Alain de Botton: The Art of Travel

Zwei Gründe waren ausschlaggebend zu diesem Buch zu greifen: Einerseits bereite mich gerade auf meine Äthiopienreise vor, andererseits bekam ich den Autor von unterschiedlichen Leuten empfohlen. In diesem Buch geht de Botton unterschiedlichen Aspekten des Reisens nach. Wer praktische Reiseempfehlungen erwartet, wäre enttäuscht: Im Mittelpunkt stehen philosophische Reflexionen zum Thema. Seine Vorgehensweise ist in allen Kapiteln ähnlich: Er beleuchtet einen Gegenstand mit Hilfe eigener Erfahrung, kombiniert das aber mit denen einer kulturhistorischen Persönlichkeit. Flauberts Orientreise etwa, wenn es um Exotisches geht oder mit Wordsworths Lyrik, wenn Natur versus Stadt reflektiert wird.

De Botton ist ein intelligenter (Selbst-)Beobachter. Deshalb lesen sich seine Gedanken durchaus geistreich und als Kulturreisender erkennt man viele Fragestellungen wieder. Kurz: Es gibt dümmere Bücher. Andererseits ist seine Auswahl an Kronzeugen für Geistesmenschen (Flaubert, Hopper, van Gogh…) wenig originell, weil man sie bereits gut kennt. Es mag aber für viele Leser eine gute Appetitanregung sein, sich mit diesen Persönlichkeiten und ihren Werken weiter zu beschäftigen.

Alain de Botton: The Art of Travel (Penguin)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Kategorien

Tweets