Empfehlungen

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Empfehlungen: The Economist

Seit ein paar Monaten lese ich nun den Economist und frage mich, warum ich diese exzellente Zeitschrift nicht schon früher entdeckte. Eine Antwort liegt im Titel begründet: Ich hielt sie lange für eine renommierte Wirtschaftszeitschrift. Das ist sie auch, der Fokus liegt aber auf einer exzellenten Auslandsberichterstattung im politischen Bereich. Die Qualität ist erstaunlich und lässt alle mir bekannten Nachrichtenmagazine weit (weit!) hinter sich.
Die internationale Ausrichtung ist angesichts der Provinzialität selbst vieler Weltblätter erfrischend. “Britain” ist eine gleichberechtige Rubrik neben anderen und genießt keinen speziellen Status. Klassisches britisches Understatement das ebenfalls in vielen Artikeln zu finden. Diese sind in einem erstklassigen, wortschatzreichen Englisch geschrieben, nicht selten mit englischen Humor angereichert, und exzellent recherchiert. So erinnere ich mich an eine Analyse über das Krankenversicherungssystem in China, wo nicht nur alle statistischen Fakten (kritisch hinterfragt) zusammengetragen wurden, sondern der Autor auch entlegene Dörfer und Provinzstädte besuchte, um die Umsetzung in der Praxis anzusehen. Besser kann man Journalismus nicht betreiben. Kein Artikel ist aber namentlich gezeichnet.
Angereichert ist der Economist in jeder Ausgabe mit Schwerpunkten, den sogenannten “Briefings”. Diese nehmen sich verschiedenste Themen (von Religionskriegen über einzelne Länder und Branchen bis hin zu Technologien) in einer Artikelreihe vor, die durchaus akademisches Niveau hat. Ich könnte jede Ausgabe fast komplett lesen. Nachdem meine Zeitungslektüre bisher vor allem durch internationale Interessen initiert war, habe ich im Moment kein Abo laufen, da der Economist völlig ausreicht, um einen über das Weltgeschehen anspruchsvoll auf dem Laufenden zu halten.
Ein Abo kostet 99 Euro und bietet damit mit ca. 2 Euro pro Ausgabe ein ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Empfehlungen: The Teaching Company

Diese Entdeckung zähle ich zu meinen wichtigsten der letzten Jahre, gibt sie mir doch die Möglichkeit “nebenbei” einer Menge interessanter Dinge anzuhören oder Bekanntes aufzufrischen. Wie extensiv ich das inzwischen machen, sieht man an meiner Lese- und Hörliste.

Die Teaching Company bietet als Geschäftsmodell Vorlesungen zum Kauf bzw. Laden an. Dazu werden didaktisch begabte amerikanische Professoren gebeten, über ihre Spezialgebiete zu sprechen. Viele dieser Kurse sind achtzehn Stunden und länger und erreichen damit die Länge einer “echten” Univeranstaltung.
Inzwischen gibt es Hunderte von Themen, über die man sich am besten auf der Webseite der TTC einen Überblick verschafft. Der Schwerpunkt liegt auf klassischem Bildungsgut, weshalb erfreulicherweise auch die Antike nicht zu kurz kommt. Man hat die Wahl zwischen Audio/MP3 und DVD Versionen. Meist reicht Audio aus, nur bei Themen wie Kunstgeschichte oder Anatomie sollte man naturgemäß nicht im Dunkeln tappen. Die regulären Preise sind sehr hoch, es wird aber jeder Kurs einmal pro Jahr zum “Sales Price” angeboten und dadurch signifikant billiger.

Im Gegensatz zu ihren deutschsprachigen Kollegen, sind angelsächsische Lehrende meist rhetorisch sehr begabt: Man hört ihnen gerne und mit Spannung zu. Ich höre diese Kurse meist nebenbei, auf dem Weg zur Arbeit, auf Reisen, bei diversen Routinetätigkeiten etwa, und komme so auf durchschnittlich eineinhalb Stunden pro Tag.

