Südamerika

Senor Kaplan

Filmcasino 21.8. 2015

UR,DE 2014
Regie: Álvaro Brechner

Meine erste Tragikomödie aus Uruguay! Jacob Kaplan blickt als alter Mann auf sein ereignisreiches Leben zurück, denn bereits als Kind musste er vor den Nazis nach Montevideo fliehen. Er will vor dem Tod noch eine historische Tat begehen. Als er einen vermeintlichen alten Nazi entdeckt plant er gemeinsam mit einem – sagen wir: vom Leben proletarisierten – jungen Bekannten dessen Entführung nach Israel: Methode Eichmann. Der Film findet den richtigen Ton zwischen Humor und existenziellen Fragen. Kein Jahrhundertfilm, aber gut investierte 100 Minuten.

Wo Jesus Meerschweinchen verspeist

Eine Reise durch Peru und Bolivien [Oktober/November 2011]

Als Francisco Pizarro Lima als Hauptstadt Perus gründete, suchte er sich am Pazifik ausgerechnet einen Platz aus, der neun Monate pro Jahr von einer trüben Dunstglocke eingenebelt wird. Lima ist die erste Station meiner Peru-Erkundung und eine prototypische Stadt Lateinamerikas. Die meisten der siebeneinhalb Millionen Einwohner leben in wenig ansprechenden Wohnblöcken. Die wohlhabende Minderheit findet man in hübschen modernen Stadtvierteln am Meer, wo die Bobo-Dichte ähnlich hoch ist wie in den Wiener Innenstadtbezirken. Die Slums wiederum schlängeln sich malerisch die Hügel hinauf.

Die Altstadt Limas zeigt das koloniale Machtgefüge bis heute: Regierungspalast und Kathedrale liegen am zentralen Platz. Unweit davon die Klöster der Dominikaner und der Franziskaner, die von Beginn an in einem heftigen Konkurrenzverhältnis bei der Verbreitung des Seelenheils standen. Diese bauliche Konstellation findet man in den meisten Städten Südamerikas.

Abgesehen von der Altstadt gibt es an Sehenswürdigkeiten noch einige Museen, allen voran das archäologische Museum. In Europa ist man zwar mit den Inka gut vertraut. Diese Zivilisation stand allerdings erst am Ende einer unglaublich vielfältigen Kulturentwicklung. Ich versuchte vor der Reise, mich einzulesen, aber angesichts einer zweistelligen Zahl an unterschiedlichen Prä-Inka-Kulturen, war das ein vergebliches Unterfangen. Erst als ich im Museum vor den unterschiedlichen Kunstwerken und Gebrauchsgegenständen stehe, lichtet sich langsam der Nebel im Kopf.

Machu Picchu

Von Lima aus reise ich mit einem Zwischenstopp zum Traum aller Touristen: Machu Picchu. Der bequemste Weg ist mit dem Zug zur kleinen Stadt unterhalb der Stätte zu fahren. Die Lok schlängelt sich durch ein beeindruckendes Andental und man durchkreuzt in knapp neunzig Minuten mehrere Klimazonen. Die Alternative wäre eine mehrtägige Wanderung auf dem berühmten Inka-Trail, wo heutzutage allerdings so viel los ist wie auf der Einkaufsstraße einer Großstadt. Beim Bahnhof besteigt der Kulturtourist dann den Bus, der langsam den Berg hinauf kriecht. Die Zahl der Besucher ist auf dreitausend pro Tag limitiert. Auf dem Ticket steht deshalb Datum und Name. Am Eingang wird der Pass kontrolliert. Je berühmter die Sehenswürdigkeit, desto skeptischer bin ich vor einem Besuch. Machu Picchu wird aber zu Recht gerühmt. Die spektakuläre Lage legt sämtliche Schalter um, die ein durchschnittlich sozialisierter Mitteleuropäer in Sachen Naturerlebnis eingebaut bekommen hat: Romantisch! Mystisch! Grandios! Die Archäologen streiten seit der Entdeckung – genauer wäre: Bekanntmachung – Machu Picchus durch Hiram Bingham über die Funktion der Stadt. Ich schlendere durch die Ruinen und versuche mir ein eigenes Bild zu machen. Die beliebteste Theorie derzeit ist, dass es sich um die Sommerresidenz des Inka-Herrschers Pacha Kutiq handelte. Vor den gewaltigen der Landwirtschaft dienenden Terrassen der Bergstadt stehend, frage ich mich allerdings, ob sie zu einem Herrscherlandsitz passt. Pacha Kutiq konnte sich Lebensmittel aus dem ganzen Reich liefern lassen. Wieso sollte er ausgerechnet ein paar Meter von seinem Sommerpalast entfernt einen so störenden Betrieb gestatten?
Das Inka-Reich ist die einzige mir bekannte Zivilisation, wo Planwirtschaft exzellent funktionierte. Trotz der Millionenbevölkerung war die Nahrungsmittel-Logistik so ausgereift, dass es vor der Ankunft der Spanier kein Wort für „Hunger“ gab. Auf der Hochebene zwischen Cusco und dem Titacacasee liegt Raqchi, eine alte Tempelanlage aus der Prä-Inka-Zeit, wo man eine große Menge dieser Getreidespeicher besichtigen kann. Selbstverständlich hatten die Priester dort als Machtinstrument ihre Hände auf den gehorteten Lebensmitteln.

