Kunst

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Italienische Reisen

Österreichische Gemäldegalerie im Belvedere

Die Wiener Kunstsammlungen sind meist in architektonisch ansprechenden Ambiente zu sehen, so auch die Österreichische Gemäldegalerie im Oberen Belvedere, erbaut von Lukas von Hildebrand 1721-23, und eine der schönsten Barockanlagen ihrer Art.

Die Ausstellung versammelt italienische Landschaftsbilder österreichischer und ungarischer Maler, die zwischen 1770 – 1830 entstanden sind. Die Anordnung der Bilder folgt verschiedenen Kriterien, meist hängen sie nach geographischen Gesichtspunkten (Rom, Venedig, Neapel). Seltener sind thematische Räume, wie der Saal mit den Vesuvausbrüchen, der allerdings in schönem Kontrast mit den Beginn der Ausstellung steht, an dem arkadische Naturidyllen gezeigt werden.

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Michelangelo Buonarroti

Die University of Pennsylvania Press legt(e) die klassische Biographie John Addington Symonds aus dem Jahr 1893 wieder auf. Knapp 1000 Seiten in zwei Bänden, wahlweise gebunden oder als (einbändiges) Paperback.

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Schiller über Schönheit in der Kunst

Brief an Christian Gottfried Körner vom 25. Dezember 1788:

Kurz, ich bin überzeugt, daß jedes Kunstwerk nur sich selbst d.h. seiner eigenen Schönheitsregel Rechenschaft geben darf, und keiner andern Forderung unterworfen ist. Hingegen glaube ich auch festiglich, daß es gerade auf diesem Wege auch alle übrigen Forderungen mittelbar befriedigen muß, weil sich jede Schönheit doch endlich in allgemeine Wahrheit auflösen läßt. Der Dichter der sich nur Schönheit zum Zweck setzt, aber dieser heilig folgt, wird am Ende alle andern Rücksichten, die er zu vernachlässigen schien, ohne daß ers will oder weiß, gleichsam zur Zugabe mit erreicht haben, da im Gegentheil der, der zwischen Schönheit und Moralität oder was es sonst sey, unstet flattert oder um beide buhlt, leicht es mit jeder verdirbt.

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Ernst Gombrich: Geschichte der Kunst

Belser Verlag (Amazon Partnerlink)

Gombrich hatte mir schon zu Schulzeiten die Kunstgeschichte nahe gebracht, höchste Zeit also wieder einen Blick in sein Werk zu werfen. Sechs Millionen beträgt inzwischen die Auflage weltweit, was angesichts der durchschnittlichen Auflagenhöhe eines Kunstbuches sehr bemerkenswert ist.

Die Lektüre der Kapitel über das 14. bis 16. Jahrhundert überzeugte mich erneut von der Qualität des Werks, die vor allem didaktischer Natur ist. Gombrich schreibt mit einem Enthusiasmus über Kunst, der ansteckend wirkt. Sorgfältige Interpretationen, die frei von hermeneutischer Hermetik sind, wechseln sich mit problemgeschichtlichen Exkursen ab. Hilfreich ist, dass alle ausführlicher besprochenen Werke in dem Band abgebildet sind.

Eigentlich sehr schade, dass es nichts vergleichbares für die Literaturgeschichte gibt, hier wären kompetente (!) Popularisierer ebenfalls dringend nötig.

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Giorgione: Die drei Philosophen

Kunsthistorisches Museum Wien

Eines der mich derzeit am meisten beschäftigenden Bilder der Sammlung. Es ist nicht überliefert, ob Giorgione drei bestimmte Denker im Sinn hatte, als er 1509 das Gemälde schuf. Neben dem Greis ganz rechts, in dem viele einen antiken Philosophen sehen wollen, steht ein Mann mittleren Alters. Er ist orientalisch gekleidet, was die Interpretation nahelegt, dass damit die Bedeutung der arabischen Philosophie für die Renaissance gewürdigt wird.

Sehr interessant ist nun der jüngste Philosoph. Sein Blick richtet sich nach oben und er hält ein astronomisches Instrument in Händen. Die Versuchung ist groß, dies als einen für den Anfang des 16. Jahrhunderts sehr hellsichtigen Hinweis auf die erkenntnistheoretische Bedeutung der Naturwissenschaften zu interpretieren. Damit hätte Giorgione ein beinahe prophetisches Werk geschaffen, was die Entwicklung der Geistesgeschichte angeht.

Links im Bild ist eine Höhle zu erkennen, natürlich ein Verweis auf Platons berühmtes Gleichnis. Alles in allem ein faszinierendes, vielschichtiges Gemälde, das berechtigterweise eine Vielzahl von Interpretationen hervorrief.

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Martina Pippal: Kleine Kunstgeschichte Wiens

C.H. Beck; München 2000 (Amazon Partnerlink)

Wie aus dem Titel ersichtlich, handelt es sich um einen konzisen Band, gut 250 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen. Als Leser erfährt man viel Wissenswertes über die Entwicklung der Künste in Wien. Manchmal wünscht man sich mehr Informationen und auch die eine oder andere Digression, aber das widerspräche wohl der Anlage des Buches.

