Dostojewskij: Verbrechen und Strafe. Roman

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Es dürfte etwa 12 Jahre her sein als ich diesen Roman erstmals las und die erneute Lektüre zeigte zumindest eines: Das Lesegedächtnis ist trügerisch. In meiner Erinnerung war der Roman monumentaler, die Auseinandersetzung von Raskolnikow und Petrowitsch deutlich umfangreicher, während der „showdown“ der beiden sich im wesentlichen auf zwei große Begegnungen beschränkt.

Mein Urteil bleibt allerdings dasselbe, der Roman wird berechtigterweise zu den besten der Weltliteratur gezählt. Dostojewskijs Hang zur Sentimentalität fiel mehr etwas unangenehmer auf als beim ersten Mal, seine psychologische Darstellungskunst finde ich immer noch frappierend.

Gespannt war ich besonders auf die vielgelobte Übersetzung von Swetlana Geier. Sie hat hier sicher Bleibendes geleistet, allerdings bin ich kein Freund davon, deutsche Dialekte zu verwenden, um fremde Idiome auszudrücken. Ab und zu „berlinert“ es, nicht sehr oft, hier wäre mir eine „künstliche“ Umgangssprache bzw. ein Kunstdialekt adäquater erschienen.

Eine Antwort auf Dostojewskij: Verbrechen und Strafe. Roman

  • Anna sagt:

    „Ab und zu “berlinert” es“
    Die Vermieterin, Amalia Iwanowna (eine Deutsche), spricht Russisch mit einem sehr starken deutschen Akzent. Es ist kaum möglich, bei einer Übersetzung ins Deutsche diese sprachliche Färbung wiederzugeben. Da der Vater von Amalia Iwanowna aus Berlin stammte, griff Swetlana Geier zum Berliner Dialekt.
    Ich habe den Roman im Original gelesen, Russisch ist meine Muttersprache.

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"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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