Beethoven: Fidelio

Wiener Staatsoper 10.4. 2013

Dirigent: Adam Fischer
Regie: Otto Schenk

Florestan: Lance Ryan
Leonore: Anja Kampe
Don Pizzaro: Falk Struckmann
Don Fernando: Clemens Unterreiner
Rocco: Walter Fink

Eines steht fest: Meine Toleranz für diese verstaubten Aufführungen a la Otto Schenk sinkt von Vorstellung zu Vorstellung. Erfreulicherweise gibt es an der Wiener Staatsoper nun auch eine Reihe von passablen „modernen“ Inszenierungen, welche jene Museumsstücke noch älter aussehen lassen als sie Jahre auf dem Buckel haben. Im Sinne eines konsistenten Gesamteindrucks sollten die Opernverantwortlichen diese ästhetischen Ladenhüter zügig durch Neuinszenierungen ersetzen.
Musikalisch war der Abend mäßig, was in erster Linie am uninspiriert spielenden Staatsopernorchester lag. Vor allem die erste Hälfte war orchestral enttäuschend, das letzte Drittel deutlich besser. Die gesangliche Leistung hob sich positiv davon ab, auch wenn mich Lance Ryan als Florestan nur bedingt überzeugen konnte. Das Libretto des Fidelio ist ebenfalls kein Meisterwerk. So lobenswert das Pathos gegen Tyrannei und Menschenrechte ist, so naiv ist die Hoffnung auf Rettung durch aufgeklärte Feudalherrscher. Musikalisch hat Beethoven einige deutlich hörbare Anleihen bei Mozarts Zauberflöte genommen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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