Gorki: Kinder der Sonne

Deutsches Theater Berlin (Gastspiel)
Burgtheater 16.3. 2013

Regie: Stephan Kimmig

Pawel Fjodorowitsch Protassow: Ulrich Matthes
Lisa, seine Schwester: Katharina Schüttler
Jelena Nikolajewna, seine Frau: Nina Hoss
Dmitrij Sergejewitsch Wagin: Peter Jordan
Boris Nikolajewitsch Tschepurnoj: Alexander Khuon
Melanija, seine Schwester: Katrin Wichmann
Jegor, Schlosser und Hausmeister: Markus Graf

Gorkis Stück kannte ich bisher nicht, was sich als Fehler herausstellt, ist es doch eine sehr intelligente Auseinandersetzung mit sozialen und wissenschaftlichen Zeitproblemen. Viele gesellschaftliche Herausforderungen des alten Russland sind heute in Europa wieder erstaunlich aktuell. Etwa die zunehmende intellektuelle und materielle Kluft zwischen „unten“ und „oben“ samt gegenseitigem Unverständnis. Kimmig aktualisiert das Stück moderat. So beschäftigt sich der Wissenschaftler Pawel Fjodorowitsch Protassow nicht mit Chemie, sondern mit Gentechnik.
Der Zuseher wird Zeuge wie sich eine Gruppe Intellektueller gekonnt emotional zerlegt, während außerhalb ihres abgeschotteten Refugiums eine Seuche tobt. Wir dürfen dabei natürlich an Boccaccio denken. Die Inszenierung ist zurückhaltend auf die Schauspieler und die Themen konzentriert. Schön auch, dass sich Ulrich Mattes nach seinen Filmerfolgen noch Zeit für die Bühne nimmt. Intelligentes Theater, von dem es derzeit viel zu wenig gibt.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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