Buster Keaton: Out West (1918) / College (1927)

Filmcasino 24.2. 2013
Akkordeon-Festival

Live:
Alexander Shevchenko (Akkordeon)
Maciej Golebiowski (Klarinette)

Stummfilme mit Livemusik sind immer eine Freude, speziell wenn die Musiker so engagiert und witzig spielen wie die beiden oben Genannten. Die zwei Filme kannte ich noch nicht, ein großer Fehler! Out West ist eine komische Western-Parodie und alleine deshalb schon bemerkenswert, weil Buster Keaton dieses Genre bereits so früh auf den Arm nahm. Noch amüsanter fand ich aber College, weil es der früheste Antisport-Film ist, den ich kenne. Keaton spielt einen bücherhungrigen Sportverweigerer, der bei seiner Highschool-Abschiedsfeier eine Rede mit dem Titel The Curse of Athletics hält. Die wichtigsten Passagen werden stummfilmgemäß auf schwarzen Tafeln eingeblendet:

The secret of getting a medal like mine is – – books not sports.
The student who wastes his time on athletics rather than study shows only ignorance.
Future generations depend upon brains and not upon jumping the discus or hurdling the javelin.

Die Absolventen verlassen empört den Festsaal. Danach finden wir Buster Keaton als Student im College wieder, wo er sich hochkomisch an allen möglichen Sportarten versucht, und den bis heute an amerikanischen Universitäten andauernden Sportwahn karikiert. Selten war Slapstick weiser.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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