Schlagwort: Wissenschaftstheorie

Seth Stephens-Davidowitz: Everybody Lies. What the Internet Can Tell Us About Who We Really Are.

Große Teile der Sozialwissenschaften basieren auf Umfragen. Wann immer man etwas über Einstellungen oder Verhalten wissen will, wird ein im Idealfall statistisch repräsentatives Sample befragt. Die zahlreichen methodischen Probleme dabei sind inzwischen gut bekannt, und es gibt auch eine Reihe von statistischen Techniken sie wieder auszugleichen. Psychologen dagegen arbeiten gerne mit ihren Studenten als Versuchskaninchen,…
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How Science goes wrong

Kann man sich eine wissenschaftstheoretische Titelgeschichte im Spiegel oder Profil vorstellen? The Economist beschäftigt sich in der neuen Ausgabe so tatsächlich so prominent mit der Frage, was methodologisch in den Wissenschaften derzeit falsch läuft und wo dringend Verbesserungsbedarf besteht: Unreliable Research: Trouble at the lab (Briefing) How science goes wrong (Leitartikel) Beklagt wird völlig zurecht,…
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Die Errungenschaften der Postmoderne als Theorie

In einer Notiz neu zusammengefasst. Publiziert in der Erlanger Edition. Eine philosophische Kritik [1999] I. Schon mancher Literaturfreund wird einmal ein Buch über Literaturtheorie zur Hand genommen haben, in der Hoffnung, etwas Neues über Literatur zu erfahren. Sollte er dabei an eine bestimmte Sorte von Publikationen geraten sein, die gemeinhin das Prädikat “postmodern” oder “poststrukturalistisch”…
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Der Freud, das Koks und die Psychoanalyse

Beschäftigt man sich wissenschaftstheoretisch mit der Psychoanalyse wird schnell klar, dass es sich um keine Wissenschaft handelt, sondern eher wie eine Religion funktioniert. Es wurden zwar jede Menge empirische Behauptungen aufgestellt, diese aber von den Psychoanalytikern nie selbst unter Zuhilfenahme wissenschaftlicher Methodik überprüft. Je weiter die empirisch betriebene Psychologie fortschritt, desto deutlicher wusste man bald,…
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Literaturwissenschaft und Naturwissenschaften

Seit vielen Jahren gibt es einige Literaturwissenschaftler, die sich ernsthaft mit den Naturwissenschaften und deren Methoden auseinandersetzen. In meiner Dissertation versuchte ich, das Thema aufzuarbeiten. In den letzten Jahren nahm dieser Trend an Bedeutung zu wie dieser Artikel in der New York Times zeigt: At a time when university literature departments are confronting painful budget…
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Über wissenschaftliche Moden

In der Wissenschaft gibt es Modeerscheinungen, und manche Wissenschaftler schließen sich ihnen fast so hurtig an wie manche Maler und Musiker. Modeerscheinungen ziehen zwar die Schwachen an, aber man sollte ihnen widerstehen, statt sie zu fördern. Popper, Objektive Erkenntnis

Stringtheorie unter Kritik

Unter Physikern wird derzeit eine heftige Debatte ausgetragen: Man streitet sich über den Stellenwert der Stringtheorie. Kritiker werfen ihr zu wenig empirischen Gehalt und mangelnde Falszifizierbarkeit vor, was von den Anhängern dieser populären kosmologischen Lehre bestritten wird. Zugespitzt könnte man fragen: Ist die Stringtheorie eine pseudowissenschaftliche Theorie? Lee Smolin ist einer der führenden Kritiker und…
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Literatur- und Kognitionswissenschaft

Die „Avantgardisten“ unter den Literaturgelehrten kümmern sich längst nicht mehr um die idiosynkratischen Theoriedebatten rund um die Postmoderne*. Am Rande sei bemerkt, dass sich inzwischen im „Mainstream“ der Literary Studies wieder ein Modenwechsel abzeichnet. Da man aber noch nicht weiß, welcher neue Irrationalismus die größten Karrierechancen bieten wird, fliegt man eine theoretische Warteschleife was sich…
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Praktizierte Aufklärung (2): Frederick Crews

Das Thema Frederick Crews ist die Kritik wissenschaftlich fragwürdiger psychologischer Methoden und Theorien, speziell der Psychoanalyse. Als Musterbeispiel einer pseudowissenschaftlichen Theorie, die im 20. Jahrhundert weite Kreise der Akademia in ihren irrationalen Bann zog, gibt sie ein vorzügliches Studienobjekt ab. Eines der klassischen Kriterien, um wissenschaftliche Theorien von anderen Wortgebilden abzugrenzen, ist deren Falsifizierbarkeit. Es…
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Neues historisches Genre?

Robert Darnton ist ein profilierter Kenner des 18. Jahrhunderts und schrieb ein lesenswertes Buch über die Entstehung der berühmten Encyclopédie. In der New York Review of Books 11/2004 beschäftigt* er sich mit 22 (!) historischen Büchern, die seiner Meinung nach paradigmatisch für ein neues Genre der Geschichtsschreibung sind, das er „incident analysis“ nennt: The historical…
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