La Fille inconnue

Filmcasino 11.2. 2017

BEL 2016

Regie: Luc Dardenne, Jean-Pierre Dardenne

Die Brüder Dardenne machen in ihren Filmen das, was die meisten Politiker gerne vermeiden: Einen genauen Blick auf die Wirklichkeit der nicht privilegierten Menschen zu werfen. Ihr neuestes Werk setzt diese Praxis fort, allerdings mit zwei merklichen Veränderungen: Zum einen wird die Lebenswirklichkeit dieses Mal aus der Sicht der jungen Ärztin Jenny erzählt, die mit diesem Milieu viel Kontakt hat, aber ihm wegen ihres Berufes selbst nicht angehört. Zum anderen ist der Film ästhetisch ruhiger, weil auf den extensiven Einsatz der Handkamera verzichtet wird.

Die Handlung lehnt sich an das Genre des Krimis an. Eine junge Afrikanerin wird tot aufgefunden, nachdem sie vergeblich an der Praxis der Doktorin klingelte. Vom schlechten Gewissen getrieben, versucht sie herauszufinden, wer die anonyme Tote eigentlich war. Dabei trifft sie auf unterschiedliche Menschen und Milieus, was wohl die ästhetische Zweckursache dieser Struktur ist. Schauspielerisch und handwerklich tadellos ausgeführt gelingt den Brüdern Dardenne damit ein weiteres sehenswertes Kunstwerk.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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