Joseph J. Ellis: The Founding Brothers. The Revolutionary Generation

Diese Monographie über die amerikanische Gründergeneration begleitete mich einige Wochen als Hörbuch. Es unterscheidet sich von der Vielzahl der Bücher über Jefferson & Co. dadurch, dass sich Ellis primär auf die Beziehungen & Konflikte der „founding fathers“ konzentriert. Im Mittelpunkt stehen Benjamin Franklin, Thomas Jefferson, John Adams, Alexander Hamilton, James Madison und Aaron Burr, deren politische und emotionale Interaktionen anhand von sechs Beispielen erzählt werden. Im Rückblick erscheint diese Periode als eine Art notwendige Vorgeschichte des Aufstiegs der Vereinigten Staaten. Eine der Stärken des Buches ist es aber, die unsichere und schwebende Situation für die Beteiligten einzufangen. Der Ausgang des Experiments war damals bekanntlich noch völlig offen. Den Mittelpunkt der meisten beschriebenen Konflikte bildet die zukünftige Rolle der Bundesregierung in Washington. Eine starke Zentralregierung? Oder doch besser nur der Kopf einer starken Föderation? Wie hoch die Emotionen persönlich gingen zeigt exemplarisch das vor Hamilton tödliche Duell mit Burr, welchem das erste Kapitel gewidmet ist.

Wer sich für die Entstehung der USA interessiert, ist mit The Founding Brothers gut beraten, weil Joseph J. Ellis ein ausgewiesener Fachmann für diese Epoche ist. Man sollte aber bereits über die politischen und historischen Grundzüge Bescheid wissen, damit man die hier beschriebenen „Details“ richtig einordnen kann.

Joseph J. Ellis: The Founding Brothers. The Revolutionary Generation. [als Hörbuch]

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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