Wien

|<..2345..25..>|

Oberes Belvedere: Die neue Hängung

Das Obere Belvedere beherbergt die zweitwichtigste “klassische” Gemäldesammlung in Wien nach dem Kunsthistorischen Museum. Der Bestand erstreckt sich vom Mittelalter bis zur klassischen Moderne (Klimt!). Vor einiger Zeit ordnete man die Bilder neu an. Heute hatte ich die erste Gelegenheit, die neue Hängung anzusehen. Der kleine mittelalterliche Bereich im Erdgeschoss blieb meiner Erinnerung nach gleich. Dort ist der großartige Znaimer Alter (ca. 1440-1450) zu sehen. Ein holzgeschnitzter Flügelaltar mit einer für diese Epoche überraschenden Fülle an realistischen Figuren, die nur ein großer Menschenkenner geschaffen haben kann.

Ging man früher durch das Museum, hatte man am Ende den Eindruck, man hätte vor allem (zu) viel Biedermeier-Malerei gesehen. Das neue Konzept beugt diesem ungerechten Urteil vor. Die Anordnung ist zwar nach wie vor chronologisch. Sie wurde aber durch thematische Zusammenstellungen samt Erläuterungen ergänzt. Das macht einen Rundgang abwechslungsreicher und informativer als bisher. Gleichzeitig wurden viele Werke aus dem Depot geholt. Man erkennt sie an einem roten Ausrufezeichen neben der Beschreibung. Das neue Ausstellungskonzept ist sehr überzeugend. Selbst ohne Bilder wäre freilich das fulminante Gebäude des Lukas von Hildebrandt eine Besichtigung wert. Übrigens ist diese Kunstsammlung einer der seltenen Orte, wo man in Ruhe einen van Gogh ohne Menschentrauben ansehen kann.

Flattr this!

Dantes Vision

Dommuseum 8.11.

Wenn ich irgendwo “Dante” lese, renne ich natürlich sofort in diese Richtung, selbst wenn sie mich ins Wiener Dommuseum führt. Die Göttliche Komödie zählt zu meinen Lieblingsbüchern, einige Notizen darüber gibt es selbstverständlich auch.

Ziel der Ausstellung mit dem Untertitel Durch die Hölle zum Licht ist es, künstlerische Auseinandersetzungen mit dem berühmten Buch aus dem 20. und 21. Jahrhundert zu zeigen. Im Mittelpunkt steht der Zyklus des deutschen Malers Theodor Zeller (1900 – 1986). Dessen figürliche Ästhetik wird freilich weder der Großartigkeit des Textes noch der Komplexität von dessen Inhalten gerecht. Es handelt sich um eine unreflektierte Illustrationsmalerei, welche die Grenze zum Kitsch nicht nur streift.

Ganz anders die wenigen Arbeiten des Russen Valery Kharitonov. Hier ist die Hölle so plastisch auf die Leinwand gebracht, dass sie teilweise wegen des dicken Farbauftrags reliefartig wirken. Wenigstens witzig sind die Bilder Markus Vallezas. So versucht er beispielsweise das Paradies in einer einzigen, hoch verdichteten Radierung zusammenzufassen, wobei die einzelnen Stationen durchnummeriert sind. Er nennt das Werk Himmelspizza.

Der Besuch der Ausstellung ist vor allem aus Meta-Interesse empfehlenswert. Zumindest mir war diese – teils fragwürdige – Art der Dante-Rezeption bisher unbekannt. Gleichzeitig bekommt man einen kunsthistorischen Einblick, wie weit heruntergekommen die katholische Kunst des 20. Jahrhunderts sein muss, wenn Maler wie Theodor Zeller auf das Podest gehoben werden müssen. Eine erbärmliche Sache, wenn man bedenkt, welche Meisterwerke der Katholizismus vom Mittelalter bis zum Barock inspirierte. (Bis 28.1.)

Flattr this!

Angelo Soliman: Ein Afrikaner in Wien

Wien Museum 1.10.

