Kategorie: Kulturveranstaltungen

Wien: Eine Stadt der Neuen Musik?

Schon während des letzten „Wien Modern“-Festivals hatte ich den Verdacht, dass es hier ungewöhnlich viele Menschen gibt, die sich für Neue Musik interessieren. Der Ansturm ist sogar so groß, dass es für entsprechende Abonnement-Reihen Wartelisten gibt (wie sonst für die Wiener Philharmoniker). Es gelang mir deshalb im ersten Anlauf nicht, den Zyklus des Klangforum Wiens…
Weiterlesen

Thomas Bernhard: Elisabeth II.

Burgtheater 26.6.02 Herrenstein: Gert Voss Richard: Ignaz Kirchner Regie: Thomas Langhoff Eine späte österreichische Erstaufführung. Auf den ersten Blick stimmt die Inszenierung: Gert Voss gibt sein Bestens (was bekanntlich viel ist), Ignaz Kircher ergänzt ihn (wie immer) ausgezeichnet. Das Bühnenbild erinnert an Peymanns legendären „Heldenplatz“. Trotzdem ergeben viele gelungene Einzelheiten kein stimmiges Ganzes. Man sieht…
Weiterlesen

Bruckner: Symphonie Nr. 8

Wiener Musikverein 9.6. Cleveland Symphony Orchestra Christoph von Dohnany Obwohl ich (vor allem bei den Salzburger Festspielen) schon viele amerikanische Orchester hörte, erstaunt mich immer wieder deren technische Perfektion. Das Cleveland SO bildet hier keine Ausnahme. Bruckners monumentale Achte wurde makellos dargeboten: differenzierte Streicher, höchst präzise Blechbläser. Die Interpretation fand einen gelungenen Kompromiss zwischen Analytizität…
Weiterlesen

Burgtheater 2002/2003

Seit gestern liegt der neue Spielplan auf dem Tisch. Scheint eine spannende Saison zu werden [ORF Online via Internetarchiv].

Werner Heisenberg – Ein Widerstandskämpfer?

Es kommt selten vor, dass Dramatiker einen konkreten Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte leisten. Michael Frayn gebührt diese Ehre, da sein Stück „Kopenhagen“ eine heftige Debatte auslöste und nun zur Publikation neuer Materialien führte. Der Gelehrtenstreit spielte sich vor allem in der „New York Review of Books“ ab*, zuletzt in der Ausgabe 5/2002. Das Niels Bohr Archiv…
Weiterlesen

Wagner: Die Walküre

Wiener Staatsoper 9.5. Regie: Adolf Dresen Musikalische Leitung: Donald Runnicles Siegmund: Clifton Forbis Hunding: Kurt Rydll Wotan: John Tomlinson Sieglinde: Deborah Polaski Brünnhilde: Luana DeVol Der erste Aufzug war etwas schwach: Clifton Forbis hatte sein Debüt an der Staatsoper, war entsprechend nervös und sang (daher?) für einen Wagner-Tenor zu kraftlos. Brillant dagegen fast alle anderen,…
Weiterlesen

Beethoven: Symphonien Nr. 2 und Nr. 5

Wiener Musikverein 5.5. Wiener Philharmoniker Dirigent: Simon Rattle Es gibt eine für mich unerklärliche Scheu innerhalb des klassischen Konzertbetriebs, Beethovens Fünfte zu spielen. Mahlers Fünfte wird sehr viel öfter gegeben, sogar eine Reihe von Raritäten kann man regelmäßiger hören als eine der wichtigsten Werke der Symphoniegeschichte. Von einer „Abnutzung“ des Werks (oder welche abstrusen Anschauungen…
Weiterlesen

Beethoven: Symphonien Nr. 1 und Nr. 3

Wiener Musikverein 1.5. Wiener Philharmoniker Dirigent: Simon Rattle Eines der herausragendsten Konzertereignisse in diesem Frühling ist die Aufführung aller Symphonien Beethovens mit den Wiener Philharmonikern unter Simon Rattle. Die Konzerte werden erstmals alle live auf Ö1 zu hören sein, darüberhinaus dienen die Aufnahmen als Basis für eine CD-Gesamteinspielung bei EMI. Der Auftakt war viel versprechend,…
Weiterlesen

Zyklus Alban Berg Quartett: 4. Konzert

Hugo Wolf: Italienische Serenade G-Dur Robert Schumann: Streichquartett A-Dur op. 41/3 Béla Bartók: Streichquartett Nr. 4 Wiener Konzerthaus 29.4. Nun beginnt skandalöserweise wieder die Alban-Berg-Quartett-lose Zeit des Jahres, das nächste Konzert gibt es erst im Januar. Der Abschluss des Zyklus war hervorragend, vor allem Günter Pichler (1. Violine) war so in Hochform, dass es ihn…
Weiterlesen

Samuel Beckett: Glückliche Tage

Akademietheater 30.4.02 Regie: Edith Clever Winnie: Jutta Lampe Willie: Urs Hefti Nach dem beeindruckenden Konzert am Montag, folgte gestern ein höchst mittelmäßiger Theaterabend. Mag man Edith Clever als Schauspielerin auch schätzen, diese Regiearbeit zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass auf Einfälle völlig verzichtet wurde, eine Regie bar jeder Regieidee. Das Ergebnis war eine museale…
Weiterlesen