Zu einigen der Lehrenden baut man regelrecht eine intellektuelle Beziehung auf. Brillant und geistreich ist etwa alles, was Robert Greenberg über Klassische Musik zu sagen hat. Bart Ehrman leuchtet gedankenreich und kritisch die Zeit des Neuen Testaments aus. Bob Brier ist ein erstklassiger Referent über das Alte Ägypten. Robert Hazen hat mit “Joy of Science” eine beachtliche Einführung in naturwissenschaftliches Denken vorgelegt.

Bis auf wenige Ausnahmen (“Buddhism”) sind mir bisher keine Kurse untergekommen, die nicht hörenswert gewesen wären. Wie so oft ist es sehr schade, dass es nichts Vergleichbares auf Deutsch gibt.

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Empfehlungen: New York Review of Books

Gäbe es eine platonische Idee für “Zeitschrift”, käme die NYRB diesem Ideal wohl ziemlich nahe. Seit etwa 10 Jahren versäume ich keine Ausgabe, und diese Lektüre hat sich inzwischen zu einer unverzichtbaren intellektuellen Grundversorgung entwickelt.

Die zwanzig Ausgaben pro Jahr ergeben einen ausgezeichneten Überblick zu sehr vielen Fachgebieten. Die Artikel sind von bewährten Fachleuten verfasst und überschreiten das Genre der Rezension in mehrerer Hinsicht: Es werden nicht nur neue Bücher vorgestellt, sondern meist auch ein Überblick über den aktuellen Diskussionsstand eines Fachgebiets gegeben. Das setzt natürlich eine entsprechende Textlänge voraus. Die NYRB ist das Gegenmittel zur weit verbreiteten Häppchenpublizistik. Darüberhinaus wird man mit der fundierten Meinung des Verfassers zu einem Thema konfrontiert. Man “erspart” sich dadurch oft die Lektüre vieler Bücher, und wer hat schon Zeit regelmäßig Neuerscheinungen über die Renaissance, die Klimaforschung, Sklaverei in den USA, Biographien über viele Klassiker, den Irakkrieg oder Musikgeschichte zu lesen? Als zusätzlichen Service bekommt man eine Menge Verlagsanzeigen über neue Bücher ins Haus, inserieren in der NYRB doch nicht nur alle führenden “University Presses”.

Analytische und investigative Artikel zu politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten runden die NYRB ab. Die Blattlinie ist in jeder Hinsicht der Aufklärung verpflichtet und läßt sich wohl am besten mit linksliberal beschreiben. Postmoderne Dampfplauderein sucht man auf den Seiten der NYRB (anders als z.B. in der “London Review of Books”) vergeblich. Das passte auch schlecht zur klassischen Gelehrsamkeit der meisten Texte. Die sonst übliche Kluft zwischen Geistes- und Naturwissenschaften kann man ebenfalls nicht konstatieren.

Die NYRB hat eine Reihe von Stammautoren (20-30), die sich regelmäßig zu Wort melden. Diese schreiben nicht nur vorzügliche Artikel, sondern veröffentlichen auch regelmäßig Bücher. Man rutscht auf diese Weise lesend in eine Gemeinschaft vorzüglicher Sach- und Fachbuchautoren hinein, ein angenehmer Nebeneffekt.

Viele Jahre wurde die NYRB von Mäzenen aus New York am Leben erhalten. Seit längerer Zeit trägt sich das Projekt selbst (Auflage jenseits der 100.000 weltweit). Die besten europäischen Zeitschriften (“Lettre”, “Merkur”…) bringen regelmäßig übersetzte NYRB-Artikel. Warum nicht gleich das Original lesen? Abonnements gibt es hier.