Der Name “Soliman” begegnete mir zum ersten Mal als ich Musils Mann ohne Eigenschaften las. In ihm spielt Soliman, ein jugendlicher schwarzen Diener des Industriellen Arnheim, eine wichtige Nebenrolle. Recherchen ergaben schnell, dass Musil damit auf den berühmtesten Wiener Migranten des 18. Jahrhundert anspielte: Angelo Soliman (ca. 1721-1796). Der Kindersklave landete nach Zwischenstationen am Hofe des Fürst Liechtenstein. Dort wurde er respektvoll behandelt, was freilich an seiner Rolle als exotischer Hofaufputz nichts änderte. Trotz des am Ende seines Lebens vergleichsweise hohen sozialen Status, wurde sein Leichnam beschlagnahmt und ausgestopft: Soliman landete als Präparat im Naturalienkabinett des Kaisers.

In Wien ist diese Geschichte sehr bekannt und das Wien Museum hat nun dem Leben Solimans eine höchst sehenswerte Ausstellung gewidmet. Sie zeigt nicht nur anhand diverser Exponate und Quellen sehr anschaulich die Lebensstationen des Afrikaners. Ein Teil der Schau widmet sich auch dem kulturellen und historischen Nachwirken. Am Ende äußern sich in Wien lebende Afrikaner via Video zu Soliman und berichten eindrücklich über ihre Erfahrungen in der Stadt. (Bis 29.1.)

Flattr this!

Arthur Schnitzler: Das weite Land

Burgtheater 7.10.

Regie und Bühne: Alvis Hermanis

Friedrich Hofreiter, Fabrikant: Peter Simonischek
Genia, seine Frau: Dörte Lyssewski
Anna Meinhold-Aigner, Schauspielerin: Corinna Kirchhoff
Otto, ihr Sohn: Lucas Gregorowicz
Doktor von Aigner, der geschiedene Gatte der Frau Meinhold: Michael König
Frau Wahl: Kirsten Dene
Erna, ihre Tochter: Katharina Lorenz
Doktor Franz Mauer: Falk Rockstroh

Die Wiener Gazetten ließen kein gutes Haar an Alvis Hermanis neuer Inszenierung. Das Wiener Publikum hatte ebenfalls wenig Freude daran. Die Premiere wurde ausgebuht und auch gestern waren die Reihen nach der Pause bereits arg gelichtet. Nun lehnen die Wiener gerne reflexartig Neues ab, was sich paradigmatisch am konservativen Operngeschmack zeigt, und schon zu Mozarts Zeiten gut dokumentiert ist.
Hermanis hatte eine wirklich originelle Regie-Idee: Das weite Land als Film Noir auf die Bühne zu bringen. Handwerklich setzte er diesen Einfall exzellent um: Bühnenbild, Figuren und Kostüme sind alle in grau gehalten. Das Spiel mit Licht und Schatten erinnert an die ikonographischen Filme mit Bogart & Co. aus den vierziger Jahren. Der vier Stunden lange Abend wird durch einen gut ausgewählten Soundtrack unterstützt. Auf dieser Ebene betrachtet, funktioniert Hermanis Theaterkunst ausgezeichnet. Die Inszenierung ist stimmig, geschmackvoll und optisch eine Augenweide.
Warum Hermanis mit seinem Projekt auf hohem Niveau scheitert, liegt also nicht an seiner theatralischen Kompetenz, sondern hängt eng mit der Eigenart der schnitzlerschen Ästhetik zusammen. Auf dem Feld der Kunstproduktion ist kaum etwas schwieriger als die Transponierung eines Werks in ein anderes Genre oder gar andere Kunstform. Die Zahl der gescheiterten Literaturverfilmungen sind Legion. Hermanis wagte nun das Experiment einer Verfilmung auf dem Theater samt Genrewechsel. Selbst bei hoher Stoffkompatibilität wäre dies eine enorme Herausforderung gewesen. Mit einem Stück feinziselierter psychologischer Theaterliteratur ist es aber ein Ding der Unmöglichkeit. Hermanis hat nämlich zurecht großen Respekt vor dem Text, was den Abend auch so lang macht. Schnitzler als Film Noir hätte aber nur als radikales Regietheater funktionieren können, was tiefe dramaturgische Eingriffe erfordert hätte.
Schnitzlers Stücke leben von der psychologischen Subtilität, den fein ausbalancierten Dialogen und den vielschichtigen Figuren. Ein überzeugender Film Noir lebt von psychologischer Vereinfachung, prägnanten Dialogen und holzschnittartigen Helden. Ein vierstündiger Film Noir wäre schwer vorstellbar. Ein Übersetzungsversuch vom einen in das andere war selbstverständlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Gutes Theater lebt nun aber vom Experiment. Selbst Geheimrat Goethe hat als Direktor der Weimarer Bühne immer wieder Neues ausprobiert. Hermanis Schnitzler-Inszenierung scheitert, aber sie scheitert auf hohem Niveau. Ein sehenswerter Theaterabend, der zahlreiche ästhetische Reflexionen auslöst.

