Kulturveranstaltungen

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Aribert Reimann: Medea

Wiener Staatsoper 21.4. 17

Dirigent:Michael Boder
Regie: Marco Arturo Marelli
Medea: Claudia Barainsky
Kreusa: Stephanie Houtzeel
Gora: Monika Bohinec
Kreon: Norbert Ernst
Jason: Adrian Eröd
Herold: Daichi Fujiki

Mehr als sieben Jahre ließ sich die Staatsoper Zeit, diese Neuproduktion von Reimanns Medea wieder einmal ins Programm zu nehmen. Völlig unverständlich angesichts des hohen musikalischen und inszenatorischen Niveaus dieser Aufführung. Wer daran zweifelt, dass die „alte“ Wiener Staatsoper auch zeitgenössisches Musiktheater auf höchstem Niveau auf die Bühne bringen kann, wird hier eines besseren belehrt.
Musikalisch bewegt sich Reimann im üblichen Formkanon der neuen Musik, bringt diesen aber hervorragend mit dem Medea-Stoff zusammen. Dieser Mythos von der ausgestoßenen „barbarischen“ Frau aus einer fremden Kultur ist in Europa ja leider wieder so aktuell wie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Das auf eine Felslandschaft reduzierte Bühnenbild mit einem in der Luft hängenden Quader als Palast Kreons und die mit symbolischen Farben arbeiteten Kostüme passen ausgezeichnet zu dem Stoff. Die Aufführung entfaltet eine Wucht, wie man sie etwa von Richard Strauß Elektra kennt. Alle Sänger sind in Bestform und auch das Orchester hat sich die Partitur vorbildlich erarbeitet. Es wäre sehr wünschenswert, wenn die Staatsoper mehr auf Zeitgenössisches setzt.

Ausstellungen in Wien

Zwei sehenswerte Ausstellungen gibt es derzeit in der Albertina: Egon Schiele & Eduard Angeli. Es gibt ja kaum ein Wiener Museum, das nicht einen größeren Bestand an Schiele-Werken hätte, aber die Sammlung an Zeichnungen in der Albertina ist herausragend. Schön, dass sie ihren Bestand wieder einmal in großem Umfang ausstellen. Angeordnet sind die Bilder chronologisch. Einige davon waren mir im Original neu, etwa seine Zeichnungen, die während seines Gefängnisaufenthalts entstanden sind. (Bis 18.6.)
Im Keller ist anlässlich seines 75. Geburtstags eine umfangreiche Retrospektive der Gemälde Eduard Angelis zu sehen, die so ganz anders sind, als man es von der Gegenwartskunst gewöhnt ist: Gegenständlichkeit mit subtilen Widerhaken. Angeli beschäftigt sich mit Räumen und ihre (oft düsteren) Atmosphäre. Menschen interessieren ihn nicht. (Bis 25.6.)

Das Künstlerhaus Wien ist wegen Umbauarbeiten in die Siebenbrunnengasse 26 im fünften Wiener Gemeindebezirk umgezogen und fand eine temporäre Bleibe in dem Stockwerk der ehemaligen Altmann’schen Textilfabrik. Der loftartige Ausstellungsraum eignet sich sehr gut für diesen Zweck. Zu sehen ist dort Das bessere Leben eine politische Konzeptausstellung, die sich mit Problemen der Gegenwart auseinandersetzt, darunter die Flüchtlingskrise. Eingeladen wurden primär Künstler, die einen Bezug zu diesen Themen haben. Prinzipiell bin ich kein großer Freund von „Politik-Kunst“, weil das Ergebnis oft auf Kosten der ästhetischen Qualität geht. Hier gibt es aber eine Reihe von Werken, die Ästhetik mit politischem Anspruch sehr gut verbinden. (Bis 20.5.)