[Hier ein weiterer kurzer Text über die NYRB, zuerst publiziert auf koellerer.de]

Entdeckt habe ich die NYRB erst ziemlich spät, 1996 um genau zu sein. Meiner Meinung nach handelt es sich weltweit um die beste Zeitschrift zu intellektuellen Themen, im deutschsprachigen Raum gibt es leider nichts vergleichbares. Ansatzweise die eine oder andere Buch-Zeitschrift. Aber halb- oder vierteljährliche Erscheinungstermine, können mit den 20 NYRB-Ausgaben nicht konkurrieren.

Dabei ist das Rezept denkbar einfach: Man nehme die besten Fachleute zu einem Thema, gebe ihnen viel Platz, und mache keinerlei Kompromisse bezüglich der Qualität. Die meisten Artikel beschäftigen sich mit einem oder mehreren Büchern. Diese sind aber meist nur der Ausgangspunkt für eine intensive und kompetente Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Fachgebiet. Nach der Lektüre weiß man nicht nur vieles über die Neuerscheinung, sondern ist allgemein über die aktuelle Forschung darüber orientiert.

Die Themenführerschaft der NYRB erschließt sich regelmäßigen Lesern dadurch, dass nicht selten längere Zeit nach Erscheinen, bestimmte Themen in den deutschsprachigen Feuilletons auftauchen, oft auch mit expliziter Bezugnahme.

Das Themenspektrum ist weit, Naturwissenschaftler kommen ebenso zu Wort wie politische Publizisten. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf diversen (hoch)kulturellen Themen.

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Empfehlungen: Die Philosophiegeschichte des Frederick Copleston

Gute Philosophiegeschichten gibt es nur wenige auf dem Buchmarkt. Eine der mit Abstand besten schrieb Mitte des letzten Jahrhunderts der gelehrte Jesuit Frederick Copleston. Das elf Bände umfassende Werk nötigt Respekt vor dieser gewaltigen Arbeitsleistung ab. Der Forschungsstand ist natürlich inzwischen veraltet. Da sich die aktuellen Debatten aber meist um ähnliche Fragestellungen kreisen, trotzdem interessant. Die Darstellungen der einzelnen Philosophen lesen sich ausgesprochen frisch.
Zwei Aspekte sind besonders hervorzuheben: Seine in bester angelsächsische Manier sehr verständliche Darstellungsweise, die trotzdem komplexe Sachverhalte nicht simplifiziert. Die Ausführlichkeit seiner Darlegung ist weiters hervorzuheben. Die meisten Philosophiegeschichten bestehen aus einem bis drei Bänden, eine lächerliche Anzahl angesichts des gewaltigen Stoffes. Wer also seine Bibliothek philosophisch aufrüsten will, dem sei Coplestons Lebenswerk sehr ans Hirn gelegt. Nebenbei bemerkt ein Beleg, dass man sogar als Jesuit seine Zeit nützlich verbringen kann. Die einzelnen Bände sind:

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Empfehlungen: Encyclopaedia Britannica

Wer am Aufbau einer umfassenden Privatbibliothek interessiert ist, legt mit der Britannica einen soliden Grundstein. Ich verwende die “EB” seit fast 10 Jahren regelmäßig. Sie hat sich zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel entwickelt. Während deutschsprachige Lexika wie der Brockhaus sich “nur” zum schnellen Nachschlagen eignen, handelt es sich bei der Britannica um eine echte Enzyklopädie. Dem Brockhaus entspricht die Micropeadia: Zwölf Bände mit vielen Stichworten. Intellektuell spannender jedoch ist die Macropaedia, welche in teilweise sehr umfangreichen Artikeln (Buchlänge!) das wichtigste Wissen der Welt präsentiert. Dieser Teil ersetzt eine Fülle von Standardwerken aller Fächer und damit eine kleine Bibliothek. Das Wissen wird meist nicht nur präsentiert, sondern auch auf einer Metaebene diskutiert. Wenn es divergierende Theorien gibt, wird das klar gesagt. Der Leser wird als erkenntnistheoretisch mündiges Subjekt verstanden.

