Otto Neurath – Gypsie Urbanism

Museum für angewandte Kunst 10.4.

Dem Philosophen Otto Neurath eine Ausstellung zu widmen, ist eine glänzende Idee. Er war Mitbegründer des Wiener Kreises und damit eine wichtige Figur für die analytische Philosophie. Die Stadt Wien würdigt ihn übrigens mit einer scheußlichen Straße in einem noch scheußlicheren Industriegebiet weit weg vom Zentrum der Stadt.

Mein Enthusiasmus für das Projekt ließ etwas nach als ich erkannte, dass sich die Ausstellung nur einem Thema widmet: Seiner „Erfindung“ der Isotype, einer normierten Bildsprache nicht nur für Statistiken. Es sind viele Beispiele und Berichte darüber im MAK zu sehen. Nun passt das natürlich im weitesten Sinn in Neuraths philosophisches Konzept, in der klare und eindeutige Kommunikation einen wichtigen epistemologischen Stellenwert einnimmt. Außerdem war deren Wirkung enorm. Man kann sich heute Medien ohne diese stilisierten Symbole gar nicht mehr vorstellen. Man hätte aber die Gelegenheit nutzen können, Neurath über dieses Thema hinaus zu präsentieren.

Man freut sich also, dass endlich etwas für Otto Neurath unternommen wird, und ärgert sich ein wenig darüber, dass man nicht den Mut zu einem größeren Wurf gefunden hat. (Bis 5.9.)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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