Beide Ausstellungen im Wien Museum sind sehenswert. In der hübsch betitelten Schau Brennen für den Glauben. Wien nach Luther gehen die Kuratoren der protestantischen Phase Wiens nach. Wiens Bevölkerung war nach der Reformation einmal mehrheitlich protestantisch. Viele Stationen zeigen diese Entwicklung und deren spätere Unterdrückung. Es ist sehr viel schönes Druckwerk aus dieser Zeit zu sehen, etwa einer der seltenen Originaldrucke von Luthers 95 Thesen. (Bis 14.5.)
Einen Stock höher setzt man sich mit der Darstellung Wiens aus der Luft auseinander: Wien von oben. Die Stadt auf einen Blick. Sie zeigt nicht nur historische Pläne und Fotos, sondern beschäftigt sich auch mit der kulturgeschichtlichen Interpretation dieser unterschiedlichen Sichtweisen. (Bis 17.9.)

Nestroy: Liebesgeschichten und Heiratssachen

Burgtheater 15.4. 17

Regie: Georg Schmiedleitner

Florian Fett, ehemals Fleischselcher, jetzt Particulier: Gregor Bloéb
Fanny, dessen Tochter: Marie-Luise Stockinger
Ulrike, entfernt mit Herrn von Fett verwandt: Stefanie Dvorak
Lucia Distel, ledige Schwägerin des Herrn von Fett: Regina Fritsch
Anton Buchner, Kaufmannssohn: Martin Vischer
Marchese Vincelli: Dietmar König
Alfred, dessen Sohn: Christoph Radakovits
Nebel: Markus Meyer
Philippine, Stubenmädchen bei Fett: Alexandra Henkel
Der Wirt zum Silbernen Rappen: Peter Mati
Die Wirtin: Elisabeth Augustin
Kling, Kammerdiener des Marchese / Georg, Bedienter bei Fett / Schneck, ein Landkutscher / Ein Wächter: Robert Reinagl

Ich bin kein großer Freund des Wiener Volkstheaters. Speziell nicht, wenn es tolpatschig inszeniert wird. Schmiedleitner schlägt erfreulicherweise einen komplett anderen Regieweg ein: Er nimmt das Stück als Welttheater ernst. Die Drehbühne mit ihren paar Stationen ist abstrakt gehalten. Der permanent auf die Bühne geblasene Theaternebel sorgt nicht nur für zahlreiche Hustenanfälle beim Publikum, sondern schafft auch eine seltsame Atmosphäre. Ein Streichquintett begleitet live immer wieder die Bühnenhandlung, und zwar mit einer Kammermusik, die mehr an Schostakowitsch als an Wiener Folklore erinnert.

Gleichzeitig liefern die Schauspieler eine hochkomische Performance ab. Bei mir treffen sie genau jenen Punkt, den ich lustig finde, was bei Theaterkomödien nur selten vorkommt. Das gilt auch für die diversen Spleens und Neurosen der einzelnen Figuren. Die verschachtelte intrigante Handlung wird grandios in Szene gesetzt. Könnte mich nicht erinnern, dass ich in Wien je eine bessere Nestroy-Inszenierung gesehen hätte.

Allan Sekula: Okeanos & Edward Burtynsky: Wasser

Thyssen-Bornemisza Art Contemporary 2.4. 17
Kunst Haus Wien 16.4. 17

Zwei Gegenwartskünstler mit ähnlichen Themenschwerpunkten sind derzeit mit ihren Werken in Wien zu sehen. Der 2013 verstorbene Allan Sekula beschäftigt sich in seinen Arbeiten aus unterschiedlichen Perspektiven mit den Weltmeeren und deren Zerstörung. Die TBA21 gibt einen Einblick in seine unterschiedlichen Werkgruppen. Zu sehen sind primär Fotos, allerdings auch drei seiner Videoarbeiten. Sekulas Film über den Fischmarkt in Tokyo sehe ich mir zur Gänze an und fühle mich an meinen Besuch chinesischer Märkte erinnert: Auch dort wird mit Tieren umgegangen als seien sie Gegenstände und keine Lebewesen. (Bis 14.5.)

