Der Reisende

Der Reisende ist unseres Lobes und unserer Anerkennung würdig, der unter den größten Anstrengungen die fernsten Völker aufsucht, um interessante Entdeckungen zu machen. Vor ihm weichen die Hindernisse, verschwinden die Gefahren. Unannehmlichkeiten achtet er gering. Warum finden sich unter der großen Menge unserer Reisenden so wenige dieser Art? Die meisten sind unwissend und kümmern sich wenig um die eigene Bildung und noch weniger um diejenige anderer. Sie reisen ohne Aufmerksamkeit, ohne Enthusiasmus, ohne Nachdenken, verkehren mit Menschen, ohne sie zu studieren, besuchen alle Völker der Erde und verlassen sie wieder, ohne etwas von ihnen zu begreifen. Sie besitzen Augen, sehen aber nicht.
Pierre Poivre, Reisen eines Philosophen, 1768

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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