Tahar Ben Jelloun: Zurückkehren

Immer wenn die Rede auf marokkanische Literatur kommt, ist sofort von Tahar Ben Jelloun die Rede, obwohl er auf Französisch schreibt und 1971 nach Frankreich emigrieren musste. Der aktuelle König im Land sieht ihn allerdings nicht mehr als Staatsfeind, weshalb Aufenthalte in Marokko nun möglich sind.
Marokkanisch sind die Inhalte seiner Bücher. Sie setzen sich nicht nur intensiv mit der Lebenswirklichkeit im Land auseinander, sondern bringen vor allem auch stark einen interkulturellen Aspekt hinein: Wie erlebt ein marokkanischer Emigrant Frankreich? Diese Perspektive steht im Mittelpunkt des kurzen Romans Zurückkehren. Mohammed lebt seit Jahrzehnten in Frankreich, steht am Fließband bei Renault und soll nun plötzlich in Rente gehen. Diese Aussicht wirft ihn in ein großes Loch, und er lässt sein Leben Revue passieren. Das ist erzählerisch gut gemacht und man bekommt einen exzellenten Einblick in seine Lebenswelt und die seiner Kinder. Das Unverständnis Mohammeds gegenüber Frankreich und die Sehnsucht nach dem Dorf seiner Herkunft schildert Tahar Ben Jelloun sehr authentisch. Ich las das Buch als Abrundung meiner Marokko-Reise.

Tahar Ben Jelloun: Zurückkehren (Berlin Verlag Taschenbuch)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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