Fotografien stehen auch im Mittelpunkt des Schaffens von Edward Burtynsky. Er benutzt für seine hochauflösenden Bilder eine 60 Megapixel Kamera (inzwischen 100 Megapixel) und bevorzugt Luftaufnahmen, wofür er Helikopter oder auch eine Drohne einsetzt. Das Ergebnis sind im klassischen Sinn schöne Kunstwerke, von denen einige nicht zufällig an die Meister romantischer Kunst wie Turner oder Spitzweg erinnern. Das Provokante an Burtynskys Arbeiten ist, dass er oft sehr Hässliches und Zerstörtes in dieser wunderschönen Manier dokumentiert. Man ist damit gezwungen sich geistig vom ästhetisch oberflächlich Schönen zum objektiv Hässlichen vorzuarbeiten. Ich sehe mir auch den fünfundsiebzig Minuten langen in Wien gehaltenen Vortrag des Künstlers an, der als Video gezeigt wird. Darin erklärt er kurz seinen künstlerischen Werdegang und geht ausführlich auf die gezeigten Fotos ein. (Bis 27.8.)

nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Melle „Die Welt im Rücken“

Akademietheater 13.4. 17

Regie: Jan Bosse

mit
Joachim Meyerhoff

Ein dreistündiges Solotheaterstück über eine psychische Krankheit ist zweifellos ein mutiges Theaterprojekt, zumal Romanadaptionen für die Bühne oft sehr problematisch sind. Jan Bosse steht für seine Inszenierung allerdings mit Joachim Meyerhoff der wohl beste Schauspieler seiner Generation zur Verfügung. Dass dieser Theaterabend im Triumph und mit standing ovations endet ist nicht zuletzt seinem Talent geschuldet. Wie Meyerhoff sich langsam in einen Mann mit starker bipolarer Störung verwandelt, wie er sich in ihn hineinspricht, wie er die gespenstischen Realitätsverschiebungen dem Publikum plausibel macht, sah man in dieser Form noch nie auf einer Bühne. Ergänzt wird diese schauspielerische Spirale in die „Verrücktheit“ durch seine witzige und kreative Verwendung der wenigen Requisiten. Eine Reihe hervorragender Regieideen wie die Verwendung eines Kopierers zum sukzessiven „Fotografieren“ von Meyerhoffs Körper runden diese intelligente Inszenierung ab. Die Fotokopien setzt er schließlich auf der Bühne wieder zu einer symbolträchtigen, grotesk-monströsen Figur zusammen.
Erwähnenswert ist auch das erfrischend boshafte Einbeziehen des Publikums. Mit der „Welt im Rücken“ ist übrigens die Bibliothek des Protagonisten gemeint, die er während des ersten Schubs seiner Krankheit auflöst.

Fantastisches Theater, wie man es auch in Wien nur selten geboten bekommt.

Daniel Richter – Lonely Old Slogans

21er Haus 9.4. 17

Ich gehe mehr aus Pflichtgefühl in die Ausstellung, weil ich über Daniel Richter schon mehrmals etwas las, aber nur eine beschränkte Vorstellung von seinem Werk hatte. Doch schnell bin ich sehr beeindruckt. Die Schau gibt einen guten Einblick in sein Werk. Obwohl man einige Stilwechsel erkennen kann, hat Richter doch einen ausgeprägten Personalstil über die Zeit hinweg. Manche Bilder sind verspielt mit Anspielungen auf die Popkultur oder alte Meister. Andere dagegen beeindrucken mit ihrer existenziellen Angst, etwa wenn sie Gewalt, Krieg oder Einsamkeit thematisieren. Zumindest assoziiere ich das mit nicht wenigen Bildern. Seine Farbpalette reicht von monochrom bis grell bunt. Sehr sehenswert ist auch der gezeigte Film mit einem ausführlichen Gespräch über Richters Werdegang, Ästhetik und seine politischen Ansichten.

