Thomas-Mann-Ausgabe erst im Frühjahr
Eine Mail von meinem Buchhändler:
Betreff: Subskription “Thomas Mann – Große Kommentierte Frankfurter Ausgabe”
Sehr geehrter Herr Köllerer,
wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass sich der Erscheinungstermin der Subskription “Thomas Mann (GKFA)” auf Frühjahr 2002 verschoben hat. Grund dafür sind technische Probleme bei der Produktion.
Sobald der erste Band bei uns eintrifft werden Sie von uns benachrichtigt.
Mit freundlichen Grüßen
Es würde mich allerdings sehr wundern, wenn es sich tatsächlich um technische Probleme handelt, viel wahrscheinlicher ist, dass die Edition der ersten Bände länger dauert als geplant.
Addendum Jan. 2010: Die ersten Bände der GKFA [koellerer.de] erschienen schlußendlich im Juni 2002.
Neue Gutzkow-Ausgabe
Der Oktober Verlag kündigt eine neue, historisch-kritische Ausgabe der Werke Karl Gutzkows an, ein Unternehmen, das zweifelsfrei Sympathie verdient. Möge es im Gegensatz zu vielen anderen Editionen über die ersten beiden Bände hinauskommen!
Weiterführender Link: Gutzkow Digitale Gesamtausgabe
Fick, Monika: Lessing-Handbuch
“Leben – Werk – Wirkung” (Amazon Partnerlink)
Stuttgart u. Weimar: Metzler 2000. (Rezensiert von Sikander Singh auf IASL.)
Die beiden neuen Übersetzungen des “Moby Dick”…
… sind Gegenstand einer ausführlichen Rezension von Uwe Pralle in der NZZ [Perlentaucher.
Lutz-W. Wolff: Heimito von Doderer
rororo Monographie (Amazon Partnerlink)
Von der Lektüre “Der Dämonen” angeregt, las ich zum zweiten Mal diese solide Einführung in Doderers Leben & Werk. Beides wird in einem ausgewogenen Verhältnis behandelt und Doderes ästhetische Vorstellungen kommen dabei nicht zu kurz. Als Auftakt für eine ausführlichere Beschäftigung mit dem Autor sehr geeignet.
Neue Thomas-Mann-Ausgabe
Wie konnte mir das entgehen: Ab Herbst erscheint eine neue Ausgabe der Werke Thomas Manns, die “Große kommentierte Frankfurter Ausgabe. Werke, Briefe, Tagebücher” (GKFA). Als Auftakt sollen die “Buddenbrooks” publiziert werden. Geplant sind 58 Bände.
Hier Links zu weiterführenden Informationen:
Wendell V. Harris: Poststructural Theorizing and Hollow Dialectic
Philosophy and Literature 2/2000
Thematisch schließt dieser kleine Aufsatz an die gestrige Notiz über die Fragwürdigkeiten des New Historicism an, auch wenn er theoretisch allgemeiner gehalten ist. Wendell V. Harris ist einer der bekanntesten amerikanischer Kritiker des poststrukturalistische Theoriewesen, und gab beispielsweise den empfehlenswerten Sammelband “Beyond Poststructuralism” (1996) heraus.
Hier beschäftigt er sich mit der Frage, warum die Kritik am Poststrukturalismus oft so schwierig ist:
There are at least four major difficulties in exposing the absurdities one is likely to encounter in PT [=poststructural theorizing]. To begin with, scholars aware of the dangers of applying formulations valid in one field to phenomena of a quite different field of study are understandably wary of expressing criticism of those portions of a theorist’s work that draw on disciplines in which they lack full competence. Thus for instance conscientious psychologists, physicists, or linguists hesitate to go beyond their fields in criticizing the high-flying interdisciplinarity of practioners of PT
[...]
Second, convincing demonstration that a theorist has misunderstood or misused concepts drawn from a particular field of knowledge is likely to depend on the reader having just the kind of background in that field that the errant theorist lacked.
Third, given that contemporary theorists appear to thrive on obscurity, it becomes difficult to target the precise meaning of a PT text. Fourth, in that much of what seems exaggerated, unsound, undocumented, or confused in the work of poststructural theorists is merely part of an overall argument, a part whose relevance to the main argument is not always clear [...] [S. 425 / 426]
Frank Kermode: Art Among the Ruins
(The New York Review of Books 11/2001)
Der Artikel* setzt sich ausführlich mit dem sogenannten New Historicism auseinander, einer literatur”wissenschaftlichen” Methode, die in den achtziger Jahren von Stephen Greenblatt ins Leben gerufen wurde und eine Variante der postmodernen “Methoden”bildung darstellt.
Die Grundthese dieser Richtung besagt, dass alle historischen Phänomene einer Zeit mit allen anderen in Beziehung stehen und dass es deshalb sinnvoll sei, scheinbar disparate Bereiche so zu verbinden, dass ein Erkenntnisgewinn entsteht. Dass historisch alles mit allem “irgendwie” in Verbindung steht, ist banal. Aber es war immer schon eine bewährte Strategie postmoderner Theoriebildung, Banales mit Absurden zu verbinden, um den Eindruck der Originalität zu erzielen. Originialität als Ziel der Wissenschaft hat in diesen Kreisen längst das viel langweiligere Ziel der Wahrheit abgelöst.
Frank Kermode diskutiert diese Schule anhand zweier neuer Bücher: Einen von Catherine Gallagher und Stephen Greenblatt herausgegebenen Sammelband mit dem Titel “Practicing New Historicism” (University of Chicago Press) und “Shakespeare After Theory” von David Scott Kastan, der nichts weniger will als einen neuen post-New Historicism einzuführen. Der Rezensent geht ausführlich auf repräsentative Analysen ein, betont deren Originalität, kann jedoch immer fundamentale Argumentations- und Denkfehler nachweisen. Wie so oft ist eine Ursache für die wissenschaftlichen Mängel das selbstverliebte Ausblenden von Tatsachen, die der eigenen Interpretation entgegenstehen. Deshalb zieht Kermode folgendes Fazit:
Kastan remarks that orthodox historians—historians de métier—find it hard to take the New Historicism seriously, and it seems unlikely that they will bother much about this post-New Historicism. An interest in fact is admirable, but theory has given it perhaps too much license, for all fact is now somehow interrelated; text and context are “imbricated” (i.e., overlapping, as with fish scales) so that one can say almost anything and claim its relevance to whatever is being talked about. Much intelligence and much scholarly labor is thus thrown away; while the plays themselves, puritanically denied “aesthetic” attention, are, like the theaters in 1642, declared off-limits.
* Teil des kostenpflichtigen NYRB-Archivs.
Aktualisiert: Neu aufgenommen…
…in die Linkliste:
Die “Erlanger Liste” ist eine der umfangreichsten Linksammlungen zum Thema.
Online-Ausgabe einer der angesehensten Fachzeitschriften. Besonders hervorzuheben sind die zahlreichen Rezensionen.
‘Literaturwissenschaftliche Rezensionen (Lirez)’ ist ein Portal, das dem Zugriff auf Fachrezensionen im Volltext dient. Die Rezensionen entstammen eigenständigen Fachorganen und unterschiedlichen Anbietern.”




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