Klatsch aus dem literarischen Leben

Am 5. August 1792 heiratete Karl Philipp Moritz Christiane Friederike Matzdorff. Bereits im Dezember kam es zur Scheidung, die Dame war nämlich von ihrem Liebhaber entführt worden (bekanntlich ein stürmisches Jahrhundert, das Achtzehnte):

Moritz eilte den Flüchtigen nach, und kam ihnen endlich auf die Spur. In einem Dorfe oder Städtchen angekommen, erfährt er auf Nachfrage im Gasthofe, daß der Herr, welchen er bezeichnet, sich im Hause befinde, und man deutet ihm an, daß er bei Moritzens Ankunft sich unter einem umgestülpten Fasse versteckt habe. Moritz tritt an das Faß, steckt die Mündung eines Pistols in das Spundloch und ruft: „Meine Frau mir herausgeben, oder ich schieße!“. – Der geängstete Entführer giebt den Versteck der Frau an, denn er weiß nicht, daß das Pistol nicht geladen ist.

[Aus: Henriette Herz, Ihr Leben und ihre Erinnerungen. Berlin 1850, S. 133f]

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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