Lou Andreas-Salome

Filmcasino 17.9. 2016

D/Ö 2016
Regie: Cordula Kablitz-Post

Lou Andreas-Salomé war eine faszinierende Figur. Früh emanzipiert hatte sie Kontakt mit vielen zeitgenössischen Geistesgrößen von Rilke bis Nietzsche. Grund genug also, sich eine neue Verfilmung ihres Lebens anzusehen. Diese ist zwar schauspielerisch gut besetzt, darunter diverse Burgschauspieler, krankt aber an zu viel Biederkeit. Immer wieder wird es auch melodramatisch, woran die oft pathetische Filmmusik einen unerfreulichen Anteil hat. Am besten ist der Film, wenn er sich mit dem intellektuellen Werdegang von Andreas-Salomé und ihren Zeitgenossen auseinandersetzt. Wirkungsvoll ist auch die chronologische Organisation: Die alte Dame erzählt rückblickend nach der Machtübernahme der Nazis und kümmert sich dabei um einen jungen deprimierten Germanisten, der sie beim Schreiben ihrer Autobiographie unterstützt. Die Beziehung zu ihm spiegelt strukturell geschickt die Beziehungen zu früheren Männern. Diese Beziehungsdramen stehen denn auch publikumswirksam im Mittelpunkt des Films, während die intellektuelle Entwicklung viel zu kurz kommt.

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„Die Presse“ meint:

"Aber das Internet ist nicht schuld daran, dass Zeitungen reihenweise ihre Literaturseiten „gesundschrumpfen“. Vielmehr hat es das Monopol der traditionellen Medien auf seriöse Literaturkritik gebrochen. Blogs wie die „Notizen“ des promovierten österreichischen Literaturwissenschaftlers Christian Köllerer (koellerer.net) zeigen: Es gibt genug Qualität, man muss sie nur suchen."
(5. Januar 2013)

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