Religion und Kunst

Peru und Bolivien sind zwei Reiseländer, die einem viele Einblicke in das Funktionieren von Religion ermöglichen. Nach der für die Einheimischen verhängnisvollen Ankunft der Spanier gründeten die Franziskaner und Dominikaner ihre Bekehrungsfabriken. Die Franziskaner setzten auf Quantität: Möglichst viele sollten möglichst schnell getauft werden. Die Dominikaner wählten als Hunde des Herrn eine dogmatischere Vorgehensweise und wollten gewisse theologische Mindeststandards nicht unterschreiten. Deutlich später traten die Jesuiten in Aktion. Sie gingen erst buchstäblich bei den Indianern zur Schule. Nachdem sie deren Weltbild und Religion verstanden hatten, entwickelten sie ein maßgeschneidertes Bekehrungsprogramm. Es entstanden so riesige, von Jesuiten dominierte Gebiete, dass es die spanische Regierung mit der Angst zu tun bekam, und 1767 den Orden dort verbot.
Schon sehr früh setzten die Orden die kirchliche Kunst zu Missionierungszwecken ein. Die Marketingstrategie war eine zweifache: Erstens wollte man die Einheimischen durch Prunk beeindrucken. Dazu wurden die Kirchen mit viel Gold ausgestattet. Ich stehe immer wieder vor in barocker Fülle glänzenden Altären, die teils lange vor dem europäischen Barock geschaffen wurden, aber eine ähnliche Wirkung haben. In der Religion der Inka spielte Gold ebenfalls eine überragende Rolle, so konnte man hier mit Hilfe eines Materials eine Brücke zwischen zwei völlig inkompatiblen Weltanschauungen schlagen. Raffinierter war die zweite Variante, nämlich die Anpassung der christlichen Ikonographie an die indianische Kultur. Die Missionsverantwortlichen gingen dabei mit einem erstaunlichen Pragmatismus zu Werk. Nichts veranschaulicht das besser, als die Innenausstattung der Kathedrale von Cusco, der ehemaligen auf dreitausendsechshundert Meter Höhe gelegenen Inka-Hauptstadt. Mehr als dreihundertfünfzig Gemälde sind in der Kirche zu sehen und ermöglichen einen detaillierten Einblick in die Malschule von Cusco. Bereits ab 1580 wurden Elemente des italienischen Manierismus übernommen und die länglich-gestreckt gezeichneten Figuren entsprachen praktischerweise sehr dem indianischen Formempfinden. Weniger subtil war die Anpassung der Sujets: Auf der berühmten Darstellung des letzten Abendmahls liegt vor Jesus ein detailreich gemaltes gegrilltes Meerschweinchen – bis heute das Gericht der Wahl bei feierlichen Anlässen. Ich ließ mir eines Abends in Cusco ein Meerschweinchen servieren und empfehle allen Mitteleuropäern hiermit dringend, auf dieses kulinarische Experiment zu verzichten. Jesus bewirtete seine Jünger in einem andinischen Ambiente ferner mit Papayas, Avocados und Maisbrot.
Madonnen-Skulpturen sind durch geschickten Einsatz der Kleidung unten oft sehr breit und laufen zum Kopf hin spitz zu. Es gehört wenig Fantasie dazu, bei dieser Form einen Berg zu assoziieren. Kein Zufall selbstverständlich: Berge und speziell Vulkane spielten im Glauben der Inka eine überragende Rolle. Die Skulpturen erinnerten die Missonierungsopfer an Pachamama, die Mutter Erde. Die von den Ordensleuten überzeugten Peruaner nannten Pachamama also „Maria“ und alle waren mit dieser Farce zufrieden.
Religionswissenschaftler nennen die Verschmelzung zweier Glaubensrichtungen bekanntlich Synkretismus und im Andenraum ist das bis in die Gegenwart der vorherrschende Glaube. Selbst im Gespräch mit Angehörigen des (kleinen) Mittelstands begreift man schnell, wie tief diese alten Vorstellungen wurzeln, welche vom Katholizismus so weit entfernt sind wie der Titicacasee vom Traunsee. Der Vatikan klassifiziert diese Länder mit der ihm eigenen Chuzpe natürlich als hochkatholisch.