Aischylos: Orestie

Burgtheater 25.3. 17

Regie: Antú Romero Nunes

Chor
Sarah Viktoria Frick
Maria Happel
Caroline Peters
Barbara Petritsch
Aenne Schwarz
Irina Sulaver
Andrea Wenzl

Klytaimestra: Caroline Peters
Agamemnon: Maria Happel
Kassandra: Andrea Wenzl
Aigisthos/Amme: Barbara Petritsch
Orestes: Aenne Schwarz
Elektra: Sarah Viktoria Frick

Das erste Drama Europas auf die Bühne zu bringen ist auch für das Burgtheater eine Herausforderung. Antú Romero Nunes entschied sich für eine radikale Inszenierungsidee: Sieben Burgschauspielerinnen geben die gesamte Trilogie. Wobei „Trilogie“ insofern in die Irre führt als der Abend nur gut zwei Stunden dauert. Der Text wurde also radikal gekürzt, was speziell für den dritten Teil gilt, die Eumeniden. Sprachlich bleibt der Abend allerdings erfreulicherweise nah am Original: in der bühnentauglichen Übersetzung des Peter Stein.

Die sieben Schauspielerinnen geben gleichzeitig den Chor, die Erinnyen und die jeweiligen Hauptfiguren. Gekleidet sind sie in fahle, schäbige Kostüme, passend zur Stimmung der Inszenierung, die auf einer weitgehend leeren Bühne stattfindet und durch wenige spektakuläre Effekte kontrastiert wird, etwa einen langsam von hinten nach vorne laufenden Blutstrom nach der Ermordung des Agamemnon.

Grundsätzlich finde ich Nunes‘ Ansatz gelungen. Er scheitert allerdings an zu starken Differenzen auf unterschiedlichen Ebenen. Zum einen sind nicht alle der Damen in gleichem Maße tragödientauglich. Zu meiner Überraschung bietet die üblicherweise als Ulknudel eingesetzte Maria Happel eine sehr überzeugende Leistung als Agamemnon. Barbara Petritsch dagegen mit ihrem ausgeprägten Wiener Akzent nimmt man weder den Aigisthos noch die Amme ab. Selbst die von mir sehr geschätzte Sarah Viktoria Frick tut sich stellenweise schwer mit dem tragischen Pathos. Zum anderen findet der Regisseur einige unglaublich starke Theaterbilder. Hier wäre etwa die famose Schlussszene zu nennen. Dagegen fallen andere Abschnitte des Abends so weit ab, dass der Gesamteindruck darunter leidet. Eine auf hohem Niveau scheiternde Inszenierung also.

Hagen Quartett

Wiener Konzerthaus 22.3. 17

Franz Schubert: Streichquartett Es-Dur D 87 (1813)
Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 12 Des-Dur op. 133 (1968)
Johannes Brahms: Streichquartett Nr. 2 a-moll op. 51/2 (1873)

Drei meiner Lieblingskomponisten für Kammermusik in einem Konzert! Schuberts Streichquartett in Es-Dur D 87 hielt man lange für ein Spätwerk. Inzwischen weiß man, dass es ein Jugendwerk aus dem Herbst 1813 ist. Man hört auch deutlich den Unterschied zu seinen späten, oft sehr traurigen Werken. Hier probiert ein junger Komponist eine komplexe Form kompetent aus. Das Hagen Quartett versucht denn auch gar nicht, ihrer Interpretation ein unpassendes Pathos zu verleihen.

Schostakowitsch schrieb die Düsternis des 20. Jahrhunderts in seine besten Werke, zu denen ich alle seine Streichquartette zähle. Mit welcher existenziellen Bedeutung man ein Pizzicato aufladen kann, ist bei jedem neuen Hören immer wieder erstaunlich

Brahms beschäftigte sich viele Jahre mit der Form des Streichquartetts, bevor er 1873 endlich mit dem Ergebnis so zufrieden war, dass er zwei Quartette veröffentlichte. Eines davon spielte das Hagen Quartett an diesem Abend mit der notwendigen Furiosität. Insgesamt ein sehr gelungener Kammermusikabend.

