Balzac: Pierrette. Roman

Man kann der Trivialliteratur vieles vorwerfen, das Größte ihrer Verbrechen ist zweifellos, dass sie das Talent von Balzac beeinträchtigt hat: Das jahrelange Schreiben von Dutzendware hat sich auf viele seiner Werke durchgeschlagen.

In „Pierette“ beispielsweise wird die Grenze zur Sentimentalität, diplomatisch formuliert, gelegentlich gestreift. Eine durchdachte Romankonstruktion gibt es kaum, der Roman setzt in mehreren langen, linearen Rückblenden an, um die Vorgeschichte zu erzählen. Ziemlich spät erst, wird das eigentliche Thema des Buches begonnen.

Das ungeheure Talent Balzacs zeigt sich daran, dass er trotz allem ein lesenswertes Buch geschrieben hat. Sein psychologisches Einfühlungsvermögen, die Schärfe seiner Figurenzeichnung, und schließlich das realistische, unsentimentale Ende, der Tod des misshandelten Kindes Pierrette, belegen das mehr als genug.

Balzac: Pierette (Insel Taschenbuch)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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