Stefano Massini: Manhattan Projekt

Akademietheater 24.01. 26

Regie: Stefan Bachmann

Mit Jonas Hackmann, Justus Maier, Markus Meyer, Felix Rech, Max Simonischek, Thiemo Strutzenberger, Michael Wächter.

Spät aber doch sehe ich mir noch eine der Antrittsinszenierungen des Stefan Bachmann an. Eine dreistündige Auseinandersetzung mit dem leider wieder sehr aktuellen Thema der Atombombe. Wie Christopher Nolan in seinem viel diskutierten Film Oppenheimer (2023), setzt sich Stefano Massini mit dem Manhattan Projekt auseinander. Er legt aber einen anderen Schwerpunkt, nämlich auf die Gruppe der beteiligten jungen ungarischen Physiker, die nicht nur in dieser Rolle, sondern auch als menschliche Originale eingeführt werden, mit allen ihren Stärken, aber auch allen ihren Schwächen. Die zweite Hälfte des Abends ist dann Oppenheimer gewidmet. Mit mehr Fokus auf dessen Kindheit und Jugend als dem Stück dramaturgisch gut tut. Lenkt diese teils penetrante Schwerpunktsetzung doch trotz aller hergestellten Bezüge von den ethischen Dilemmata ab, die im Fokus des Textes stehen.

Die Inszenierung ist um ein riesiges sich drehendes Rad gebaut, in dem sich die historisch korrekt gekleideten Figuren (Hüte!) bewegen und bewegt werden. Das funktioniert ganz gut und lässt diverse Assoziationen zu, von einem Hamsterrad über das Rad des Lebens bis hin zu einer Menschheit, die von der Geschichte bewegt und auf den Kopf gestellt wird.

Schauspielerisch ist an dem Abend nichts auszusetzen. Inhaltlich gibt er viele wichtige Denkanstöße. Empfehlenswert.

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