Mizoguchi Kenji: Ugetsu monogatari (1953)

Dieser japanische Filmklassiker erzählt eine archaische, allegorisch aufgeladene Geschichte zweier Dorfbewohner aus dem 16. Jahrhundert. Es tobt der Krieg und diese Samurai-Gemetzel sind die unappetitliche Kulisse. Ein offenbar besonders begabter Töpfer verlässt aus Geldgier Frau und Kind, während ihr Dorf überfallen wird, und gerät in die Fänge einer reichen japanischen Witwe, die ihn mit ihren materiellen und erotischen Günsten verlockt. Sogar ein locus amoenus fehlt nicht. Als er am Ende geläutert zurückkehrt, ist seine Gattin tot, die sich die Zeit inzwischen mit Vergewaltigungen vertrieben hat.
Handelt Mizoguchi Kenji hier als Topos Geld und Gier moralisch ab, wird sein Freund und Mitdorfbewohner durch Macht und Gewalt erfolgreich versucht. Er will unbedingt Samurai werden, wird zu Beginn verspottet und gedemütigt, um dann eine große Soldatenkarriere hinzulegen. Seine Gattin vergisst er bis zu einem zufälligen Zusammentreffen, wo er erkennen muss, dass sie ihr Leben inzwischen als Prostituierte fristet.
Als Film ist Ugetsu monogatari aber weniger wegen dieser auf eine literarische Vorlage basierende Handlung berühmt, sondern weil er das klassische japanische Filmschaffen prototypisch verkörpert. Kenner loben alles, vom Kamerawinkel bis zur allegorischen Atmosphäre. Tatsächlich ein Film, der einen über einige Zeit begleitet, nachdem man ihn gesehen hat.

Ugetsu monogatari (Blu-Ray)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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