Norbert Niemann: Schule der Gewalt. Roman

Hanser Verlag

Nach dem gelungenen Debüt „Wie man’s nimmt“ griff ich gespannt zu dem noch druckfrischen zweiten Roman des Autors. Ein Fehler, wie sich schnell herausstellte, denn das Buch ist völlig missglückt. Offensichtlich am Reißbrett entworfen, reiht Niemann pauschal ein Klischee über Jugend und Popkultur* an das nächste, vieles davon nur behauptet statt gezeigt.

Das Buch ist mit literarisch kaum verarbeiteten sozialen Problemen zugeschüttet, ein ästhetisch plausibles Konzept ist auch bei intensiver Suche nicht aufzufinden.
Warum sich ein Deutschlehrer in seinen Aufzeichnungen sprachlich am Jugendjargon orientiert, ist unschlüssig. Die Existenznöte eines frustrierten Lehrers wurden literarisch auch schon um viele Klassen besser dargestellt. Man denke nur an „Zündels Abgang“ von Markus Werner. Alles in allem ein ärgerliches Buch, vor dessen Lektüre ich nur warnen kann.

(*) Mir selbst ist die Popkultur völlig fremd, und normalerweise begrüße ich jede Kritik daran.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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