Günter Brus: Unruhe nach dem Sturm

21er Haus 11.2.18

Im September wird Günter Brus 80 Jahre alt. Ein guter Anlass für eine große Ausstellung. Brus zählte in den sechziger Jahren mit den Aktionisten und der Wiener Gruppe zu den großen Provokateuren im österreichischen Kunstbetrieb. So überrascht es nicht, dass er mit der österreichischen Polizei und Justiz zu tun bekam. Die heute amüsant zu lesende Anklageschrift ist zu Recht Teil der Retrospektive. Biographisches nimmt allerdings nur einen kleinen Teil ein. Im Mittelpunkt steht das Werk bis in das neue Jahrtausend hinein. Mir war Brus bisher primär durch seine Körperkunst bekannt, von der es natürlich auch jede Menge Fotos zu sehen gibt. Sein bildnerisches Werk sehe ich in diesem Umfang zum ersten Mal. Viele Exponate stammen aus Privatsammlungen. Auffallend ist, dass er sich höchst unterschiedlicher Produktionsformen bedient. Am wenigsten kannte ich bisher seine Grenzüberschreitungen zur Literatur sowie seine satirischen Zeichnungen. Im Ausstellungskontext etwas mühsam zu lesen, aber man sieht schnell, warum er sich im Umfeld der Wiener Gruppe wohlfühlte. Ein anregendes und immer noch sehr aktuelles Stück Wiener Kunstgeschichte.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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