Cusco

Das Zentrum der Inka-Hochkultur lag rund um Cusco, weshalb die Zahl archäologischer Stätten dort besonders hoch ist. Obwohl die Spanier nach ihrer Ankunft vieles aufschrieben, was sie beobachteten, gibt es noch viele Rätsel. So viel wir über das Weltbild der Inka und über das Funktionieren ihrer Gesellschaft wissen, desto weniger ist über wichtige Details bekannt. Die Bautechnik beispielsweise wirft viele Fragen auf. Ich fahre deshalb bei blauem Himmel und dünner Luft nach Saqsaywaman, das über Cusco thront. Die meisten Archäologen halten die Anlage für eine Festung. Dafür sprechen die riesigen, mehrfach gestaffelten Mauerwälle. Allerdings gab es offenbar auch Räumlichkeiten, die nicht militärisch genutzt wurden, und der Ort liegt an einer Seite, von der eigentlich keine Angriffe zu erwarten waren. Ich gehe die Überreste der Mauer entlang und bestaune die Felsblöcke, deren schwerster über hundert Tonnen wiegt. Die Inka verwendeten das Rad nicht und selbst der Einsatz von Hebeltechniken war beschränkt. Zehntausende Einheimische mussten diese Bergbrocken mit Muskelkraft bewegt haben. Plötzlich fällt mir ein, was ich in den Anden schon die ganze Zeit beobachtet, aber bisher noch nie auf den Punkt gebracht hatte: Es ist bis heute eine Träger-Gesellschaft. Obwohl es keinen Mangel an Fahrzeugen aller Art gibt, sieht man jede Menge Menschen zu Fuß, die auf dem Rücken Lasten schleppen. Ich konnte mich nicht erinnern, auch nur eine Schub- oder Sackkarre gesehen zu haben. Auf dem Hinflug nach Lima saß ich neben einem jungen Belgier unterwegs zu seiner fünften Trekkingreise in Peru. Auch er berichtete beeindruckt, wie mühelos die Träger seiner Touren selbst große Lasten trugen. Ich stehe vor den Felsblöcken von Saqsaywaman, blicke auf die Ebene hinter mir und stelle mir tausende von Indianern vor, die mit Seilen riesige Gewichte bewegen. Aber wie konnte man in Zeiten ohne Megaphone unzählige Arbeiter gleichzeitig koordinieren? Jedenfalls hatten die Inka-Herrscher aufgrund ihrer ausgefeilten Administration die Möglichkeit, innerhalb von wenigen Tagen hunderttausende ihrer Untertanen zur Arbeit oder zum Krieg zu mobilisieren.

In der Nähe des berühmten Plaza de Armas, auf dem man früher Mumien der verblichenen Inka-Herrscher in Prozessionen herum trug, liegt die Stadtbibliothek. Im Gegensatz zu Klagenfurt lässt sich die Stadtverwaltung Cuscos nicht lumpen, und stellt ihren Einwohnern ein Haus des Wissens zur Verfügung. Die Größe ist bescheiden und die alten Zettelkästen passten mehr ins neunzehnte als ins einundzwanzigste Jahrhundert. Dafür gibt es einen Raum mit Internetstationen. Die Leseplätze sind überfüllt. Junge und Alte drängen sich um die Pulte und bilden teils kleine Menschentrauben. Die zerlesenen Zeitschriften sind besonders begehrt. Wer verstehen will, welche Hoffnungen Menschen auf Bildung setzen können, der besuche Bibliotheken in Entwicklungsländern.

Titicacasee

Von Cusco aus fahre ich weiter zum Titicacasee. Die Hochebene liegt auf knapp viertausend Meter. Die Klimazonen sind nach oben verschoben, weil unterhalb der Berge der Dschungel liegt. Die Bäume Perus machen sich über unsere mitteleuropäischen Baumgrenzen lustig und versammeln sich in dieser Höhe noch zu Wäldern. Spektakuläre Wolkenformationen sind zum Greifen nahe. Darunter sehe ich dasselbe Schauspiel wie in vielen anderen armen Ländern, die ich besuchte. Immer wenn ich auf Reisen sehe, wie sich die Kleinbauern mit ihren armseligen Mitteln für ihren noch armseligeren Lebensunterhalt abplagen, sei es in Zentralchina, sei es in Nordindien, sei es in Kasachstan, drängt sich mir die Frage auf, ob die Menschen nicht doch besser Jäger und Sammler geblieben wären, statt sich auf das mühselige Landwirtschaftsabenteuer einzulassen. In einem armen Land ohne Sozialhilfe ist der Kampf um das tägliche Überleben selbstverständlich für viele Millionen Menschen an der Tagesordnung.

