Roland Schimmelpfennig: Ende und Anfang. Dramatisches Gedicht

Akademietheater 9.10.
Regie: Nicolas Stemann
Der Mann in der Küche, Peter: Sebastian Rudolph
Der Verbrannte Gast, Frankie: Markus Hering
Die Frau ohne Schlüssel, Isabel: Myriam Schröder
Der Mann zwischen sechzig und siebzig: Rudolf Melichar
Das schlaksige Mädchen, Dorothea: Stefanie Dvorak
Der Vogelmann: Philipp Hochmair
Der russische Tierpfleger, Pjotr Antónovitsch Rostov: Hermann Scheidleder

Nicolas Stemann genießt berechtigterweise den Ruf, sogenannte „unspielbare“ Stücke passabel auf die Bühne zu bringen. Texte Elfriede Jelineks beispielsweise brachte er kongenial auf die Bühne des Akademietheaters.

Auch bei diesem neuen „dramatischen Gedicht“ mühte er sich ebenso redlich wie das gut disponierte Ensemble. Allein der beste Regisseur und Weltklasse-Schauspieler helfen nichts, wenn das Stück schlecht ist. Verschiedene Handlungsstränge laufen lose assoziiert neben einander her, wobei Monologe der Protagonisten dominieren. Diese lose Form passt nicht wirklich zum „Inhalt“, in deren Mittelpunkt gescheiterte bis seltsame Existenzen stehen. Es gibt ein paar gelungene Theatermomente, die sich Einfällen der Regie verdanken, aber das ist selbst für kurze fünfundsiebzig Theaterminuten zu wenig.

Möge dieses Auftragswerk des Burgtheaters anderen Häusern erspart bleiben.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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