Das Journal der Brüder Goncourt erstmals auf Deutsch

[4. April 2013]

Nach der zurecht viel gelobten ersten Komplettübersetzung der Tagebücher des Samuel Pepys – Notizen – wagt sich Haffmans nun an das nächste Großprojekt: Das vollständige Journal der Brüder Goncourt soll auf Deutsch herausgebracht werden. Wer bis zum 31. August 2013 subskribiert, wird als Förderer namentlich in der Ausgabe genannt werden. Werde mich wohl in die Liste der Subskribenten einreihen.

Weitere Informationen:

Pressemeldung

[23. Dezember 2013]

Inzwischen ist die Ausgabe erschienen und steht bei mir auch im Bücherregal. Einen ausführlichen Artikel über das Projekt schrieb Jens Jessen in der ZEIT: Genies der Gehässigkeit:

Selten ist ein verlegerisches Großprojekt so unauffällig, ja nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit ins Werk gesetzt worden. Gab es ein Getuschel in literarischen Hinterzimmern, das wir vielleicht überhört haben, ein nervöses Gezischel, einen langsam sich beschleunigenden Herzschlag unter Liebhabern und fiebernden Kennern? Neun Jahre lang haben erst zwei, dann drei Übersetzerinnen daran gearbeitet, Subskribenten mussten geworben, Finanzmittel in beträchtlicher Höhe bewegt worden sein, schwierige und schwierigste editorische Fragen gelöst werden. Der Gegenstand der gewaltigen Anstrengung war keine entlegene Trouvaille, die man so oder so oder auch nur mittelmäßig hätte präsentieren können.

Es war und ist und liegt jetzt zum ersten Mal vollständig auf siebentausend Seiten in Deutsch vor: das berühmteste Zeugnis literarischen Lebens überhaupt. Jeder kennt es, jeder nennt es, auch wenn er es niemals gelesen hat, ständig wird es zitiert, auch wenn meist aus zweiter oder dritter Hand. Über die Giganten des 19. Jahrhunderts, über Flaubert und Zola, Baudelaire und Turgenjew und Maupassant, wüsste man deutlich weniger ohne dieses Werk – über manche sogar fast nichts und über andere jedenfalls das Saftigste, das Schrillste und Deutlichste nicht.
[…]

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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