Trist ist auch die Stadt Puno, die direkt am Titicacasee liegt. Das Erklimmen eines Hotelstockwerks ist auf dieser Höhe bereits eine sportliche Großtat. War Cusco das machtpolitische Zentrum der Inka, so ist der Titicacasee das mythologische. Die Vorfahren der Inka sollen von der Sonneninsel dort stammen. Mit einem Durchmesser von fünfundsechzig Kilometer ist der See breiter als das Land Israel an vielen Stellen. Beinahe zweihundert Kilometer lang und bis zu dreihundert Meter tief wirkt der Titicacasee wie ein Binnenmeer. Haupttouristen-Attraktion sind die aus Schilf gebauten Inseln der Uros-Indianer. Sie zogen ursprünglich auf den See, um den Kriegszügen der Inka zu entgehen. Als ich eine dieser Do-it-yourself-Inseln betrete, wird mir aber schnell klar, dass sie heute nur noch ein Erlebnispark für Touristen sind.
Authentischer ist die Insel Taquile auf der noch tausendfünfhundert Einheimische wohnen. Die vielen bereits fertigen und noch in Bau befindlichen neuen soliden Häuser zeigen uns, dass wir Tagestouristen auch dort die Wirtschaft ordentlich ankurbeln. Trotz der Rucksack- und Kulturreisenden ist die Insel noch nicht am Stromnetz angeschlossen. Auch fließendes Wasser in den Häusern ist eine Seltenheit.

Bolivien

Am tiefblauen Titicacasee entlang, hinter dem sich schneebedeckte Sechstausender erheben, fahre ich Richtung bolivianische Grenze weiter. Im sonst verschlafenen Grenzort war aufgrund eines Marktes Hochbetrieb. Kaum hatte ich mich auf der peruanischen Seite zu den grotesken Grenzformalitäten vorgeschoben, gibt es ein neues Hindernis: Eine Wasserleiche treibt friedlich auf dem Fluss und die zum bolivianischen Grenzübergang führende Brücke war vollgestopft mit enthusiasmierten Schaulustigen.

Auf dem Weg nach La Paz bietet sich ein Zwischenstopp in Tiwanaku an, auch wenn von der einst monumentalen Kultstätte nur noch rekonstruierte Reste zu sehen sind. Die Ruinen dienten über Jahrzehnte als Steinbruch für neue Bauprojekte. Der Grundriss der Akapana-Pyramide gibt eine Vorstellung über die Größe der Anlage. Das erhaltene Sonnentor von Tiwanaku zählt zu den wichtigsten erhaltenen Denkmälern des gesamten Andenraums.

Eine gute Stunde Fahrzeit später, vorbei an der gespenstisch wirkenden Millionenstadt El Alto, wo unzählige unverputzte Häuser eine ebenso trostlose wie spektakuläre Landschaft zieren, und ich stehe über La Paz, die gleich mehrere Superlative für sich beanspruchen darf. Sie ist auf dreitausendsechshundert Meter die höchst gelegene Hauptstadt der Welt. Passionierte Radfahrer sollten die Stadt allerdings meiden: Vom tiefst bis zum höchst gelegenen Viertel sind neunhundert Höhenmeter zu überwinden. Hat man Geld, wohnt man im Tal, wo man die eisigen Winde des Hochlands weniger spürt und die Temperatur bis zu zehn Grad wärmer ist als auf den Höhen Laz Paz‘. Geld mit Touristen wird in La Paz noch direkter verdient als an anderen Orten: Auf dem bunten Bauernmarkt der Stadt nehmen mir Könner ohne Federlesens mein Smartphone ab. La Paz hebt die Fremdheit der Andenkultur auf eine neue Stufe. Das Rätsel, wie sie funktioniert, kann ein kurzer Besuch dort nicht lösen. Die an den Läden baumelnden getrockneten Alpacaföten werde ich jedenfalls nicht so schnell vergessen.

Der Artikel ist als Kulturbrief in Literatur und Kritik Juli 2012 erschienen.

Nächste Station war Buenos Aires.

Und dann der Regen

Filmcasino 23.3. 2012

Spanien/Mexiko/F 2010
Regie: Icíar Bollaín

Nach meiner Bolivien-Reise im letzten Herbst wollte ich mir diesen in dem Andenland spielenden Film unbedingt ansehen, und tatsächlich frischte er viele meiner Reiseeindrücke auf.

Icíar Bollaín drehte einen vielschichtigen Film. Die Rahmenhandlung ist selbst ein Filmdreh. Es handelt sich also um eine Art Meta-Film. Die Filmcrew bricht nach Bolivien auf, um mit indigenen Statisten dort einen Film über Las Casas zu drehen, dessen faszinierendem Hauptwerk ich vor einiger Zeit ebenfalls eine Notiz widmete. Las Casas setzte sich als einer der ersten für die Rechte der Indianer ein und der fiktive Film sollte ihn ebenso portraitieren, wie die an den Indianern begangenen Grausamkeiten.

