Zeitgeschehen

A Resource to help understand the events of September 11, 2001

Die Association of American University Presses hat in den Programmen ihrer Mitglieder gestöbert und eine ausführliche Literaturliste für diejenigen zusammengestellt, denen CNN zur Erklärung des Weltgeschehens nicht genügt:

AAUP Spotlight – “Books In The News” Nov. 2001 via Internetarchiv

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BBC online ausgezeichnet

Es ist immer wieder schön zu sehen, dass Preise manchmal auch Preiswürdiges auszeichnen. BBC Online hat verdientermaßen bei den IP Top Awards 2001 den Preis für den “Besten europäischen Online-Nachrichtendienst” bekommen.

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Die New York Review of Books über die Terroranschläge

Ganz gegen die virtuellen Gewohnheiten der NYRB sind bereits zwei Artikel der ersten Novemberausgabe online:

  • Stanley Hoffmann: On the War*
  • Richard L. Garwin: The Many Threats of Terror
  • * Dieser Artikel ist mittlerweile Teil des kostenpflichtigen NYRB-Archivs.

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    Österreich – ein Land der Wissenschaft

    öS 200.- Telefonbudget für Professoren: Die Zustände an den österreichischen Universitäten nehmen immer groteskere Ausmaße an. International renommierte Spitzenwissenschaftler wie die Politologen Anton Pelinka und Fritz Plasser dürfen an ihrem Institut nur noch für 200 Schilling [= DM 29.-] telefonieren. Jeder Schilling mehr wird vom Gehalt abgezogen. Pelinka nimmt es locker: “Ich schreibe halt mehr Mails.”

    (Format 21/2001)

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    Bücher für das deutsche Kanzleramt

    Nun ist ja bekannt, dass die deutsche Kulturpolitik bis jetzt nicht auf die Idee gekommen ist, anspruchsvolle Verlage bzw. wichtige Bücher zu fördern. Dass Bundesbehörden aber nicht einmal in der Lage sind, Bücher selbst zu kaufen, sondern sich auf die Großzügigkeit der Verlage verlassen, erscheint mir sehr bezeichnend für das neue Deutschland zu sein. Im Börsenblatt ist zu lesen:

    Am Vorabend des Jahrestags der Bücherverbrennung (10.Mai) hat Börsenvereinsvorsteher Roland Ulmer mehr als 800 Bücher an Bundeskanzler Gerhard Schörder übergeben, die von deutschen Verlagen gestiftet wurden. Die Sammlung ist im Büro des Bundeskanzlers und weiteren Dienst- und Repräsentationsräumen des neuen Bundeskanzleramts aufgestellt. Die Buchauswahl erweitert die traditionelle Fachbibliothek des Kanzleramts. Schwerpunkte der neuen Büchersammlung bilden die Literatur des 20. Jahrhunderts sowie grundlegende Darstellungen zu den Bereichen Religion, Soziologie, Geschichte, Zeitgeschichte, Politik, Philosophie und Kunst.

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    The New York Review of Books Nr. 8/2001

    Die heute eingetroffene neue Ausgabe zeigt einen der vielen Vorzüge dieser Zeitschrift: die fundierte politische Berichterstattung. Kluge, ausführliche Analysen komplexer Sachverhalte anstatt der gängigen Oberflächenberichterstattung.

    Einer der regelmäßigen Autoren über die Ereignisse auf dem Balkan ist Tim Judah, der sich in Greater Albania?* mit den neuesten Entwicklungen dort auseinandersetzt. Timothy Garton Ash braucht man als einen der bekanntesten politischen Publizisten eigentlich nicht mehr vorzustellen, im deutschsprachigen Raum ist er z.B. durch regelmäßige Beiträge in der SZ vertreten. In The European Orchestra* beschäftigt er sich auf mehreren Seiten mit europapolitischen Fragen.

    Und schließlich…

    * Beide Artikel befinden sich mittlerweile im kostenpflichtigen NYRB-Archiv.