Der Schwerpunkt des Gebotenen liegt auf gut etabliertem Grundlagenwissen. Das hat den Vorteil, dass eine Britannica nicht so schnell veraltet. Für brandaktuelle Informationen gibt es ohnehin eine Fülle anderer Quellen.
Dreh- und Angelpunkt dieses Unternehmens ist ein Band mit dem Titel Propaedia, welcher systematisch das Wissen einteilt und die Britannica inhaltlich erschließt. Die Nützlichkeit dieses Bandes läßt sich am besten durch ein Beispiel zeigen. Angenommen, man interessiert sich für japanische Autoren. Wie soll man im Brockhaus nun die Artikel zu allen japanischen Autoren finden, wenn man deren Namen nicht kennt? In der Propaedia findet man am entsprechenden Ort eine Liste mit allen enthalten Artikeln über ein Thema und kann sich systematisch durch die Enzyklopädie lesen.
Schließlich gibt es noch zwei Indexbände zum Auffinden von sehr granularem Wissen. Damit ist die Britannica ohne Zweifel das durchdachteste und best zu benutzende Lexikon auf dem Markt.
Wohlgemerkt rede ich von der Printversion. Die DVD ist hier kein Ersatz, denn erstens geht der Überblick über große Wissensmassen schnell verloren, den die Bände so überzeugend gewährleisten. Zweitens sind die enzyklopädischen Artikel so lang wie kurze Bücher, die man erfahrungsgemäß nicht am Monitor liest.

Der Stil der Teste ist vorzüglich. Als Leser wird man nicht durch drögen Brockhauston gequält. Die Artikel der Macropaedia sind engagiert auf sprachlich hohem Niveau verfasst (was nicht heißt: ungebührlich “schwieriges” Englisch).
Abschließend noch ein Wort zu dem vielzitierten Wikipaedia-Britannica Vergleich, der angeblich einen “Gleichstand” gezeigt hat. Angesichts der oben beschriebenen Anlage der Britannica sollte es klar sein, dass der Vergleich einer Handvoll Stichwörter methodisch völlig inadäquat ist. Mehr.

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Empfehlungen: Neue Zürcher Zeitung

Mit dieser Notiz beginne ich eine kleine Reihe mit Hinweisen auf intellektuell hochwertige “Entitäten”, die hoffentlich eine kleine Schneise in die Fülle von Durchschnittserzeugnissen schlagen können.
Die NZZ verdient meines Erachtens das Prädikat “beste deutschsprachige Zeitung”. Die internationale Ausgabe begleitet(e) mich nun eine Reihe von Jahren. Im Vergleich zur FAZ und SZ ist sie weniger umfangreich, was für jemanden mit einem beschränkten Zeitbudget aber vorteilhaft ist.
Ihren Ruf verdankt diese Zeitung vor allem der internationalen Berichterstattung und dem Feuilleton. Sie leistet sich ein großes Netz an Auslandskorrespondenten, die nicht nur kompetent über ihre Länder berichten, sondern auch einen sehr angenehmen Stil pflegen. Ein Grund, warum ich diese Korrespondentenberichte so gerne lese, verstößt eigentlich gegen einen eisernen Grundsatz des Qualitätsjournalismus: Es ist die subjektive Perspektive. Anstatt in trockener Nachrichtenagenturprosa zu schwelgen, sind die Texte pointiert geschrieben. Die eigene Persönlichkeit und Meinung des Korrespondenten ist in jedem Artikel präsent. Ironische und manchmal sogar leicht zynische Sätze sind keine Seltenheit. Kombiniert ist diese Schreibe mit einer meist sehr skeptischen Perspektive. Ein Beispiel: Der Europaparlament-Report über die geheimen CIA Flüge und Gefängnisse. Während in fast allen Zeitungen (berechtigte) Empörung herrschte, wies der Pariser NZZ Korrespondent auf die extrem dünne Faktenlage des Reports hin. Erwähnt sei noch, dass regelmäßig auch über diejenigen Weltgegenden berichtet wird, die nicht immer im Mittelpunkt des Medieninteresses stehen (z.B. Zentralafrika).