Gleichzeitig spitzt sich während der Dreharbeiten der Konflikt über die Wasserprivatisierung zu. Eine der Hauptfiguren wird zum Anführer der Wasserproteste, was natürlich die Beendigung des Films gefährdet. Bollaín gelingt es geschickt, einen Bogen von Kolumbus zu den aktuellen Problemen zu spannen, die ihre Wurzel ja in der Kolonialgeschichte haben. Gleichzeitig ist er unterhaltsam und spannend.

Wenn man dem Streifen etwas vorwerfen will, könnte es seine Überambitioniertheit sein. Ich sehe allerdings lieber überambitionierte Filme als intellektuell unterdimensionierte.

Reise-Notizen: Rio de Janeiro

Vorherige Station: Iguazu.

Die letzte Station meiner Südamerika-Reise ist Rio de Janeiro! War Buenos Aires eine quasi-europäische Kulturstadt, liegen die Qualitäten Rios auf anderen Gebieten. Um die spektakuläre Lage zu genießen, fahre ich auf mehrere Aussichtspunkte. Vom Zuckerhut ist das Panorama überwältigend: Eine Symphonie aus Buchten und Meer, angereichert mit aparten Seltsamkeiten wie einem im Zentrum liegenden kleinen Inlandsflughafen. Sogar ein U-Boot ließ sich sehen. Wäre Rio Musik, dann hätte sie vermutlich Tschaikowsky komponiert: Sehr effektvoll beim ersten Mal hören, aber oberflächlich nach genauerem Studium. Die berüchtigten Favelas liegen alle sehr malerisch an diversen Hängen. Der Blick von dort ist beeindruckend und die berühmten Strände oft nur ein paar Schritte entfernt. Ein Grund, warum die Hotels ihren Touristen dringend abraten, nach Einbruch der Dunkelheit, die Strände zu besuchen. Deren Vielzahl wirkt auf mich als sei ganz Rio in einem permanenten Badeurlaub. Einen ironischen Kontrapunkt zur schönen Sonnenwelt setzt das Tierreich: Es kreisen viele Geier über der Stadt.
In der Altstadt sind einige Gassen noch so gut erhalten (oder restauriert?), dass ich beim Flanieren tatsächlich den Eindruck hatte, durch eine alte koloniale Stadt zu schlendern. Die Klassengesellschaft ist überall sichtbar: Security allen Orts. Gitter, Alarmanlagen und Wächter sind allgegenwärtig. Bereits Angehörige des Mittelstands wohnen in burgähnlichen Einrichtungen, die besser geschützt sind als in Österreich etwa das Haus eines prominenten Politikers. Wer das aufmerksam beobachtet, sieht vielleicht auch die europäische Zukunft, wenn sich die Ungleichheit in den nächsten Jahrzehnten weiter verschärft.

Erste Station der Reise: Peru / Bolivien.

Reise-Notizen: Iguazu

Vorherige Station: Buenos Aires.

Üblicherweise zähle ich nicht zu den Menschen, die enthusiastisch durch die Natur hüpfen, zum Behufe ihrer Bewunderung. Bei meiner Reisemotivation, kommt die Natur erst weit hinter Kultur, Geschichte & Menschen. Mein Stadtmenschentum ist hier mehrfach dokumentiert. Viele Reiseziele bedienen erfreulicherweise alle diese Faktoren gleichzeitig, was die ideale Kombination ist. Der Anden-Teil dieser Südamerika-Reise ist dafür ein gutes Beispiel.

Trotz dieser Prädisposition beeindruckt mich Iguazu nachhaltig. Diese naturgewaltigen Wasserfälle liegen an der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien. Insgesamt 2,8 Kilometer lang und in den Tropen gelegen ist die Wirkung überwältigend. Dieses Video gibt einen guten Überblick. Kenner versichern, dass sowohl Niagara- als auch Viktoriafälle deutlich hinter Iguazu zurückbleiben.

Die Grenze verläuft direkt zwischen den Fällen, d.h. es gibt eine argentinische und eine brasilianische Seite, die man besichtigen kann (und soll!). In Argentinien kommt man den unterschiedlichen Blickwinkeln der Fälle näher, während man nur von Brasilien aus Panoramablicke über die gesamte Breite genießt. Das Spektakel aus tropischer Vegetation, Farben, Regenbögen und Geräuschkulisse lässt sich nicht in Worte fassen. Wer in Südamerika ist, sollte unbedingt einen Abstecher nach Iguazu einplanen. Es ist ausgezeichnet per Flugzeug erreichbar und von Buenos Aires aus, werden viele Touren dorthin angeboten.