Flattr this!

Goethe und Zelter: Briefwechsel

Goethes Briefwechsel mit Schiller zählt zu meinen Lieblingsbüchern. Trotzdem las ich erst jetzt die berühmte zweite Korrespondenz mit dem Berliner Komponisten Carl Friedrich Zelter (1758-1832). Eine Grund dafür war der Umfang: Die beiden wechselten 30 Jahre lang Briefe, was in der Münchner Ausgabe einen 1200seitigen Band ergibt. Dazu kommt ein ebenso dicker wie kenntnisreicher Kommentarband.

Zelter war Goethes Ansprechpartner für Musikalisches. Er vertonte regelmäßig dessen Lyrik und lieferte jede Menge Auftragskompositionen nach Weimar, nicht zuletzt für das von Goethe geleitete Theater. Die Musik ist damit der Generalbass des Briefwechsels. So ist es kein Zufall, dass Goethes Schilderung seines einzigen Zusammentreffens mit Beethoven für Zelter geschieht. Schnell entwickelt sich eine enge Brieffreundschaft. Zu Beginn ist Zelter hier natürlich der sich geschmeichelt Fühlende und auch der um die Gunst des berühmten Freundes buhlende Briefpartner. In Laufe der Jahre emanzipiert sich die Beziehung allerdings, wenn Zelter auch nie auf intellektueller Augenhöhe wie Schiller mit Goethe kommuniziert.

Erwartungsgemäß sind die Briefe eine biographische Fundgrube für an Goethe Interessierte. Die Hauptfigur der Korrespondenz ist aber Zelter. Wir lernen einen Berliner Intellektuellen der Goethe-Zeit in seinem Umfeld kennen: Seine musikalischen Projekte, seine Erfolge und Niederlagen als Kulturmanager, seine zahlreichen privaten Tragödien, seine Selbstzweifel am eigenen Werk, seine finanziellen Probleme. Als Zugabe bekommt man das Berliner Kulturleben durch einen kompetenten Beobachter geschildert. Und welchen Beobachter! Zelter schildert etwa Berliner Theateraufführungen mit einem brillanten süffigen Sarkasmus, aufgrund dessen man seine Kritiken sogar über heute völlig vergessene Stücke gerne liest. Damit entwickelt er sich rasch zu Goethes privaten Kulturkorrespondenten aus dem großen Berlin. Gleichzeitig stellt er die Versorgung des Freundes mit den unverzichtbaren Teltower Rübchen sicher, die pünktlich jeden Herbst nach Weimar expediert werden.

Ein weiterer Höhepunkt ist Zelter als Reiseschriftsteller. Gerade im Alter reist er öfters durch Deutschland und unterhält Goethe und uns mit großartigen Berichten. Als Beispiel Auszüge über seinen Aufenthalt in Wien im Sommer 1819:

Man sieht hier recht warum dies Volk nicht politisch ist. Es will jede Minute leben und genießen und das tuts. Die Politik kommt von der langen Weile und geht zur langen Weile [...]