Das Feuilleton ist sehr solide, wenn auch weniger umfangreich als noch vor ein paar Jahren. Herausragend sind hier die Vielzahl der Rezensionen auch entlegenere Bücher und die Wochenendbeilage “Literatur und Kunst”. Die Themenschwerpunkte werden auf einem für eine Zeitung ungewöhnlich hohen Niveau behandelt, hier liegen selbst FAZ und SZ weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Die Berichterstattung über (Natur)wissenschaft und Medien ist ebenfalls erfreulich. Wer mag, kann sich mit einem kostenlosen Probe-Abonnement selbst eine Meinung bilden.

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Bibliomane Betrachtungen (4)

    Ohne Bücher bleibt die Geschichte stumm, die Literatur sprachlos, die Wissenschaft verkrüppelt, das Denken kommt zum Stillstand, Bücher sind Zeugen des Wandels, Fenster zur Welt, sie sind Banken des Geistes, Bücher sind gedruckte Humanität.
    (Barbara Tuchmann)

Bezüglich der von mir gelobten historischen Differenz bei Klassikern wies mich ein Freund berechtigterweise darauf hin, dass es bei der Gegenwartsliteratur als Ausgleich eine kulturelle Differenz gäbe. Wie könnte man andere Kulturen, seien sie uns näher wie die amerikanische oder ferner wie die arabische, besser verstehen lernen als durch ihre Literatur?
Dem kann ich nicht widersprechen. Ein Teil meiner Reisevorbereitungen besteht immer auch aus literarischer Lektüre, um mich auf andere Kulturen vorzubereiten. Ein Leser Nagib Machfus’ wird Ägypten ebenso besser verstehen, wie ein Kenner der Romane John Updikes die amerikanische Provinz. Wobei die beiden wohl schon das Prädikat “Klassiker” verdienen, allerdings dachte ich bei historischer Differenz an deutlich ältere Büchern (Antike bis frühe Neuzeit).
Eine punktuelle Lektüre in diese Richtung ändert aber nichts an meinem Gesamteindruck, dass die Lektüre der großen Alten in Summe einen größeren Mehrwert hat. Die Umsetzung dieser Erkenntnis in die Praxis war hier unschwer zu übersehen. So beschäftigte ich mich in den letzten Jahren ausführlich (lange) mit Augustinus Gottesstaat, mit Dantes Göttlicher Komödie, mit Thukydides’ Peloponnesischen Krieg, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Gegenwärtig stehen Montaignes “Essais” auf dem Programm.
Mich nun sukzessiv aufmerksam durch diese alten Bücher zu bewegen, erscheint mir eine sehr reizvolle Aussicht zu sein. Ich bin aber davon überzeugt, dass man sich mit einer Auswahl von ihnen immer wieder beschäftigen sollte. Sie verdienen es, regelmäßig aus dem Regal genommen zu werden. Dabei ist es gar nicht notwendig, immer den kompletten Text zu lesen. Ein paar Gesänge des Dante oder einige Kapitel aus dem “Don Quijote” reichen manchmal aus, damit das Werk wieder präsent ist. Aus zeitlichen Gründen muss man leider eine vergleichsweise enge Auswahl treffen. In meinem Fall haben sich bisher folgende Bücher als dauerhafte Begleiter bewährt:

Das sind, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, derzeit die Bücher, welche ich regelmäßig in die Hand nehmen und immer wieder einmal lesen werde.
Weil obige Liste keine naturwissenschaftlichen Bücher beeinhaltet, möchte ich betonen, dass sie in meinem Klassikerverständnis enthalten sind. Galilei, Newton, Darwin sind natürlich unverzichtbar. Auszüge aus vielen davon las ich bereits, eine systematischere Lektüre ist geplant.