Nächste Station: Rio de Janeiro.

Reise-Notizen: Buenos Aires

Vorherige Station: Peru / Bolivien

Von der Hauptstadt Boliviens geht es nach Buenos Aires. In 4000 Meter Höhe starten Passagierflugzeuge aufgrund der dünnen Luft nicht mehr so leicht, weshalb man besser mit wenig Treibstoff abhebt. Wir fliegen also eine halbe Stunde zu einem tiefer gelegenen Flughafen und von dort weiter nach Argentinien.

Was für ein Kontrast zu den Anden! Als sei man von Südamerika nach Europa geflogen. Buenos Aires erinnert einen an vielen Ecken an europäische Städte: An Paris etwa oder Madrid. Die Einwohner nennen sich Portenos, weil der Hafen der Stadt lange eine zentrale Rolle spielte. Unzählige Kaffeehäuser und Restaurants sowie riesige Park- und Gartenanlagen zeugen von der Lebensfreude der Portenos, die sich durch Militärdiktaturen und Staatspleiten offenbar nicht nachhaltig verderben ließ.

Architektonisch ist Buenos Aires sehr abwechslungsreich. Von pittoresken Kolonialgebäuden bis zu modernen Hochhäusern der zeitgenössischen Baumeisterprominenz ist alles vertreten. Eine riesige Fußgängerzone gibt es ebenso wie malerische Viertel (Telmo!) mit jeder Menge an Antiquitätenläden und Buchhandlungen. Einige der schönsten je gesehen Antiquariate betrat ich dort. Ich war viele Stunden zu Fuß unterwegs, was der beste Weg ist, die Stadt zu erkunden.

Enttäuschend ist La Boca, das in jedem Reiseführer prominent empfohlen wird. Das ehemalige Armenviertel mit den billigen und bunten Holzhäusern ist nur noch eine sich selbst perpetuierende Touristenattraktion. Der Weg dorthin durch die heutigen Slums der Stadt ist noch am aufschlussreichsten. Im Gegensatz zu anderen Städten Südamerikas liegen die Favelas nicht in hübscher Hanglage, sondern in der Nähe des alten Hafens. Der neue Hafen dagegen ist eines der modernsten Viertel der Stadt und wird jedem Besucher stolz präsentiert. Die Kombination aus Schiffen, Gewässer, Brücken und Skyline ist freilich auch eine höchst ansprechende.

Gespannt betrete ich auch den berühmten Friedhof Recoleta, wo die Elite der Stadt (und jene, die sich dafür halten) begraben liegt. Eine Symphonie an Skulpturen und Grabdenkmälern! Zählt zweifellos zu den faszinierendsten Schädelstätten aller bisher von mir besuchten Großstädte. Weniger beeindruckend finde ich die nationale Gemäldegalerie. Zwar bekommt man einen guten Überblick über die argentinische Kunst, aber für ein Nationalmuseum ist der Bestand ziemlich gering.

Empfehlen kann ich dagegen eine Führung durch das Opernhaus, das bis zur Fertigstellung der Oper in Sydney lange das größte auf der Südwelthalbkugel war. Das Teatro Colón braucht sich in Größe und Ausstattung vor der Wiener Staatsoper nicht zu verstecken. Im Parterre hat man sogar mehr Beinfreiheit als in vielen anderen Häusern. Kulturelle Deprivation ist für die Portenos also keine Gefahr.

Buenos Aires ist eine beeindruckende und sympathische Stadt. Wäre sie besser zu erreichen, wäre ich sicher Dauergast dort.

Nächste Station: Iguazu.

Las Casas: Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder (1542)

Nach meiner Südamerika-Reise lässt mich das Thema nicht los. Eigentlich wollte ich den berühmten Kurz gefasster Bericht von der Verwüstung der westindischen Länder noch als Vorbereitung lesen, es wurde nun eine Nachbereitungs-Lektüre.

Das Buch ist auf mehreren Ebenen faszinierend. Erstens gilt es als die wichtigste Quelle über die Behandlung der Eingeborenen durch die spanischen Eroberer. Zweitens ist es eine furiose Polemik gegen die Brutalität der Spanier aus der Feder eines berühmten Bischofs. Drittens entflammte nach dem Verfassen der Schrift im Jahr 1542 eine heftige Debatte über die Objektivität des Berichts. Das Buch zählt wohl zu den umstrittensten und heftigst bekämpften Publikationen der Geschichte. National gesinnte spanische Historiker sehen in Bartolomé de Las Casas (1485-1566) bis heute einen Verräter an der großen Zivilisationsgeschichte des spanischen Imperiums. Viertens schließlich ist das Werk für einen Reisebericht des 16. Jahrhunderts formal und inhaltlich sehr ungewöhnlich.