Das österreichische Volk ist von der gefälligsten Naivität und scheidet sich so rein ab von den sogenannten höheren Ständen, daß diese im eigentlichen Nachteil erscheinen. Wenn z.E. das österreichische Deutsch kein gutes Deutsch wäre, so ist es doch gewiß eine Sprache worin man sich mit einer Leichtigkeit bewegt wie der Fisch im Wasser [...]

Letzhin ist Bethofen in sein Speisehaus gegangen; so setzt er sich an den Tisch, vertieft sich und nach einer Stunde ruft er den Kellner: Was bin ich schuldig? – Ewr. Gnaden haben noch nichts gessen, was soll ich denn bringen? – Bring was Du willst und laß mich ungeschoren! – [...]

In Wien kann man alles finden nur keine Langeweile. Wer sich hergeben will findet die wahre Menschheit [...] Die Bevölkerung ist unendlich: viele geistliche Orden, alle Nationen, alle Frauen alles alles, Alt und jung ist überall, man weiß nicht wo die Menschen alle herkommen, hingehen und doch geht jedes seinen Gang. Die Kirchen sind den ganzen Tag voll. Sonnabend war das Leopoldsstädter Theater so angefüllt daß man die Füße nicht setzen konnte [...]

Von der Schönheit der griechischen Frauen welche man hier nicht selten sieht wäre viel zu sagen: es ist das Edelste was meine Augen gesehn haben. Die vollkommenste Klarheit der Karnation; Gliederbau, Embonpoint, Portement – alles das sind Worte, man muß es sehen. Und Augen – ja da kriegt man Augen. Dafür sehn denn die Kerls aus wie große Spanferkel. Daß solch ein Kerl solch ein Weib unter sich haben soll!

Goethe ließ die Reisebriefe immer wieder ins Reine schreiben und als Broschüren binden. Ich habe es sehr genossen, die Sommermonate in Gesellschaft von Goethe und Zelter zu verbringen. Für Klassikerfreunde eine Pflichtlektüre.

Goethes Briefwechsel mit Zelter. (Münchner Ausgabe, Hanser)

Flattr this!

Stefan Winterstein: Die Strudlhofstiege

Die Strudlhofstiege ist dank des gleichnamigen Romans Heimito von Doderers zu einer nicht nur zu einer literarischen Ikone Wiens geworden. In dem schönen, kleinformatigen Bildband beleuchten mehrere Autoren diese berühmte Treppenanlage von vielen Seiten. Natürlich wird ausführlich auf den verantwortlichen Architekten Theodor Johann Jaeger (1874-1943) eingegangen und auf die Geschichte des Bauprojekts. Aber auch dessen Vorgeschichte und die Namensgebung wird behandelt. Die Eröffnung der Stiege fand 1910 statt. Jahrelang erregt die Anlage keine größere Aufmerksamkeit, was sich erst 1951 nach Erscheinen des Romans änderte. Wer also daran zweifelt, dass Literatur “Orte” machen kann, der hätte hier ein prominentes Beispiel. Die Baupläne sind ebenso im Band zu finden wie zahlreiche Fotos. Auch frühere Texte über den Ort werden erneut abgedruckt, etwa einer von Dietmar Grieser.

Ein sehr schönes und erfreuliches Buchprojekt.

Stefan Winterstein (Herausgeber): Die Strudlhofstiege. Biographie eines Schauplatzes (Bibliophile Edition)

Flattr this!

Shakespeare: Richard II.

