung von Sophokles‘ Antigone. Als Kontrast dient die alles andere als sympathische Provinztheaterszene. Wider aller Wahrscheinlichkeit gelingt ihnen ein toller Theaterabend.

Das Prinzip „Underdogs treffen auf Theaterklassiker“ funktionierte ja bereits in Cäsar muss sterben ausgezeichnet.

Ein Interview mit dem Regisseur brachte die Süddeutsche Zeitung.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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