Um mit dem letzten Punkt anzufangen: Reiseberichte aus der frühen Neuzeit sind meist mit fantastischen Elementen angereichert. Fabelwesen sind keine Seltenheit. Las Casas Bericht ist dagegen inhaltlich realistisch in dem Sinne, dass er keinerlei fabelhafte Elemente enthält. Alles könnte sich so zugetragen haben, wie er es beschreibt. Er war bei vielen Dingen ja auch Augenzeuge, was er regelmäßig betont. Rhetorisch verwendet der Text fast durchgehend Elemente, die an Predigten erinnern. Das verleiht den anklagenden Elementen eine gehörige Wucht und trägt viel zur Wirkung des Textes bei. Die strukturellen Wiederholungen dagegen wirken auf heutige Leser monoton. Angesichts der geschilderten Bestialitäten wäre diese rhetorische Überhöhung eigentlich gar nicht notwendig gewesen:

Große und Edle brachten sie gewöhnlich folgendergestalt um: sie machten Roste von Stäben, die sie auf Gabeln legten, darauf banden sie die Unglücklichen fest, und machten ein gelindes Feuer darunter, bis sie nach und nach ein jämmerliches Geschrei erhoben, und unter unsäglichen Schmerzen ihren Geist aufgaben.
Ich kam einmal dazu, als sie vier bis fünd der vornehmsten Indianer auf solchen Rosten verbrannten. Wo ich nicht irre, so nahm ich noch zwei oder drei dergleichen Roste wahr, worauf Leute geringern Standes lagen. Sie alle machten ein gräßliches Geschrei, das dem Befehlshaber lästig fiel, oder ihn vielleicht im Schlafe störte. Er gab Befehl, man sollte sie erdrosseln; der Alguacil […] war weit grausamer als der Henker, welcher sie verbrannte; er ließ sie nicht erdrosseln, sondern steckte ihnen mit eigener Hand Knebel in den Mund, damit sie nicht schreien konnten, und schürte das Feuer zusammen, damit er sie so gemach braten konnte, wie er es wünschte.
[S. 13]

Es bleibt die Frage, ob sich diese Dinge wirklich so zutrugen, oder ob es sich um kranke Erfindungen handelt, wie die Gegner Las Casas von Anfang an behaupteten. Hans Magnus Enzensberger schlägt sich in seinem kenntnisreichen Nachwort auf die Seite Las Casas. Eines der stärksten Argumente für die Authentizität sind die vielen Details, die Las Cases korrekt beschreibt, und die er eigentlich nur wissen konnte, wenn er wirklich Augenzeuge war. Ich würde ergänzen, dass die beschriebenen Grausamkeiten ja in Teilen der Welt bis heute Alltag sind, man denke etwa an den Bürgerkrieg im Kongo.

So richtig die Details zu sein scheinen, desto fragwürdiger sind einige seiner Generalisierungen. So schreibt er fast nach jeder Schilderung der spanischen Ausrottungsbemühungen, dass die Gegend danach fast frei von Eingeborenen gewesen sei. Das behauptet er auch von Peru, wo sicher nach den „Aktivitäten“ der Spanier das Land nicht entvölkert gewesen ist. Andererseits geht die aktuelle Forschungslage davon aus, dass mindestens 80% der Einheimischen durch europäische Krankheiten in einem relativ kurzen Zeitraum starben.

Prinzipiell schließe ich mich der Auffassung Enzensberger an, dass zumindest die Essenz der beschriebenen Ereignisse wahr sein muss. Unabhängig von der Diskussion ist Las Casas Bericht eine frühe Philippika gegen barbarischen Umgang mit Fremden und alleine das sichert ihm dauerhaft seinen Platz als Klassiker.

Bartolomé de Las Casas: Kurz gefasster Bericht von der Verwüstung der westindischen Länder.

Mark Adams: Turn Right at Machu Picchu

Zu dem Buch schrieb ich bereits Mitte Oktober eine Notiz, die beim Hacken der Notizen leider verloren ging.

Eines der Bücher, die ich als Vorbereitung für meine Südamerika-Reise las. Der New Yorker Mark Adams arbeitet seit Jahrzehnten als Redakteur für Reisemagazine. Unzählige berichtende Reisende schickte er in alle Weltregionen, selbst verließ er die USA jedoch kaum. Als sein Interesse für den Entdecker Machu Picchus, Hiram Bingham, wuchs und wuchs, fasste er den Entschluss, auf seinen Spuren Peru zu bereisen. Es sei an dieser Stelle gleich gesagt, dass Bingham zwar Machu Picchu weltberühmt machte, Machu Picchu aber genau genommen nie vergessen war. Binghams Artikel und Fotos beförderte National Geographic aus der Nische der Fachzeitschriften heraus: Die Auflage vervielfachte sich. Die Legende Bingham war geboren und hält sich bis heute.