Burgtheater 7.6.
Eine Produktion des Berliner Ensembles

Regie: Claus Peymann

Herzogin von Gloster, ein Fräulein, Herzogin von York: Maria Happel
Herzog von Gant, Bischof von Carlisle: Martin Schwab
Heinrich Bolingbroke, sein Sohn: Veit Schubert
König Richard II.: Michael Maertens
Königin Isabel: Dorothee Hartinger

Das Burgtheater hatte in den letzten Jahren keine gute Hand mit Shakespeare-Inszenierungen. So ist es bezeichnend, dass der beste Shakespeare seit langem eine Gastproduktion des Berliner Ensembles ist. Es handelt sich um eine “Wiener Produktion” mit Burgschauspielern, die regulär auf dem Spielplan steht. Peymann gehört zu den Regisseuren, die einen genuinen Zugang zur Literatur haben. Bekanntlich ist das nicht mehr bei allen Theaterleuten der Fall heutzutage.

Dieser Richard II. ist Literaturtheater im besten Sinn. Peymann setzt auf die Wirkung von Shakespeares Sprache (in einer guten Übersetzung von Thomas Brasch). Monologe und Szenen, speziell die mit Richard II., werden deshalb meist sehr geruhsam ausgespielt. Gerade bei diesen “langsamen” Szenen bleibt die Spannung trotzdem sehr stark. Maertens legt seinen Richard II. interessant an: Einerseits als etwas hilflosen Tolpatsch (durchaus mit komischen Elementen), andererseits spielt er den existenziell-tragischen Part sehr gut aus. Die Inszenierung arbeitet mit einigen Stilisierungen (weiß geschminkte Gesichter), aber die Gesamtwirkung ist durchaus stimmig. Ab und an gute Inszenierungen von anderen Häusern zu übernehmen, ist jedenfalls eine exzellente Idee, die das Wiener Theaterleben bereichert.

Flattr this!

Zwischenfälle

Akademietheater 1.6.

Regie: Andrea Breth

mit
Andrea Clausen
Corinna Kirchhoff
Elisabeth Orth
Johanna Wokalek
Gerrit Jansen
Roland Koch
Markus Meyer
Hans-Michael Rehberg
Udo Samel
Peter Simonischek

Andrea Breth halte ich für eine der besten Gegenwarts-Regisseurinnen und war deshalb sehr auf ihr neues Projekt gespannt. Das dramaturgische Konzept ist denn auch sehr ungewöhnlich: Es wird eine Menge grotesker Kurzszenen von Autoren wie Daniel Charms auf die Bühne gebracht. Der Abend dauert fast dreieinhalb Stunden, an dem sich eine Szene an die andere reiht. Es gibt zwar übergreifende Themen, Motive und Orte, aber das reicht bei weitem nicht aus, um der Inszenierung die Kohärenz eines klassischen Theaterabends zu geben.

Wer ein übergreifendes Thema sucht, muss eine Stufe abstrakter Denken: Groteske und Absurdität regiert den Abend, vor allem im zwischenmenschlichen Bereich. Man wird nicht nur oft an Monty Python erinnert. Letzteres vor allem auch durch den ebenso furiosen wie hoch komischen Körpereinsatz der durch die Bank brillanten Schauspieler. Wer nicht glaubt, dass man das “Ministry of Silly Walks” noch toppen kann, der sollte sich Zwischenfälle ansehen.

Passend zum hohen Tempo die Bühnentechnik: Viele unglaublich schnelle Umbauten. Einwenden könnte man vielleicht, dass der Abend für dieses Konzept dann doch etwas zu lang geraten ist. Persönlich finde ich es schade, dass man Andrea Breth nicht mit einem großen Klassiker betraut hat. Sie inszeniert so wenig in Wien, dass man diese Gelegenheiten nicht an solche originellen Abende “verschwenden” sollte.

Flattr this!

