Jean Paul
Jean Pauls Roman Hesperus liegt nun in einer neuen historischen-kritischen Ausgabe vor. Thomas Meissner nahm das zum Anlass, in der FAZ einiges Interessante über das Buch zu schreiben.
Musil: Klagenfurter Ausgabe
Noch eine Rezension ist zu vermelden. Dieses Mal von Norbert Christian Wolf (Germanist an der Universität Salzburg) in der Presse.
Musil: Klagenfurter Ausgabe
Die NZZ hat dieser neuen Edition eine schöne Rezension gewidmet. Ich werde sie auch ausführlich besprechen.
Der neue Kindler
Roman Bucheli hat sich für die NZZ die Neuauflage von Kindlers Literaturlexikon angesehen. Er bewertet das Großprojekt in seiner Rezension als eine “verlegerische, editorische und wissenschaftliche Grosstat”.
Literatur der Frühen Neuzeit
Die deutschsprachige Literatur zwischen 1500 und 1700 wird heute fast nur noch von Germanisten gelesen. Das ist schade, da die frühneuhochdeutschen Prosaromane wie Fortunatus nicht unamüsant sind.
Kai Bremer hat nun eine neue Einführung geschrieben, die zumindest nach dieser Rezension “überzeugend” ist.
Teaching Company / Literaturkurse
Es ist bekannt, dass ich ein großer (großer!) Freund der Teaching Company bin. Ich erinnere an meine entsprechende Empfehlung.
Leider (leider!) sind die Literaturkurse dort fast durch die Bank schlecht. Bisher habe ich mehrere Anläufe gemacht und war jedes Mal sehr enttäuscht. Jüngstes Beispiel ist Classic Novels: Meeting the Challenge of Great Literature von Prof. Arnold Weinstein. Es handelt sich bei jedem Roman um eine hermeneutische Nacherzählung des Inhalts samt diversen Assoziationen dazu. “Hermeneutik” ist dafür wohl schon zu hoch gegriffen. Das war auch bei Books That Have Made History: Books That Can Change Your Life nicht anders.
Meiner Empfehlung muss ich also eine Warnung nachreichen. Diese bezieht sich aber ausschließlich auf die Kurse über Bücher.
Hugh Barr Nisbet
Lessing. Eine Biographie (C.H. Beck)
Über ein halbes Jahr hatte ich dieses monströse Buch “in Arbeit”, ist es doch eine der umfangreichsten Klassiker-Biographien, die seit längerer Zeit erschienen sind. Hugh Barr Nisbet, Literaturwissenschaftler aus Cambridge, hatte wohl den Ehrgeiz die Lessing-Biographie unserer Zeit zu schreiben: mehr als 1000 Seiten ist das schwergewichtige Ergebnis.
Ich schließe mich der überwiegenden Mehrzahl der Rezensenten an und bin von Nisbets Buch beeindruckt. Ein Werk von klassischer Gelehrsamkeit, das zwei naheliegende Fehler des Genres vermeidet: Jargon und Hermetik. Zwar ist Nisbet kein außergewöhnlicher Stilist, legt aber einen ausgezeichnet lesbaren Text vor. Seine Lebensbeschreibung ist auf dem Stand der aktuellen Forschung. Er vermeidet das psychologische Wühlen in Lessings Unterwäsche und schafft eine vorbildliche Gradwanderung zwischen Kritik gegenüber seinem Gegenstand und Verteidigung gegen dessen Gegner, wo diese wirklich angebracht ist.
Seine Werkbeschreibungen referieren die wichtigsten Thesen der Forschungen, die dann entweder gestützt oder mit guten, text- und kontextnahen Argumenten hinterfragt werden. Ausgangspunkt jeder Werksbeschreibung ist eine ausführliche Entstehungsgeschichte des jeweiligen Textes. Nisbet hebt Lessing auf kein Podest, weist im Gegenteil immer wieder nach, wie wenig “originell” viele von Lessings Theorien waren, und das ein wesentlicher Teil seiner Leistung in der Synthese diverser Quellen, in der Schaffung von überraschenden intellektuellen Bezügen und natürlich in seiner brillanten Sprachbeherrschung bestand.
Ausführlich wird Lessings Umfeld beschrieben, sei es der historische, sei es der geistesgeschichtliche Kontext. Auch die Biographien von Freunden und Zeitgenossen vernachlässigt Nisbet nicht. Arbeitet man sich durch diesen Buchziegel, bekommt man en passant eine Einführung in diverse Aspekte des 18. Jahrhunderts mitgeliefert (Literatur- und Theatergeschichte, Aufklärung etc.).
Abschließend noch eine hübsche Anekdote über Lessing den Briefeschreiber:
Als Büsch ihn einmal am Neujahrstag aufsuchte, war Lessing gerade damit beschäftigt, einen großen Haufen Briefe durchzusehen, von denen er einen oder zwei aufhob, bei weitem die meisten anderen aber auf den Fußboden warf. Was er da tue, fragte ihn Büsch, “ich beantworte meine Briefe vom vorigen Jahre”, sagte Lessing, raffte sie zusammen und warf sie in den Ofen. [S. 493]
Der neue Kindler
In Zeiten der untergehenden Großlexika wagt es der Metzler Verlag eine Neuauflage des Kindler Literaturlexikons auf den Markt zu bringen. 1950 Euro bis Ende des Jahres. Absurderweise kostet die Online-Ausgabe nicht weniger.
Volker Weidermann schrieb für die FAZ eine ausführliche Rezension.
Viele Fehler in Google Books
Mit der bibliographischen Qualität scheint es Google bei der Buch-Digitalisierung nicht genau zu nehmen berichtet Heise.




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