Ausstellungen in Wien: Handyfilmen & Maria Theresia

Volkskunde Museum Wien 12.3. 17
Prunksaal der Nationalbibliothek 12.3. 17

Enttäuscht lässt mich Handyfilmen. Jugend. Alltag. Medienkultur zurück. Das Thema wäre interessant. Die Umsetzung dieser an der Universität Zürich konzipierten Wanderausstellung geht aber nicht genügend in die Tiefe. Auf großen Hand-Skulpturen sind Touchscreens angebracht auf denen man themenspezifisch angeordnet diverse Handyfilme von Jugendlichen ansehen kann. Vor jedem Film erhält man einen kurzen erläuternden Text. Das ist alles solide gemacht, enthielt für mich aber keine Überraschungen. Lobenswert ist natürlich die Intention, uns Erwachsenen diverse Vorurteile darüber zu nehmen, was die Teenies da so alles auf ihren Smartphones haben. Abgesehen von den kurzen Kontexttexten fehlt aber eine weiter gehende Analyse. Außerdem fehlen Beispiele für die „dunklere“ Seite der Medaille, die es ja sehr wohl gibt. Schade, aus dem Thema hätte man mehr machen können. (Bis 7.5.)

Mehr machen können hätte man auch aus der Maria-Theresia-Ausstellung im Prunksaal der Nationalbibliothek. Sie ist mit ihrer Kombination aus überwiegend thematischen Schautafeln und ausgewählten, teils sehr schönen veranschaulichenden Objekten und Büchern in Vitrinen darunter, zwar sorgfältig kuratiert. Es findet sich aber so gar nichts darunter, das eine neue Perspektive oder neue Gedanken über sie anregen würde. Einige ihrer dunklen Seiten, wie ihr talibanähnlicher Sittenwahn, kommen überhaupt nicht zur Sprache. (Bis 5.6.)

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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