Ausstellungen in Wien: Handyfilmen & Maria Theresia

Volkskunde Museum Wien 12.3. 17
Prunksaal der Nationalbibliothek 12.3. 17

Enttäuscht lässt mich Handyfilmen. Jugend. Alltag. Medienkultur zurück. Das Thema wäre interessant. Die Umsetzung dieser an der Universität Zürich konzipierten Wanderausstellung geht aber nicht genügend in die Tiefe. Auf großen Hand-Skulpturen sind Touchscreens angebracht auf denen man themenspezifisch angeordnet diverse Handyfilme von Jugendlichen ansehen kann. Vor jedem Film erhält man einen kurzen erläuternden Text. Das ist alles solide gemacht, enthielt für mich aber keine Überraschungen. Lobenswert ist natürlich die Intention, uns Erwachsenen diverse Vorurteile darüber zu nehmen, was die Teenies da so alles auf ihren Smartphones haben. Abgesehen von den kurzen Kontexttexten fehlt aber eine weiter gehende Analyse. Außerdem fehlen Beispiele für die „dunklere“ Seite der Medaille, die es ja sehr wohl gibt. Schade, aus dem Thema hätte man mehr machen können. (Bis 7.5.)

Mehr machen können hätte man auch aus der Maria-Theresia-Ausstellung im Prunksaal der Nationalbibliothek. Sie ist mit ihrer Kombination aus überwiegend thematischen Schautafeln und ausgewählten, teils sehr schönen veranschaulichenden Objekten und Büchern in Vitrinen darunter, zwar sorgfältig kuratiert. Es findet sich aber so gar nichts darunter, das eine neue Perspektive oder neue Gedanken über sie anregen würde. Einige ihrer dunklen Seiten, wie ihr talibanähnlicher Sittenwahn, kommen überhaupt nicht zur Sprache. (Bis 5.6.)

Árpád Schilling und Éva Zabezsinszkij: Eiswind

Akademietheater 16.2. 2017

Regie: Árpád Schilling

Ilona: Lilla Sárosdi
Frank: Falk Rockstroh
János: Zsolt Nagy
Judith: Alexandra Henkel
Felix: Martin Vischer
Levente: András Lukács

Das Stück steckt voller löblicher Absichten. Árpád Schilling ist als kritischer Theatermacher in Ungarn nicht mehr gerne auf einer Bühne gesehen. Schön also, dass ihm das Akademietheater diese Möglichkeit bietet. Auch die Idee, ungarische Schauspieler gleichzeitig mit Ensemblemitgliedern zu beschäftigen, gefällt. Ihr Text wird durch Übertitel übersetzt. Schilling will seinen eigenen Aussagen nach mit dem Stück die mentalen Auswirkungen des Aufstiegs von Orban kommentieren. Er wählt dazu das Zusammentreffen einer reichen deutschen Akademikerfamilie mit einer aus dem ungarischen Mittelstand in einer entlegenen Waldhütte. Es entwickelt sich schnell eine faschistoide Dynamik.

Das größte Problem dieser Produktion ist das Niveau des literarischen Textes. Die vorgeführte Eskalation ist nämlich für den Zuseher völlig unplausibel. Die Entwicklung der Charaktere im Stück erscheint willkürlich und nicht hinreichend motiviert. Die Figuren sind auch voller Klischees, was teilweise wegen des komischen Effekts willen Absicht ist, und auch selbstironisch kommentiert wird.

Bis auf den Schluss überzeugt dagegen die Inszenierung und die schauspielerische Leistung. Die beklemmende Atmosphäre wird gut auf die Bühne übersetzt, speziell die Sturmszene wird kreativ und originell mit Komparsenmusikern in Szene gesetzt. Die schauspielerische Leistung ist bei allen Beteiligten bemerkenswert. Wäre der Text besser, hätte das ein hervorragender Theaterabend sein können.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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