Schiller: Kabale und Liebe

Volkstheater 22.1.03 Regie: Martin Schulze Ferdinand: Florian Teichtmeister Luise: Chris Pichler Präseident von Walter: Toni Böhm Miller: Thomas Stolzetti Wurm: Christoph Zadra Das Wiener Volkstheater betrete ich gewöhnlich mit einer sehr mäßigen Erwartungshaltung, desto angenehmer überraschte mich die Inszenierung. In reduziertem, modernen Ambiente nahmen die Kabalen samt Liebestragödie ihren Lauf. Weder übertriebenes Pathos, noch artifizielle… Weiterlesen Schiller: Kabale und Liebe

Empirismus im Mittelalter

Das Mittelalter gehört zu den Epochen, die in der Öffentlichkeit am undifferenziertesten behandelt werden, was schon am gerne verwendeten Attribut „dunkel“ zum Ausdruck kommt. Dabei gab es im Mittelalter eine Reihe von „modernen“ Denkern, Roger Bacon etwa, oder William von Ockham. Eine Ausnahmeerscheinung ebenfalls Friedrich der Staufer (1194-1250), dessen empirischer Wissensfuror weit über seine Zeit… Weiterlesen Empirismus im Mittelalter

Molière: Der Menschenfeind

Theater in der Josefstadt 18.1.03 Regie: Günter Krämer Alceste: Helmut Lohner Philinte: Michael Dangl Eine für die Josefstadt „avantgardistische“ Inszenierung: Zusammengeschnittene Szenen, eine kühle Bar auf der Bühne, künstlich stilisierte Sprechakrobatik, weit aufgerissene Augen durch monokelähnliche Augen-Aufsätze. Ein ambitioniertes Motiv: Die szenische Spiegelung der Menschenfeindlikeit des Alceste. Schwer zu sagen, warum die Aufführung dennoch völlig… Weiterlesen Molière: Der Menschenfeind

Friedrich Hartau: Molière

rororo bildmonographie (Amazon Partnerlink) Vorbereitend las ich Hartaus kleine Monographie zum zweiten Mal. Über 25 Jahre alt, gehört sie dennoch zu den lesenswerteren Büchern der Reihe. Hartau findet einen guten Mittelweg zwischen Lebens- und Werkbeschreibung und bedient sich eines wohltuend zurückhaltenden Stils. Er berichtet bei zweifelhaften Überlieferungen auch immer wieder von der spärlichen Quellenlage. Sollte… Weiterlesen Friedrich Hartau: Molière

Bibliothek: Neuzugänge

Neun Bücher für ca. 30 Euro, man muss nur wissen, wo man sie kauft (die ersten sieben hier bei Jokers, die nächsten beiden bei Booklooker, die restlichen vier (Reclam und rororo schließlich regulär). Mary W. Shelley: Frankenstein oder Der neue Prometheus (Hanser, gebunden bzw. Fischer TB) E.H. Lenneberg: Biologische Grundlagen der Sprache (suhrkamp taschenbuch wissenschaft;… Weiterlesen Bibliothek: Neuzugänge

Neues bei Suhrkamp und Co.

Die neuen Verlagsvorschauen sind angekommen. Wer Mischkalkulation verstehen will, findet kaum ein geeigneteres Studienobjekt. Cash cow „Hermann Hesse“ wird in allen denkbaren Varianten den Buchmarkt penetrieren. Das „Wissenschafts“programm auf der anderen Seite wird inzwischen von Irrationalisten der diversen Fraktionen dominiert. Der geistige Weichspüler Hesse finanziert damit die intellektuellen Esoteriker der Gegenwart. Also wenn das keine… Weiterlesen Neues bei Suhrkamp und Co.

Gustav Klimt und Franz Xaver Messerschmidt

Gleich zwei außergewöhnliche Ausstellungen sind im Belvedere zu sehen. Der Andrang zu den Landschaftsbildern des Gustav Klimt ist enorm. Während ich mit Klimts Hauptwerken verhältnismäßig wenig anfangen kann, sind viele seiner Landschaftsgemälde sehr faszinierend: Das Oszillieren zwischen Figürlichem und Abstraktem, die leuchtenden Farben sowie die pointillistische Harmonie vieler Kompositionen hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck. Fassungslos machte… Weiterlesen Gustav Klimt und Franz Xaver Messerschmidt

Reise-Skizzen New York (3)

Wie fast alle Touristen besuchte ich Ellis Island. Die Sicherheitskontrollen waren enorm. Bevor man die Fähre betreten durfte wurde man durchleuchtet, sogar die Gürtel mussten ausgezogen werden. Hatte man diese Prozedur geschafft und die Freiheitsstatue umschifft, landete man, wie viele Millionen Einwanderer in der Vergangenheit, auf Ellis Island, auf dem ein umfangreiches Museum untergebracht ist.… Weiterlesen Reise-Skizzen New York (3)

War die Gruppe 47 antisemitisch?

Klaus Briegleb schrieb eine Streitschrift zu diesem Thema, die in der ZEIT von Dorothea Dieckmann fulminant verrissen wird: Doch der Literaturwissenschaftler behält als „Historiker“ nicht nur den penetranten Urteilsjargon permanent wertender moralischer Subjektivität bei; er präsentiert zudem sein Material in einer undurchschaubaren Mischung aus Theorieabwehr, verquasten methodischen Volten und Anleihen an die Lacansche Psychoanalyse, die… Weiterlesen War die Gruppe 47 antisemitisch?