Burgtheater 25.10. 25
Regie: Therese Willstedt
Mit: Aaron Blanck, Norman Hacker, Lilith Häßle, Alexandra Henkel, Sean McDonagh, Jörg Ratjen, Andrea Wenzl, Ines Marie Westernströer.
Ich betrete das Burgtheater skeptisch. Warum einen meiner Lieblingsromane (zur Notiz) für die Bühne adaptieren, wenn es doch eine so große Auswahl an tollen und selten aufgeführten Bühnentexten Bernhards gibt? Ausgerechnet seinen umfangreichsten Roman?
Doch meine Bedenken sind schnell zerstreut. Das liegt zuerst an der wunderbaren Sprechkultur der acht SchauspielerInnen, die abwechselnd den Text sprechen. Zu Beginn primär als szenische Lesung. Nach einer guten halben Stunde öffnet sich der Vorgang auf eine große, sich über die ganze Bühnenbreite ziehende, rot bespannte Treppe, auf der zahlreiche Requisiten platziert sind, die im weiteren Verlauf von den SchauspielerInnen verwendet werden. Für mich wäre das gar nicht notwendig gewesen; mir hätte sogar das Format der szenischen Lesung ausgereicht.
Inhaltlich kann ich mich in Sachen Thomas Bernhard nur wiederholen: Seine Texte werden leider von Monat zu Monat aktueller, und es dürfte nur wenige österreichische Intellektuelle geben, die ihr Land so genau verstanden haben. Das erste erstklassige Theatererlebnis der neuen Saison.