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Ausgezeichnete philosophische und germanistische Bücher

Hier habe ich eine Reihe von germanistischen und philosophischen Büchern aufgelistet und kommentiert, deren Lektüre ich für besonders gewinnbringend halte. Inzwischen sind alle Titel auch verlinkt, soweit sie noch lieferbar sind.

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Praktizierte Aufklärung (1): Sceptical Inquirer

Großen Respekt habe ich vor Wissenschaftlern und Publizisten, die sich mit großem Aufwand an Zeit mit dem Aberglauben der Gegenwart auseinandersetzen. Sind doch Energiefelder, Ufos, Wunderheilmethoden, pyramidenbauende Marsmenschen etc. wie alle Fantasieprodukte schnell erfunden und vermarktet. Diese kreativen Geistesemanationen jedoch mit den Methoden der modernen Wissenschaft und philosophischen Kritik zu untersuchen, bedarf viel Zeit und auch Geld.

Der “Sceptical Inquirer” ist die wichtigste Zeitschrift dieser rationalen Idealisten und berichtet ausführlich aus kritischer Perspektive über New Age & Co. Ein Jahresabo ist mit knapp 20$ wohlfeil zu haben.

In der aktuellen Onlineausgabe berichtet Karla McLaren, eine ehemals profilierte New Age Enthusiastin und Buchautorin, über ihre Schwierigkeiten, sich aus ihrer fantastischen Geisterwelt zu lösen. Sie habe während ihrer Ausbildung kritisches Denken schlicht nicht gelernt:

In that period, it would have been wonderful to come upon skeptical and critical thinking techniques, but alas, critical thinking wasn’t taught in my high school. I didn’t even know the category existed! When I went to junior college, I took geometry and logic for my critical thinking courses and thus I missed out on the subject once again. In my education, I didn’t gain the skills I needed to help me understand what was occurring when New Age and metaphysical ideas and techniques seemed to work. My empirical experience “proved” the validity of things like psychic skills, auras, chakras, contact with the dead, astrology, and the like – and I had very little in my intellectual arsenal at that time to help me understand what was truly occurring.

Es würde auch in europäischen Gymnasien nicht schaden, erste Ansätze von Logik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie zu vermitteln, um zumindest einige populäre, aber falsche “Beweistheorien” (wie ungültige Induktionsschlüsse aus minimaler Datenbasis oder Schein-Kausalitätszuordnungen) zu erkennen. Selbst auf Akademiker treffe ich immer wieder, die kaum in der Lage sind, anzugeben, wie (und aufgrund welcher Kriterien) sich eine wissenschaftliche Theorie von einem Zeitschriftenhoroskop unterscheidet.

Außerdem noch zu lesen: Der Anästhesit G.M. Woerle erläutert, dass sich “Todesnaherfahrungen” hervorragend ohne Zuhilfenahme göttlichen Beistands durch Sauerstoffmangel während des Sterbens erklären lassen. B.D. Gildenberg berichtet über das streng geheimes Skyhook Programm nach dem 2. Weltkrieg. Im Rahmen dieses Programms wurden riesige Ballone auf weite Reisen durch die USA geschickt, deren Flugbahn auffallend oft denen außerirdischer Touristen entsprach.

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The Times Literary Supplement

Seit hundert Jahren erscheint das TLS nun* und zählt seit langem zu den wichtigsten Literatur- bzw. Buchzeitschriften der Welt. Durch den wöchentlichen Erscheinungstermin ist die Lektüre allerdings kaum zu bewältigen, wenn man auch noch das eine oder andere Buch lesen will :-)

* Siehe den “Chronicle of Higher Education”: The ‘TLS’: a 100-Year Love Affair (Artikelvorschau)

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