Ausstellungen in Wien

Liechtenstein Museum 31.5

Bruegel, Rubens, Jordaens…
Meisterwerke europäischer Malerei aus der Hohenbuchauch Collection

Ägypten für Daheimgebliebene. Norbert Bittners Phantasien vom Land am Nil aus der Zeit des Biedermeier

Nach dem Besuch der Strudlhofstiege ging ich spontan nach längerer Zeit wieder ins Palais Liechtenstein, wo im Moment zwei Ausstellungen zu sehen sind. Die erste zeigt eine erstklassige Sammlung mit Gemälden aus dem 17. Jahrhundert, wobei alle Genres vertreten sind. Die Hängung ist sehr dicht (mehrreihig) und man muss die Bilder anhand von Erläuterungstafeln identifizieren, was museumsdidaktisch sicher nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Angesichts der Vielzahl guter Bilder, nahm ich das aber gerne in Kauf. (Bis 2o.9.)

In der Bibliothek des Palais kann man die Aquarellserie des Norbert Bittner über Ägypten bewundern. Dass Bittner nie selbst in Ägypten war, sondern seine fiktive Bilderreise aus den gängigen Bildquellen seiner Zeit zusammenstellte, gibt dem Ganzen eine pikante Note. Das Bibliotheksambiente ist ein sehr eindrucksvoller Rahmen für die Ausstellung. (Bis 20.9.)

Kunsthistorisches Museum 2.6.

Dürer – Cranach – Holbein
Die Entdeckung des Menschen: Das deutsche Porträt um 1500

Die Geschichte des Portraits fand ich nicht nur kunsthistorisch immer schon faszinierend, sondern auch “anthroplogisch”. Verrät es doch, trotz aller Konventionen, viel darüber, wie sich Menschen in der Vergangenheit selbst sahen und gesehen werden wollten. Die neue Schau im KHM bietet dem Betrachter nun die Möglichkeit, sich umfassend über den Beginn der neuzeitlichen Porträtkunst in Deutschland zur Dürerzeit zu informieren. Zusätzlich zu vielen Bildern aus dem Haus wurden hochwertige Leihgaben u.a. aus Berlin und London eingeflogen. Zu sehen, wie die formalisierten Darstellungen des Spätmittelalters durch “lebendige” Menschen abgelöst werden, ist sehr erhellend. (Bis 4.9.)

Wien Museum 3.6.

Der Dombau von St. Stephan -
Die Originalpläne aus dem Mittelalter

Im Haus am Karlsplatz ist eine sehr instruktive Schau dem Wiener Stephansdom gewidmet. Zu sehen sind nicht nur viele Originalpläne der damaligen Baumeister, sondern die einzelnen Stationen geben einen ausführlichen Einblick in das “Projekt” Dombau. Wer waren die Auftragsgeber? Wie wurde der Bau finanziert? Wie war die Baustelle organisiert? etc.
Zusätzlich haben die Kuratoren Ansichten der Kathedrale zusammengetragen, von alten Gemälden bis hin zu neuen Souvenirs. Für an Wien Interessierte ein Pflichttermin. (Bis 21.8.)

Flattr this!

Egon Schiele: Selbstporträts und Porträts

Unteres Belvedere 30.5.

Viel, vermutlich zu viel Impressionismus und Expressionismus sah ich den letzten 10 Jahren. Dass Schiele zu den besten “Expressiven” gehört, läßt sich noch bis 13. Juni in der Orangerie des Belvedere verifizieren. Zu sehen sind dort viele seiner Selbstporträts, abwechselnd mit diversen gemalten und gezeichneten Porträts. Die Bilder sind chronologisch sortiert, so dass man Schieles Entwicklung vom mit sich selbst beschäftigten jungen Mann bis zu seinen reiferen Phasen Revue passieren lassen kann. So geballt ausgestellt, tritt die Monomanie des Künstlers besonderns stark hervor. Aber er reflektiert auch andere soziale Situationen, wenn er etwa unglaublich ausdrucksstark die Ausdruckslosigkeit einer jungen Familie malt.

Flattr this!

|<..2345..25..>|
  • RSS Feed for Posts
  • RSS Feed for Comments
  • Twitter
  • XING
  • Facebook

Flattr

Wer mag, kann die Notizen durch "flattern" unterstützen.

Aktuell in Arbeit