Mark Adams engagiert mit John Leivers einen Expeditionsleiter der alten Schule. Gemeinsam mit Maultieren und Trägern beginnen sie das Abenteuer. Das Buch schildert nun abwechselnd die Reiseabenteuer dieser Truppe, die Biographie und Expeditionen des Hiram Bingahm sowie die Grundlagen der Geschichte der Inka. Der aktuelle Forschungsstand und der politische Streit um die Rückgabe der nach den USA transportierten Kunstwerke kommen ebenfalls nicht zu kurz.

Das Ergebnis ist ein sehr abwechslungsreich zu lesendes Buch. Im Vergleich zu den anderen Ebenen des Buches nehmen allerdings die Reiseschilderungen Mark Adams etwas zu viel Raum ein. Die Geschichte Binghams und die allgemeinen Ausführungen sind interessanter und hätte stärker gewichtet werden sollen.

Wer nach Peru will oder sich für Machu Picchu interessiert, wird Turn Right at Machu Picchu gerne lesen.

Mark Adams: Turn Right at Machu Picchu. (Plume)

Südamerika-Reiseliteratur

In vier Ländern war ich unterwegs, was an die Reisebuch-Logistik einige Anforderungen stellt. Als Vorbereitung las ich u.a. bereits eine historische Quellensammlung über die Entdeckung Perus.

Der Schwerpunkt meiner Reise lag auf den Andenkulturen in Peru und Bolivien, weshalb mir Rolf Seelers Kunstreiseführer über diese beiden Länder, wie fast alle Bände der Reihe bisher, gute Dienste leistete. Sich nur theoretisch mit den vielen Präinkakulturen zu beschäftigen, ist nicht leicht. Sobald man aber deren Werke in Museen sah und einige Ausgrabungsstätten besichtigte, ändert sich das schnell.

Seeler hat einen exzellenten einführenden Teil geschrieben, in dem er auf die Kultur und Geschichte der beiden Andenländer eingeht. Auch der konkrete Reiseteil ist sehr informativ. Rund um den Titicacasee hätte er allerdings etwas ausführlicher sein dürfen.

Als Ergänzung hatte ich aus der Reihe C.H. Beck Wissen Berthold Rieses kleine Monographie über Machu Picchu mit. Das kleine Büchlein ist sehr kenntnisreich verfasst und auch vor Ort hoch nützlich. Erfrischend ist die an Fakten orientierte Darstellungsweise und das Aufräumen mit zahlreichen Legenden. Auch wenn keine Reise nach Peru ansteht, für alle an Archäologie Interessierten sehr empfehlenswert.

Für Buenos Aires gab ich mich dem Lonely Planet City Guide zufrieden. Er erfüllte seinen Zweck gut. Ich sah mir fast alle „Top Picks“ an, die nachvollziehbar ausgewählt waren. Wie bei der Reihe nicht anders zu erwarten, liegt der Schwerpunkt natürlich auf Praktischem, weshalb die Wissensvermittlung sehr kompakt ist.

Für die wenigen Tage in Iguazu und Rio de Janeiro gönnte ich mir nur noch den ADAC Reiseführer Brasilien, die für eine Billigreihe immer sehr solide Reiseinformationen bieten.

Rolf Seeler: Peru und Bolivien. Indianerkulturen, Inka-Ruinen und barocke Kolonialpracht der Andenstaaten (DuMont Kunstreiseführer)

Berthold Riese: Machu Picchu. Die geheimnisvolle Stadt der Inka (C.H. Beck Wissen)

Sandra Bao; Bridget Gleeson: Buenos Aires. (Lonely Planet City Guide)

ADAC Reiseführer: Brasilien. (ADAC)

Die Besiedlung Südamerikas

Die klassische Hypothese besagt, dass gegen Ende der letzten Eiszeit (13.000 – 9000 v. Chr.) der amerikanische Kontinent über die Beringstraße besiedelt wurde und sich die Menschen langsam auf dem Landweg nach Südamerika bewegten.

Neuere archäologische Forschungen bezweifeln dies. Im Süden Perus (Quebrada de los Burros) wurden zahlreiche Belege für vergleichsweise hoch entwickelte (Fischer)boote gefunden. Die naheliegende Schlussfolgerung: Die amerikanischen Ureinwohner könnten mit diesen Booten auch die Küsten entlang gefahren sein und den Kontinent wesentlich schneller besiedelt haben als bisher angenommen. Nachzulesen ist das in Spektrum der Wissenschaft 11/2002 (Klaus-Dieter Linsmeier: Fischer in der Wüste*. S. 56ff.)

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"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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