Als einführender Text ist die “Kleine Kunstgeschichte” durchaus empfehlenswert.

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Joseph Connors: The Lion of Florence

The New York Review of Books 14/2001

Im Mittelpunkt des ausführlichen Aufsatzes steht Leon Battista Alberti, dem einer der besten Renaissance-Experten unserer Zeit, Anthony Grafton, eine Studie widmete: “Leon Battista Alberti: Master Builder of the Renaissance”.

Conners nimmt diese Neuerscheinung sowie Robert Tavernors “On Alberti and the Art of Building” zum Anlass für ein ausführliches Portrait des Künstlers. Zusätzlich wird dem interessierten Leser eine kurze Einführung in die Theorie der Malerie und Architektur dieser Epoche geboten.

Leider ist der Artikel noch nicht online*, aber es wird ja kaum jemanden geben, der die NYRB nicht abonniert hat :-)

* Er ist zwar mittlerweile online, aber nur im kostenpflichtigen Archiv der NYRB.

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Museum Leopold

Museumsquartier Wien

Am Samstag war Eröffnung heute wagte ich einen ersten Rundgang im Leopold Museum. Unangenehm fiel der hohe Eintrittspreis (ATS 125.- / 9 Euro), der sich mit Audioführer und Garderobe auf ATS 180.- pro Besuch summiert. Erfreulicherweise wird eine Jahreskarte angeboten, um die man deshalb kaum vorbeikommt (690 ATS / 50 Euro).

Die Sammlung erstreckt sich über mehrere Unter- und Obergeschosse und ist nicht nur wegen des großen Schiele-Bestands beeindruckend. Die (Innen-)Architektur des Museums ist überzeugend und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Bilder. Desto störender wirken zwei riesige Panoramafenster im zweiten Stock, die ein wunderbares Panorama über das neue Museumsquartier und Wien bieten, und damit stark von den Gemälden ablenken, unter denen neben vielen Schiele-Gemälde auch die beiden von Oskar Kokoschka sind. Dessen “Dolomitenlandschaft” erinnert in der Farbgebung überraschend stark an El Grecos “Ansicht Toledos”, das als amerikanische Leihgabe immer noch im Kunsthistorischen Museum zu sehen ist (der Rücktransport wurde aufgrund der Anschläge verschoben).

Alles in allem eine höchst erfreuliche Erweiterung der Wiener Museumslandschaft. Mehr nach weiteren Besuchen.

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El Greco

Kunsthistorisches Museum Wien

Bei meinem vierten Besuch gestern ist es mir zum zweiten Mal gelungen, ein paar Gemälde in Ruhe zu betrachten, was angesichts des erstaunlichen Besucheransturms nur selten möglich ist. Besonderes Augenmerk richtete ich auf die vier Portraits an, von denen das des Fray Hortensio Félix Paravicino zurecht am berühmtesten ist. Paravicino war ein mit El Greco befreundeter Gelehrter, der von dem Bild so beeindruckt war, dass er ein Dankgedicht verfasste, das in der Ausstellung ebenfalls zu lesen ist.

Spannend ebenfalls das Toledo-Bild, weil hier die Modernität des Stils El Grecos offensichtlich wird. Die digitalen Reproduktion hier dienen nur der lexikalischen Illustration, Farben und Helligkeit unterscheiden sich deutlich von den Originalen.
Schließlich noch das (vermutliche) Selbstportrait. Dieser zurückhaltend wirkende Mann, der einem hier entgegentritt, steht in einem seltsamen Kontrast zur Strahlkraft seiner Gemälde. Ich musste an Bruckner denken, dessen monumentale Symphonien ebenfalls nur wenig zum zögerlichen Charakter des Komponisten zu passen scheinen.

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Jack Flam: Space Man

“Paths to the Absolute: Mondrian, Malevich, Kandinsky, Pollock, Newman, Rothko, and Still” by John Golding

(The New York Review of Books 7/2001)

Der Kunsthistoriker Jack Flam stellt die neue Studie über abstrakte Kunst vor. Sein positives Urteil* begründet er nicht zuletzt mit der genauen Darstellung des geistigen Kontextes der sieben Künstler. Erstaunlicherweise waren vor allem die europäischen Maler von mystisch-esoterischen Gedankengut starkt beeinflusst. Ausgerechnet die Theosophie fiel bei allen drei auf sehr fruchtbaren Boden:

The apocalyptic thinking and color theories of of the German Theosophical Society, deeply affected Kandinsky from the time he heard Steiner speak in 1909. Mondrian was particulary attracted to the Theosophist’s idea that all life is directed toward evolution and that progress toward the ultimate revelation of reality could be achieved through the balancing and reconciliation of opposing forces, a concept that informed his painting until the end of his life. Malevich, who was obsessed by the scientific an mystical properties of geometry, was devoted to the works of P.D. Uspensky, a follower of Madame Blavathsky, the founder of the Theosophical Society.

* Der Artikel befindet sich im kostenpflichtigen NYRB-Archiv.

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