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    Avishai Margalit: The Middle East: Snakes & Ladders

    Margalit schrieb in der NYRB schon mehrere gelungene Analysen zum sogenannten “Nah-Ost-Konflikt”. Seine Texte sind sehr differenziert, bemüht die Ursachen der Konflikte offen zu legen. Als in Jerusalem lebender Philosophieprofessor steht ihm sowohl das notwendige gedankliche Werkzeug zur Verfügung als auch das alltägliche Erleben des Konflikts. Vermutlich ist es diese Kombination, die Margalits Artikel so lesenswert machen.

    Links:

    * Diese Artikel sind im kostenpflichtigen Teil des NYRB-Archivs.

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    J.S. Marcus: Shadows on the Danube

    The New York Review of Books 6/2001

    Eine ausgezeichnete Einführung in die österreichische Problematik nicht nur des unappetitlichen letzten Jahres, sondern auch in die historische Entwicklung der letzten Jahrzehnte, die nun in der schwarz-blauen Regierung ihren Tiefpunkt gefunden hat. Als Aufhänger des Aufsatzes* dienen zwei Bücher: ein englischsprachiger Auswahlband mit den Memoiren Bruno Kreiskys und Christa Zöchlings Haider: Licht und Schatten einer Karriere.

    Marcus erweist sich als ausgezeichneter Kenner der hiesigen Innenpolitik, nicht nur weil er die ehemalige Sozialministerin Elisabeth Sickl treffend als “dramatically underqualified” bezeichnet, und die internationale Leserschaft mit einer ihrer bleibenden Errungenschaften bekannt macht, nämlich mit ihrer Antwort auf vielfache Kritik: “God grants abilities to those who pray for him”.

    * Der Artikel ist mittlerweile Teil des kostenpflichtigen NYRB-Archivs.

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    Robert Darnton: The Great Book Massacre

    “Double Fold: Libraries and the Assault on Paper” by Nicholson Baker

    (The New York Review of Books 7/2001)

    Nicholson Baker, eigenlich Romancier, hat eine Philippika gegen das Vernichten von Büchern und Zeitungen in amerikanischen Bibliotheken geschrieben. Wortgewaltig prangert er die Praxis an, Gedrucktes auf Mikrofilm zu bannen, und die Originale anschließend zu entsorgen. Richard Darnton, eigentlich ein auf das 18. Jahrhundert spezialisierter Historiker, rekonstruiert Bakers Argumente. Etwa dass die Prognosen des Buchzerfalls durch säurehaltiges Papier wissenschaftlich kaum fundiert, und Mikrofilme wesentlich schlechter haltbar seien als die “klassischen” Materialien.

    Darnton weist auf Bakers ziemlich undifferenziertes Geschichtsverständnis und dessen oft unnötige Polemik hin, stimmt ihm aber cum grano salis zu. Jetzt wäre es natürlich interessant zu wissen, wie gängig diese Buch-Vernichtungspraktiken auch in europäischen Bibliotheken sind. In den USA kommt man inzwischen erfreulicherweise wieder davon ab.

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    James M. McPherson: Southern Comfort

    The New York Review of Books 6/2001

    Geschichtslügen scheinen eine solide anthropologische Basis zu besitzen, offenbar gibt es kaum eine Gesellschaft, die ohne sie auskäme. Ein mir bis heute unbekanntes Beispiel ist die Lost-Cause-Ideologie in der Folge des amerikanischen Bürgerkriegs. McPherson bespricht* einige Neuerscheinungen zu diesem Thema. Bereits kurz nach dem Krieg begannen Südstaatler die eigentliche Kriegsursache zu leugnen: Nicht die Abschaffung der Sklaverei sei ursächlich gewesen, sondern der Kampf für “states’ rights”, also Verfassungsangelegenheiten. Diese Geschichtsverfälschung ist in gewissen Kreisen der USA immer noch sehr populär, so bei den Sons of Confederate Veterans. Eigenartige Vereine scheint es nicht nur in Österreich und Deutschland zu geben :-)

    Ansonsten erfährt man so manches darüber, wie komfortabel sich die Sklavenbesitzer vor der Wahl Abraham Lincols in den amerikanischen Verfassungsinstitutionen eingenistet hatten.

    * Die Rezension ist mittlerweile Teil des kostenpflichtigen NYRB-Archivs.

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