Nestroy: Liebesgeschichten und Heiratssachen

Burgtheater 15.4. 17

Regie: Georg Schmiedleitner

Florian Fett, ehemals Fleischselcher, jetzt Particulier: Gregor Bloéb
Fanny, dessen Tochter: Marie-Luise Stockinger
Ulrike, entfernt mit Herrn von Fett verwandt: Stefanie Dvorak
Lucia Distel, ledige Schwägerin des Herrn von Fett: Regina Fritsch
Anton Buchner, Kaufmannssohn: Martin Vischer
Marchese Vincelli: Dietmar König
Alfred, dessen Sohn: Christoph Radakovits
Nebel: Markus Meyer
Philippine, Stubenmädchen bei Fett: Alexandra Henkel
Der Wirt zum Silbernen Rappen: Peter Mati
Die Wirtin: Elisabeth Augustin
Kling, Kammerdiener des Marchese / Georg, Bedienter bei Fett / Schneck, ein Landkutscher / Ein Wächter: Robert Reinagl

Ich bin kein großer Freund des Wiener Volkstheaters. Speziell nicht, wenn es tolpatschig inszeniert wird. Schmiedleitner schlägt erfreulicherweise einen komplett anderen Regieweg ein: Er nimmt das Stück als Welttheater ernst. Die Drehbühne mit ihren paar Stationen ist abstrakt gehalten. Der permanent auf die Bühne geblasene Theaternebel sorgt nicht nur für zahlreiche Hustenanfälle beim Publikum, sondern schafft auch eine seltsame Atmosphäre. Ein Streichquintett begleitet live immer wieder die Bühnenhandlung, und zwar mit einer Kammermusik, die mehr an Schostakowitsch als an Wiener Folklore erinnert.

Gleichzeitig liefern die Schauspieler eine hochkomische Performance ab. Bei mir treffen sie genau jenen Punkt, den ich lustig finde, was bei Theaterkomödien nur selten vorkommt. Das gilt auch für die diversen Spleens und Neurosen der einzelnen Figuren. Die verschachtelte intrigante Handlung wird grandios in Szene gesetzt. Könnte mich nicht erinnern, dass ich in Wien je eine bessere Nestroy-Inszenierung gesehen hätte.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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