Museen in München (4): Georg Petel – Bildhauer im Dreißigjährigen Krieg

Haus der Kunst 7.6.

Diese Ausstellung war die große Überraschung meines Münchenbesuchs: Vor den Berichten über diese Ausstellung hatte ich von Petel noch nie gehört. Leichtsinnigerweise geht man ja davon aus, dass man zumindest die besten Künstler vom Namen her kennt. Die Hypothese, dass über die Zeit Qualität erkannt wird, gerät etwas ins Wanken, sieht man die großartigen Skulpturen, die Petel, während des Dreißigjährigen Krieges geschaffen hat. Es gebührt dieser Ausstellung das große Verdienst, Petel wieder ins Bewusstsein der Kunstwelt zurückgebracht zu haben.

Bewegend ist vor allem die faszinierende expressive Kraft der Figuren in Kombination mit einem starken Formbewusstsein (kontrastierende Farben bei Materialien etwa). Die Skulptur des Neptun ist ein Meisterwerk. Ein Gott, der nichts Heroisch-Göttliches mehr an sich hat, sondern mit einer ergreifenden traurigen Melancholie (offenbar) auf das Gemetzel dieser Kriegsjahre blickt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Kategorien

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

Aktuell in Arbeit

Tweets

  • Ja, ein paar "Heil Hitler" hätten sicher helfen können! https://t.co/xRSfu38XBS 2 Stunden
  • Deutschland ohne Nazis wäre ja auch wie die Karibik ohne Palmen. 3 Stunden
  • 13,4% Nazis in einem wirtschaftlich florierenden & sicheren Deutschland. In einer Krise werden die Nazis also erneut wieder 40% bekommen. 3 Stunden