Slowakei

Millionaires of Time. Roma in der Ostslowakai

Volkskundemuseum Wien 11.6. 17

Die Ausstellung versucht, den Roma in der Ostslowakei ein individuelles Gesicht zu geben. Das gelingt mit wenigen Fotos, welche in zwei Räumen hängen sowie einem Stapel Fotos, den man durchblättern kann. Der Kern des Projekts sind allerdings viele Interviews, weshalb man zu Beginn einen MP3-Player in die Hand gedrückt bekommt. Einen direkten Bezug zwischen den Fotos und dem Gehörten gibt es nicht. Eine Kuratorenentscheidung, sagt man mir. Trotzdem kann man nicht wenige der Sprechenden leicht identifizieren. Zu hören sind Roma aus Košice, genauer aus dem dortigen Ghetto Luník IX, und aus Šaca, einer Stadt in der Nähe der ukrainischen Grenze. Diese geschilderten Lebenswelten sind teilweise sehr fesselnd. Auch die Spannungen werden ausführlichen thematisiert bzw. direkt durch Aussagen vorgeführt.

Die Betrachtung der Fotos ist schnell abgeschlossen. Danach setze ich mich in den sonnigen Garten des Palais Schönborn und höre mir die gut zwei Stunden langen Interviews an. Das ist angenehm, zeigt aber doch, dass das Konzept der Ausstellung verfehlt ist. Würde man die Audiodateien zum Download anbieten und die Fotos ins Netz stellen, wäre derselbe Zweck erreicht gewesen. (Bis 24.9.)

Reise-Notizen: Bratislava

Mai 2012

Bratislava ist von Wien leicht zu erreichen: Wien und Bratislava sind die am nächsten gelegenen Hauptstädte des Kontinents. Trotzdem war ich bisher noch nie dort. Als Anreiseweg wähle ich die Donau und ein Schnellboot der Twincityliner, das einen in etwa 75 Minuten vom Zentrum Wiens in die Altstadt der slowakischen Hauptstadt bringt.

Ich erwarte den Charme den Ostblocks, aber eine Stadtrundfahrt zeigt den Sanierungsfortschritt. Nicht nur die Gebäude in der Innenstadt sind überwiegend renoviert, auch das Stadtschloss wurde von Grund auf neu hergerichtet. Ansprechende Parkanlagen runden das positive Bild ab. Die Sowjetzeit sieht man freilich auch: Jenseits der Donau ist eine riesige Plattenbausiedlung. Doch selbst dort versucht man durch bunte Farben die Tristesse zu mildern.

Der Urbanitätsgrad ist hoch. Jede Menge Straßencafes und Restaurants mit Gastgärten sorgen für ein adäquates Straßenleben. Kurz, ein sympathisches Ausflugsziel. Neugierig betrat ich Slowakische Nationalgalerie, ein Labyrinth! Um zu den Alten zu kommen, muss man das Gebäude wechseln und eine versteckte Treppe finden, die irgendwo an einen modernen Ausstellungsraum anschließt. Die aktuellen Exhibitionen über moderne Kunst waren „state of art“, was man von der Präsentation der Alten Meister nur bedingt behaupten kann. Hier ist der Umbau des Museums noch im Gange, und man bewegt sich frei in einer Baustelle. Leere Galerieräume, fast leere Stockwerke: Alles da! Ich finde schließlich einige sehr schöne (spät)gotische Skulpturen. Auch die grafische Sammlung braucht sich nicht zu verstecken. Bei den Gemälden sind alle Epochen mit Zweitklassigem vertreten. Künstlerische Sensationen sollte man nicht erwarten.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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