Kategorie: Literaturwissenschaft

Der gefährliche „Ulysses“

Völlig zu Recht nennt Kevin Birmingham seine literaturgeschichtliche Studie The Most Dangerous Book: The Battle for James Joyce’s “Ulysses”. Darin geht er der peinlichen Publikationsgeschichte dieses großen Romans nach. Wie sehr ich das Buch schätze, kann man in meiner Ulysses-Notiz nachlesen. Eine kenntnisreiche Rezension der Neuerscheinung liefert The Economist: Mr Birmingham’s descriptions of the fight…
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Die zensierten Stellen aus Bernhards „Die Ursache“

Ich hatte auf meiner alten Notizenseite die zensierten Stellen aus Thomas Bernhards autobiographischer Erzählung Die Ursache online. Nachdem Suchanfragen bisher ins Leere liefen, sind sie hier wieder. Die Qualität ist nicht perfekt, aber man kann es lesen: P.S. Für die Jugend: Das habe ich vor etwa 25 Jahren mit einer sogenannten „Schreibmaschine“ geschrieben. Die unzensierte…
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Karlheinz Rossbacher: Lesen und Leben

Karlheinz Rossbacher prägte bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2008 Generationen von Salzburger Germanistikstudenten. Ich zähle selbst dazu: Nicht nur besuchte ich in den neunziger Jahren eine Reihe von Rossbachers Seminaren, er betreute auch meine Diplomarbeit und meine Dissertation. So sind einige literarische Themen seines neuen Buches für mich alte Bekannte. Erwähnt sei seine Vorliebe…
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Neue James-Joyce-Biographie

Gordon Bowker schrieb eine neue Biographie über James Joyce. Ein willkommener Anlass für Fintan O’Toole in der New York Review of Books einen lesenswerten Essay über den berühmten Iren zu schreiben: Joyce: Heroic, Comic. Joyce wird bekanntlich gerne als Literaturheiliger stilisiert. O’Toole nimmt diese Mythen kritisch unter die Lupe: Much of it, however, is nonsense.…
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Joyce Carol Oates über Charles Dickens

Für die New York Review of Books No. 13/2012 schrieb Joyce Carol Oates den lesenswerten Essay The Mystery of Charles Dickens. Anlass ist Claire Tomalins neue Dickens-Biographie, die auch bei mir einen prominenten Platz in meinem Stapel ungelesener Bücher einnimmt. Is Dickens the greatest of English novelists? Few would contest that he is the most…
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Die feinen Unterschiede

[Aufmacher des von mir 1999 herausgegebenen Dossiers Literatur und Internet in Literatur und Kritik Nr. 339/340 (November 1999). Bisher als Notiz nicht verfügbar und deshalb reanimiert.] Über das Verhältnis von Literatur und Netzliteratur I. Neue Medien waren immer schon ein dankbarer Spielplatz für unterbeschäftigte Theoretiker. So ist es nicht verwunderlich, daß sich auch das Internet…
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Oliver Pfohlmann: Robert Musil

Robert Musils Leben und Werk in Kürze darzustellen gehört sicher zu den schwierigeren Aufgaben der Literaturwissenschaft. Einerseits bedarf der komplexe intellektuelle Gehalt seiner Werke genügend Raum, andererseits ist die Forschungslandschaft eine unübersichtliche. Alleine zum umfangreichen Nachlass, der zum Verständnis vor allem des Mann ohne Eigenschaften (Notiz) unverzichtbar ist, sind dicke Monographien erschienen. Pfohlmann gelingt beides…
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Frank Kermode: The Age of Shakespeare

Kermodes übersichtliches Werk über einen meiner Lieblingsklassiker ließ ich mir als Hörbuch vorlesen. Man kategorisiert The Age of Shakespeare am besten als Einführung. Kermode macht den Leser auf eine erfreulich unprätentiöse Weise mit den wichtigsten Fakten bekannt, die man wissen sollte, wenn man sich mit Shakespeares Dramen beschäftigt. Kermode erläutert den historischen Kontext ebenso wie…
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Robert Musil, Kakanien und die Literaturwissenschaft

Der Salzburger Literaturwissenschaftler Norbert Christian Wolf legte kürzlich sein opus magnum über Robert Musil vor. „Magnum“ darf hier auch wörtlich genommen werden, ist das Buch doch mehr als 1200 Seiten dick: Norbert Christian Wolf: Kakanien als Gesellschaftskonstruktion. Robert Musils Sozioanalyse des 20. Jahrhunderts (böhlau) Der ORF zeichnet sich üblicherweise nicht durch eine fundierte Literaturwissenschaftsberichterstattung aus.…
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Biographie über Grimmelshausen

Jetzt hätte ich beinahe übersehen, dass vor einigen Monaten eine umfangreiche neue Biographie über Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1622-1676) publiziert wurde, dessen Simplicissimus Teutsch einer der erstaunlichsten Romane deutscher Sprache ist. Geschrieben von Heiner Boehncke/Hans Sarkowicz erschien das Buch in der Anderen Bibliothek unter dem Titel Grimmelshausen. Leben und Schreiben. Vom Musketier zum Weltautor.…
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