Ostrowskij: Schlechte Partie

Burgtheater 29.10. 17

Regie und Bühne: Alvis Hermanis

Charita Ignatjewna Ogudalowa: Dörte Lyssewski
Larissa Dmitrijewna: Marie-Luise Stockinger
Mokij Parmenowitsch Knurow: Peter Simonischek
Wassilij Danilowitsch Woschewatow: Martin Reinke
Julij Kapitonowitsch Karandyschew: Michael Maertens
Sergej Sergejewitsch Paratow: Nicholas Ofczarek
Der Robinson: Fabian Krüger
Gawrilo: Hermann Scheidleder
Iwan: Hans Dieter Knebel
Ein Offizier: Christoph Kohlbacher

Alvis Hermanis ist in der Theaterwelt umstritten, seit er seiner Abneigung gegen Flüchtlinge Ausdruck verlieh. Mir wäre das egal, würde er gutes Theater machen, wie beispielsweise damals bei den Vätern im Akademietheater damals. Künstlerisch problematisch wird es, wenn sich ein konservatives Weltbild in langweiligen konservativen Inszenierungen wie in diesem Fall niederschlägt. Auf der Drehbühne sind einigermaßen authentische Szenenbilder aufgestellt. Die Schauspieler stecken in einigermaßen authentischen Kostümen und die Exposition wird ohne sichtbare Regieideen so langsam ausgespielt, dass man sich schnell herzlich zu langweilen beginnt. Da hilft auch die hochkarätige Besetzung nur wenig samt der gelegentlichen Lacher, die Maertens und Ofczarek brav produzieren. Das Stück selbst ist eine antiquiert wirkende Heiratskomödie, so dass auch ein intensiveres Interesse für den Text nicht aufkommt, wenn man ihn denn nicht auf den sozialgeschichtlichen Inhalt reduzieren will.

Ich hoffe für das Publikum, dass das letzte Drittel deutlich besser sein wird, als ich nach zwei Stunden in der Pause das Burgtheater verlasse.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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