Film

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Hundstage

Regie: Ulrich Seidl
Apollo Kino 6. März

Seidl ist ein vielbeachteter österreichischer Filmemacher. „Hundstage“ erhielt letztes Jahr den Großen Preis der Jury in Venedig. Daran wäre an sich nichts Bemerkenswertes, wäre nicht noch eine Kleinigkeit: Es ist ein grottenschlechter Film. Ästhetisch verbrämte Sozialpornographie, die sich als Kunstfilm tarnt.

Die Tarnung funktioniert allerdings mehr schlecht als recht, denn das Apollo ist ein Cineplex, das wie vergleichsweise Einrichtungen vor allem dem Mainstream frönt. Trotzdem war der Kinosaal bis auf den letzten Platz gefüllt und das Publikum genoss, was es an Demütigungen zu sehen bekam, egal was Seidl und die versammelte Filmkritik über die „kritischen“ Qualitäten dieser Zelluloidverschwendung von sich geben.

Reise nach Kandahar

Filmcasino am 19.1.
Regie: Moshen Makhmalbaf

Das Bedürfnis der Menschen zu verstehen, was in Afghanistan passiert, scheint groß zu sein. Anders läßt sich der große Andrang selbst zur Spätvorstellung nicht erklären. Der Film bietet nicht viel Neues, man weiß bereits, dass Frauenrechte inexistent sind, das Land vermint ist und manche Aspekte der afghanischen Kultur archaisch anmuten. Generell belegt er sehr schön, dass Religion(en) zu den größten Plagen der Menschheit gehören, aber das ist ebenfalls keine revolutionäre Erkenntnis.

Der Film vergrößert das Wissen um die dortige Situation also nur marginal. Auch formal überzeugt das Werk nur teilweise, emotional freilich verläßt man das Kino durchaus beeindruckt.

Woody Allen: The Curse of the Jade Scorpion

Der gerade angelaufene Film von Woody Allen ist enttäuschend, wenn man sich von ihm mehr erwartet als eine handwerklich gut gemachte Komödie, denn mehr wird wie schon beim letzten Mal (Small Time Crooks) nicht geboten.

Die Qualität seiner besten Filme liegt in ihrem philosophisch reflektierten Humor, dem intelligenten Spiel mit Fiktionalitäten, der Thematisierung „europäisch“ ernster Film-Themen im klassischen Woody-Allen-Stil, zu bewundern etwa in „Annie Hall“, „Crimes and Misdemeanors“ oder „Deconstructing Harry“, um nur einige zu nennen. Nichts davon ist im neuen Film zu finden, leider.

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Aktuell in Arbeit

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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