Empfehlungen: Southpark

Üblicherweise erwartet man als Kulturmensch im Fernsehen keine im engeren Sinn aufklärerischen Inhalte. Den Ruf als Verblödungsmaschinerie haben sich ja nicht nur die privaten TV Stationen in den letzten Jahren mit großen Anstrengungen in puncto Dummheitsformate erarbeitet. Das man das Medium auch anders nutzen kann, zeigt die Serie Southpark, die seit mehr als zehn Jahren von Comedy Central ausgestrahlt wird.

Die inzwischen mehr als 200 Folgen nehmen die amerikanische Alltagskultur mit einer kritischen Boshaftigkeit aufs Korn, die seinesgleichen sucht. Mit brachialer Satire werden nicht nur alle Religionen bedacht, sondern auch amerikanische Celebrities, internationale Bösewichte und Konsumdummheiten aller Art. Diese Brachialität wird geschickt durch eine Vielzahl von subtilen Anspielungen ausbalanciert.

Der dramaturgische Trick, sich scheinbar „unschuldigen“ Kindern zur Entlarvung von Erwachsenendummheiten zu bedienen, funktioniert im Medium Fernsehen also ähnlich gut wie in manchen Romanen. Auch die Blechtrommel profitiert von diesem Effekt. So könnte massenmediale Aufklärung heute also funktionieren.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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