Architektur

“Wonders of the World”

So heißt eine neue Reihe der Harvard University Press, die berühmten Baudenkmälern gewidmet ist. Bisher erschienen sind Bände über das Parthenon (Mary Beard), „The Alhambra“ (Robert Irwin), „Westminster Abbey“ (Richard Jenkyns), „The Temple of Jerusalem“ (Simon Goldhill).

Reise-Notizen West-Türkei (5): Pergamon

Attalos I. machte Pergamon im dritten vorchristlichen Jahrhundert zu einem intellektuellen Zentrum. Die Reste der berühmten Bibliothek, damals eine ernsthafte „Konkurrenz“ zur Büchersammlung in Alexandria, sind auf dem Burgberg noch zu sehen. Den faszinierenden Zeusaltar kann man zwar nur im Berliner Pergamonmuseum bewundern, aber alleine den ursprünglichen Ort hoch über der Ebene zu sehen, wäre eine Reise wert. Die Ruinen auf dem Berg sind teilweise in einem sehr guten Zustand und geben einen guten Eindruck über die ursprüngliche Anlage der Stadt. Beeindruckend ebenfalls die Überreste römischer Ingenieurskunst, etwa die Hochdruck-Wasserleitung, welche die Stadt mit frischem Quellwasser versorgte. Blei war damals das einzige zu diesem Zweck geeignete Material, weshalb die Einwohner Pergamons an einer permanenten Bleivergiftung litten.

In der Ebene kann man noch das Asklepieion besichtigen, eine der renommiertesten zeitgenössischen Heilstätten. Entsprechend groß ist die Anlage. Nicht nur für Freunde der Medizingeschichte sehr sehenswert.

Fischerkirche in Rust

2.5.

Der idyllische kleine Ort am Neusiedler See kann mit einer kunstgeschichtlichen Attraktion aufwarten. Die Fresken der kleinen Fischerkirche wurden fünfzig Jahre lang restauriert und sind nun in einem erstaunlich guten Zustand zu bewundern. Die am besten erhaltenen stammen aus dem 15. Jahrhundert. Die Farben sind frisch, die Motive größtenteils noch gut erkennbar. Die bunte Dekoration der Decke ist ausgesprochen beeindruckend.

Burg Hochosterwitz

Besucht am 24.4.

Homepage

Unweit von St. Magdalensberg liegt auf einem hochaufragenden Hügel die Burg Hochosterwitz. Das Gebäude ist gut erhalten. Im Burgmuseum liegt der Schwerpunkt auf Waffenkunde. Vor allem die Entwicklung des Gewehrs und der kleinen Artillerie wird ausführlich geschildert. Die Burg verfügt über sehr beeindruckende defensive Anlagen. Vierzehn Tore trennten potenzielle Angreifer von der Burg, die meisten davon mit diversen Verteidigungssystem ausgestattet: Hightech der frühen Neuzeit. Vieles der sichtbaren Bausubstanz geht auf das 16. Jahrhundert zurück.

Bücher und Bibliotheken der Antike

Mit diesem Thema beschäftigt sich Lionel Casson ausführlich in seiner Studie „Bibliotheken der Antike“, die Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer hier rezensiert.

Neue Wiener Stadtbibliothek

Vor ein paar Monaten wurde der Neubau des Hauptgebäudes der Wiener Stadtbibliothek eröffnet. Die Architekturkritik war (berechtigterweise) voll des Lobes. Letzte Woche machte ich mir selbst ein Bild, wobei ich vorläufig nur von der Innenarchitektur reden kann, da ich das Gebäude nicht verlassen habe: die U-Bahn-Station befindet sich direkt unter der Bibliothek.

Die Bücher verteilen sich auf zwei große Stockwerke. Es gibt schöne Glasfronten mit diversen Sitzgelegenheiten, die einen beim Schmökern einen Blick auf das Wiener Stadtleben erlauben. Der Bestand an Büchern kann sich sehen lassen, das gilt sogar für akademische Fächer wie Literaturwissenschaft. Erwähnenswert auch der umfangreiche Bestand an Werkausgaben (darunter auch aus der Deutschen Klassiker Bibliothek).

Reise-Notizen Sizilien (2): Der Dom von Monreale

Im 12. Jahrhundert aus politischen Motiven in der Nähe Palermos errichtet, gelang ein Bauwerk von beeindruckender Symbolik. Außen in der Art eines normannischen Wehrdoms gehalten, innen geschmückt mit einer kaum zu überschaubaren Fülle kunstvoller byzantinischer Mosaiken(zyklen), die Szenen aus dem alten und neuen Testament nacherzählen, und von der Kirche (auch) zu pädagogischen Zwecken verwendet wurden. Die Mosaiken laufen reihenweise um das komplette Kirchenschiff und sind ungemein detailreich ausgeführt, man bräuchte viele Stunden, um sie in Ruhe anzusehen.

Angefangen vom Grundriss des Doms über die mit biblischen Motiven verzierten Türen bis hin zum Chor, der zwei Throne enthält, einen für den Bischof, einen höheren für den Kaiser, wird hier (in Kombination mit den Mosaiken) das mittelalterliche Weltbild symbolisch in ein monumentales Bauwerk gegossen. Sollte man sich ansehen, wenn man in der Nähe ist :-)

Klassizismus in Wien und die Kunst des Steinschnitts

2.3.

Zwei interessante Ausstellungsbesuche. Zuerst Antike in Wien – Die Akademie und der Klassizismus um 1800 in der Gemäldegalerie am Schillerplatz. Gemälde und ausgewählte Skulpturen geben einen guten Überblick über die klassizistische Bewegung in Wien. Dominierend sind (wenig überraschend) Gemälde mit mythologischen Motiven, es finden sich aber auch zahlreiche Selbstportraits der Beteiligten. Eine gute Gelegenheit, sich ins Gedächtnis zu rufen, welches antiseptische Antikenbild von der deutschen Klassik vertreten wurde.

Im Kunsthistorischen Museum sind Höhepunkte der Steinschneidekunst zu bewundern. Erstaunliche Werke aus Bergkristall, mit dem Auge von Glas kaum zu unterscheiden. Wer weiß, dass diese Steine härter als Stahl sind, kann sich nicht erklären, welche filigranen Arbeiten hier möglich sind. Sehr sehenswert!

Bücher, die noch geschrieben werden müssen

Eines dieser Bücher müßte den Titel „Geschmacklosigkeiten der Neureichen. Eine Geschichte von der Antike bis in die Gegenwart“ tragen. Anlass zu diesem Gedanken gaben einige ausgedehnte Spaziergänge auf dem Semmering. Bis zum 1. Weltkrieg sind dort viele Villen gebaut worden, deren architektonische Geschmacklosigkeit manchmal einen Grad erreicht, dass man ihnen hohen Unterhaltungswert nicht absprechen kann.

Noch einmal: Alberti

Graftons Monographie wird in der aktuellen „Literatur und Kunst“ – Beilage der NZZ vorgestellt.

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Aktuell in Arbeit

„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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