Aktuelle Ausstellungen in Wien

Im Wien Museum beschäftigt sich die neue Sonderausstellung umfassend mit der Donauinsel. In ausführlichen Stationen wird man chronologisch mit der Entstehung und Durchführung dieses riesigen Projekts bekannt gemacht. Es finden sich sowohl jede Menge zeitgenössische Dokumente und Pläne ausgestellt als auch aktuelle Videointerviews mit Beteiligten, die rückblickend ihre Erfahrungen schildern und interessante historische Quellen sind. Selbstverständlich wird auch die Nutzung der Insel und das Donauinselfest ausführlich vorgestellt. Die Einzigartigkeit der Donauinsel wird plausibel herausgearbeitet, und am Ende findet man es schade, dass das Rote Wien seitdem solche „verrückten“ Großprojekte nicht mehr versucht hat. (Bis 30.8.)

Sehr wienlastig ist auch die neue Frühjahrsausstellung des Kunsthistorischen Museums Canaletto & Bellotto. Das KHM besitzt bekanntlich bereits viele hochkarätige Gemälde der beiden, die in dieser Ausstellung durch viele Leihgaben ergänzt werden. Die Schau ist primär chronologisch und startet deshalb mit Canaletto in Venedig, um sich danach den unterschiedlichen biographischen Stationen zu widmen. Wien nimmt naturgemäß den breitesten Raum ein. Der soziokulturelle Kontext wird nicht nur im Audioguide adäquat gewürdigt. Etwa wie sich die soziale Schichtung mehr oder weniger versteckt in der Komposition der Stadtansichten wiederfindet. Interessant finde ich, dass beide Maler bei ihren Stadtansichten in Sachen Proportion oder Sichtbarkeit von prominenten Gebäuden oft nachhalfen, indem sie die Topographie anders zeigen als sie in der Realität war. Kunst vor Wirklichkeit. Hier lassen sich einige Bezüge zur Gegenwart ziehen, wo man mit Filtern und Künstlicher Intelligenz ja auch gerne nachhilft. (Bis 6.9.)

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