National Portrait Gallery

London 3.7.

Bei meinen letzten London-Besuchen wollte ich immer schon in die National Portrait Gallery, verweilte dazu aber zu lange nebenan in der National Gallery. Dieses Mal führte mich mein erster Weg dorthin. Das Konzept des Hauses ist insofern interessant, als es den Fokus mehr auf die historische Bedeutung der Bilder denn auf ihren ästhetischen Wert legt. Man findet dort beispielsweise auch einige Portraits mit handwerklichen Mängeln: Bei einem wirkte der Arm beinahe angeklebt. Das sind aber Ausnahmen, die meisten Gemälde sind künstlerisch durchaus anspruchsvoll.

Schlendert man durch die Galerie, geht man buchstäblich die englische Geschichte ab. Ein berühmtes Portrait folgt dem nächsten und man sieht endlich die Originale der Bilder, die man so oft schon in Büchern gesehen hat (die Tudors, Stuarts …). Darunter auch ideologisch-ikonographische Scheußlichkeiten ersten Ranges wie Marcus Gheeraerts Portrait von Queen Elizabeth I.

Natürlich beschränken sich die Exponante nicht auf die adlige Oberschicht des Landes, deren Mitgliedern man die inzestuösen Gepflogenheiten nicht selten ansieht. Freunde des Geisteslebens kommen nicht zu kurz. Herausragend das berühmteste Bild Shakespeares von John Taylor. Beeindruckend Abraham van Blyenberchs Portrait Ben Johnsons. Berührend die unbeholfene Zeichnung Cassandra Austens, die ihre Schwester Jane zu Papier brachte. Das einzige existierende Portrait von Jane Austen! Auch bekannte Naturwissenschaftler fehlen nicht: Robert Boyle, Wilhelm Harvey usw.

Mit gebührender Andacht stand ich naturgemäß vor dem berühmten Abbild des großen Laurence Sterne durch Sir Joshua Reynold. Bei dieser Gelegenheit faßte ich den Vorsatz, Tristram Shandy bald zum vierten Mal zu lesen.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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